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Komm ich zu früh ins Stifterhaus zu einer Lesung, noch kein Schwein da, steh ich in der Gegend rum und guck in die Luft, kommt von hinten ein Mädchen daher und sagt: Machst ein Foto von mir?, sag ich, ja, gern,  fotografiere das Mädchen, guck aufs Display, obs Buidl auch was geworden ist, und als ich wieder nach dem Mädchen schau, war sie weg. So einfach ist das.

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Wenn ein Pressefotograf die Lesung einer österreichischen Literaturikone wie Robert Menasse besucht, dann möchte er nicht nur hübsche Pressebildchen knipsen, er möchte auch unterhalten werden. Mit so etwas extravagantem wie Utopien, zum Beispiel. Utopien hätte ich mir für diesen Abend erwartet oder sonstwas Großartiges, oder, wenn das zu viel verlangt ist, zumindest das Denken in Möglichkeiten, wenn schon im Land ohne Eigenschaften. Von einem Schriftsteller, der auch Geisteswissenschaftler ist, verspreche ich mir viel. Exakt formulierte Widersprüche. Unkonventionelle Sichten auf den Stand der Dinge. Fabulierende Analysen. Der Schriftsteller Menasse stellt Fragen, der Wissenschaftler Menasse sucht nach Lösungen. Nichts von alledem. Keine Rede davon. Menasse liest nicht,  er trägt vor. Mit Sprache, auf mir ohnehin nie viel sagende Begriffe wie Österreich, EU, Parlament. Menasse übt keine Kritik am Bestehenden, er redet tot. Sein vielzitierter scharfer Blick seziert den öffentlichen Konsens nicht zum Dissens, er sticht einfach ab. Keine große Kunst. Selige Zeiten, brüchige Welt bleibt trotzdem eins meiner Lieblingsbücher.

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"Die Metapher lässt grüßen, während sie vorüberfliegt."

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"Wenn es stimmt, was man erzählt, dass der Mensch im Alter noch einmal seine Jugend belebt, danach die Kindheit bis zurück an den Ausgangspunkt."

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"Der Grenzfall, den wir, bei näherem Zusehen, erblicken können und vielleicht uns bemühen sollten, zu erblicken. Denn bei allem, was wir tun, denken und fühlen, möchten wir manchmal bis zum Äußersten gehen, die Grenzen zu überschreiten, die uns gesetzt sind. Es ist uns gewiss, dass wir innerhalb der Ordnung bleiben müssen. Innerhalb dieser Grenzen haben wir aber den Blick auf das Unmögliche gerichtet." (Ingeborg Bachmann)

inbox.jpg (1041 Byte) "Kunststück"
inbox.jpg (1041 Byte) "Allgemeinbildung"
inbox.jpg (1041 Byte) "Sie tanzen Blues im roten Saal, wobei es draußen schneit."

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"Entstehung der Schizophrenie"

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"Äußeres Phänomen innerer Regung. Ich hatte mich dabei ertappt, als ich über einer Bildbesprechung hockte. Während ich redete, habe ich mich über meine Haltung erschrocken und sie bewusst aufgelöst. Komische Sache. Bestimmt bin ich rot geworden, jedenfalls wurde mir heiss. Vielleicht war das auch der Punkt, ab dem mich die Dozentin nicht mehr mochte." (Hanna)

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"Jemanden heimlich fotografieren und sich dabei erwischen lassen"

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"Möglicher Ausgangspunkt für eine Untersuchung der Identität und jener Bedingungen, unter denen sie sich destabilisiert und zerfällt."

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"Ida betrachtet die Bewohner unserer Erde und wundert sich. Dem 'gesunden Menschenverstand' traut sie nicht über den Weg; ihrer eigenen, unerschütterlichen Logik hingegen widersteht so schnell kein Problem. Sie ist zugleich scharfsichtig, naiv und unerbittlich - ein kleines Ungeheuer mit starkem Drang zur Weltverbesserung. Ida träumt davon, die Erde in die Luft zu sprengen, hat für jede Gelegenheit einen anderen Kopf zur Hand (überhaupt besitzt sie ein Ersatzteillager für alle wichtigen Organe), füttert schwarze Löcher mit allerlei Unnützem oder Unerwünschtem, plaudert mit den Sternen, hilft Kröten über die Straße, leistet sich ein Double, das alle unangenehmen Aufgaben an ihrer Stelle übernimmt, reist mit Vorliebe in einer Seifenblase durch die Welt. Von Ida von Grund auf neu durchdacht und organisiert, wird das Leben langsam erträglich." (Anne Weber)

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"Wienerstraße #311"

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"Die Psychoanalytiker und erst recht die Analysierten langweilen sich zu Tode. Sie sehnen sich, an einen Punkt zu kommen, wo man nicht mehr ich sagt, wo es völlig gleichgültig ist, ich zu sagen oder nicht." (Guattari-Deleuze)

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"Alles, was für zwei Menschen gilt, ist falsch. Richtig ist nur, was für den einzelnen gilt. Das fängt bei der Beziehung von Mann und Frau an. Schon die Idee, daß es zwischen Mann und Frau eine Einheit geben könnte, ist falsch, denn dazu sind die Voraussetzungen viel zu verschieden. Diese Differenz kann man nur mit falschem Bewußtsein wegmogeln." (Heiner Müller)

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"Die Orange ist eine Vitamin-C-Quelle. Die Karotte enthält Vitamin D. Bomberpiloten aßen sie, bevor sie Einsätze flogen. Orange ist zu leuchtend, um elegant zu sein. Es färbt helle Teints blau, bleicht diejenigen, die einen Anflug von Orange haben, und verleiht denen mit gelbem Schimmer einen Hauch grün." (Jarman, Chevreul)

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"missglückte Apotheosen"

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Lacan, Seminar XI: "Auf dem Feld des Sehens gliedert sich alles zwischen zwei Polen, die in einem gegensätzlichen Verhältnis zueinander stehen: auf Seiten der Dinge gibt es den Blick, das heißt, die Dinge blicken / gehen mich an, und ich wiederum sehe sie. In diesem Sinne sind die Worte des Evangeliums aufzufassen - 'Sie haben Augen und sehen nicht.' Und was sehen sie nicht? - eben dies! Dass die Dinge sie angehen / anblicken." In der Pornographie geht diese Gegensätzlichkeit von Sehen und Blick verloren. Warum?

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Über den Anbruch gesegneter Jahrhunderte: Müßte nicht die Menschheit angesichts all dieser Maschinen und technischen Künste, welche ihr gestatten, sich leicht zu ernähren, den Eindruck haben, sich am Morgen eines langen, reichen Tages zu befinden, die rosige Morgenröte und den frischen Wind verspüren, die den Anbruch gesegneter Jahrhunderte anzeigen? Warum ist es ringsherum so grau, und warum geht erst jener unheimliche Dämmerungswind, bei dessen Aufkommen, wie es heißt, die Sterbenden sterben. Verfault eine herrschende Klasse, dann wird der Fäulnisgeruch beherrschend. (Brecht / Schriften)

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"Ein Zukunftsgedanke des Heranwachsenden war es, später mit einem Kind zu leben. Dazu gehörte die Vorstellung von einer wortlosen Gemeinschaftlichkeit, von kurzen Blickwechseln, einem Sich-dazu-Hocken, einem unregelmäßigen Scheitel im Haar, von Nähe und Weite in glücklicher Einheit." (Handke/Kindergeschichte)

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"Dixieland"

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"Über das Rotsehen"

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"Was ist Rembrandts gemaltes Gesicht seiner Mutter gegen das tatsächliche Gesicht meiner eigenen?" (Bernhard, Alte Meister)

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"Still! still! Ward die Welt nicht eben vollkommen?"

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"Das hätte es unter Stalin nicht gegeben"

"Bild, das: 1. (künstlerische) Darstellung auf einer Fläche"

"Russische Ansichten"

"Automobil"

"jetzt, plötzlich"

"mundtot"

"Arbeit ist nämlich mühsam und beschwerlich"

"Versuch, die Waschmaschine meiner Schwiegermutter hochzuwuchten"

"Humor in der Arbeitswelt ist schon eine Provokation an sich"

"Verzweiflung, Wut. Krankhafte Liebe und generelle Hoffnungslosigkeit"

"Ein glücklicher Mitteleuropäer"

"Die anderen meinen, er habe den Sinn für die Realität verloren"

"Aber die Männer hat er gelehrt, Sentimentalität durch Lakonie zu bändigen und sich der Tränen nicht zu schämen".

"Ich klingelte. Eine resolute Frau in den Fünfzigern öffnete mir, musterte mich und fragte: Na?"

"Zum Beispiel? 44% aller chinesischen Frauen wissen heute noch nicht, was ein Orgasmus ist"

"Meine Version der Dinge"

"Das lose Mundwerk"

"Na ja, am Ende kam es dann auch genau so"

"Ist das des Pudels Kern?"

"Zumeist wissen wir gar nicht, weshalb wir uns schämen"

"Sie redet wie jemand, der die Regeln, nach denen ein Satz zustandekommt, jedes Mal neu erfinden muß"

"Ulrike Meinhof"

"Dort saß wie jeden Sonntag ein Mann an der Orgel und folgte den Eingebungen des Augenblicks. Plötzlich blieb die Zeit stehen."

"Die Komik des Scheiterns"

"Wäre ich schwul glücklicher?"

"Lag hier nicht eben noch eine Leiche?"

"Es ist furchtbar leicht, am Tag über alles erhaben zu sein, aber Nachts, mein Gott, da iat es etwas ganz anderes."

"Mit der Himmelsrichtung darf man es nicht so genau nehmen"

"Man nennt das, glaube ich, Zivilisation"

"Kein Bäumezählen, stattdessen die gemeine Vorstellung von Wald"

"Was denkst Du eigentlich"

"Schlichte Wahrheiten wie: 'Wer ficken will, muss freundlich sein.' "

"the kind of light religious books prefer"
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