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Rupprecht Mayer
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Rupprecht Mayer, geb. 1946 bei Marktschellenberg (zwischen Salzburg und Berchtesgaden). Studium der Sinologie in München und Taiwan, Tätigkeiten als Übersetzer; Sinologe und Fachbuchhändler. Verbrachte 21 Jahre in China, lebt seit 2013 in Burghausen an der Salzach. Übertragung alter und moderner chinesischer Literatur.

 Publikationen:

Veröffentlichung eigener Texte in Zeitschriften (Lichtungen, SALZ, Podium, Kolik, Wienzeile, Macondo, Krautgarten, Entwürfe, Am Erker, Lose Blätter, außer.dem u.a.) und in Webmagazinen. 2004 erschien eine Sammlung seiner Kurzprosa unter dem Titel "Aus der Welt des Dreisprungs" in der Edition Thaleia (ISBN 3-924944-65-2). Englischsprachige Fassungen erschienen u.a. in AGNI, Hobart, Mikrokosmos, Nano Fiction, Ninth Letter, Prick of the Spindle und Washington Square Review.

Kontakt: redakt.auora [at] aon.at

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Bisherige Veröffentlichungen im Aurora-Magazin:

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"Unterwegs in die Stadt" (15. 03. 2004)

Ich bin unterwegs in die Stadt und werde dort dreißig Personen kennenlernen. Im Lauf der Zeit natürlich noch mehr, auf eine jener flüchtigen Arten, derer es viele gibt, aber mit den Dreißig werde ich im selben Haus zusammenarbeiten. Ich werde also täglich mit ihnen sprechen, wozu ich mir ihre Familiennamen merken muß, später noch den ein oder anderen Vornamen...

"Gemeinsame Wanderung" (17. 02. 2004)

Ich werfe meine Finger nach vorn, daß sie fast schnalzen. Waagerecht halte ich meine Arme, vorne ist das Gefühl blau. Der Raum, der mir noch bleibt, wird kühler, und doch ist er willkommen. Wo gehen wir hin? Schön, daß ihr so zahlreich um mich seid. Doch wenn einmal der Augenblick kommt, dann werdet ihr zurückweichen...

"Ein Brief aus Ado-Suwa" (06. 06. 2003)

"Das", sagte Blauer Seestern und strich sanft über die Innenseite meiner Arme zwischen Ellenbeuge und Achselhöhle, "nennen wir wailu-taga". Dann erfuhr ich, daß der kleine Knorpel oberhalb des Ohrläppchens als kiniti und die halbmondförmige weiße Stelle an der Daumennagelwurzel als harun-zilli bezeichnet wird...

"Die Rückkehr des Amerikaners" (07. 10. 2002)

Als es um halb eins klingelte, waren seine Frau und die Kinder schon im Bett. Erich machte den Fernseher aus und öffnete. Es war ein sehr alter Mann, der draußen stand, nur Haut und Knochen unter einem verschlissenen Mantel, und er roch nicht gut. Erich schaltete die Gartenlaterne an und erkannte, daß das nur "der Amerikaner" sein konnte, der schon vor 150 Jahren ausgewandert war...

"Endstation Golgatha" (08. 07. 2002)

Das Taxi setzte M. in der brütenden Mittagshitze an der Trambahnstation Straße des Kreuzwegs ab. Die schon ländlich wirkende Straße führte auf einen Hügel außerhalb dieser Stadt, die außer einigen Kirchen mit bröckeligen Barockfassaden und tropischen Bäumen mit Luftwurzeln keine Attraktionen aufwies, wenn man von ihren schönen Frauen absah. Touristen blieben deshalb höchstens zwei Tage...

"Im Wald der Gummibäume" (29. 04. 2002)

Er war seit drei Jahren wieder auf der Suche nach einem Menschen, zu dem er nett sein konnte. Er würde sich am Beckenrand hinter ihn stellen, ihn fest umarmen und sich während des Falls so drehen, daß er selbst zuerst mit dem Rücken das Wasser berühren, der umarmten Person also den Schmerz des Aufpralls ersparen würde...

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 Weitere Informationen zum Autor:

www.chinablaetter.info/rupprechtmayer/

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