...
Die Revolution der Nachrichten
hat begonnen
...
Die Beweise für amerikanische und britische
Kriegsverbrechen im Irak sind
umfangreich und werden von Flüchtlingen, Ärzten, Menschenrechtsgruppen und ein
paar mutigen Ausländern geliefert, deren Arbeit nur im
Internet erscheint.
Von John Pilger
|
John Pilger Der in Australien geborene und in London lebende Pilger wurde für seine Arbeit mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, unter anderem nahm er schon zweimal den höchsten Journalistenpreis Großbritanniens ("Journalist of the year") entgegen. Im Laufe seiner mittlerweile mehr als vierzigjährigen Laufbahn hat Pilger für viele wichtige Zeitungen geschrieben (u.a. Daily Mirror, The Guardian, The Independent, New Statesman, The New York Times, The Los Angeles Times) und zahlreiche Bücher verfasst.
John Pilger.
John Pilger
(Hg.)
Weitere Informationen |
Die indische Schriftstellerin Vandana Shiva hat zu einem
Aufstand gegen "versklavtes Wissen" aufgerufen. Der
Aufstand hat schon begonnen. Millionen von Menschen haben sich in ihrem
Bemühen, die gefährliche Welt, in der wir leben, zu verstehen, von den
herkömmlichen Nachrichten- und Informationsquellen ab- und dem Internet
zugewandt in der Überzeugung, dass der vorherrschende Journalismus die
Stimme der zügellosen Macht ist. Der große Irak-Skandal hat dies
beschleunigt. In den USA haben mehrere etablierte Radiojournalisten
zugegeben, dass die Invasion vielleicht nicht stattgefunden hätte, wenn sie
die Lügen, die über die Massenvernichtungswaffen im Irak verbreitet wurden,
beim Namen genannt und enttarnt hätten, anstatt sie zu verstärken und zu
rechtfertigen. Ein Eingeständnis des
amerikanischen Auswärtigen Amts vom 10. November, dass seine Truppen in
Fallujah weißen Phosphor verwendet hätten, erfolgte laut BBC-Programm
Newsnight aufgrund von "Gerüchten im Internet". Es
waren keine Gerüchte. Es war erstklassig recherchierte Arbeit, die
gutbezahlte Journalisten beschämen sollte. Mark Kraft von
insomnia.livejournal.com
fand den Beweis in der März/April 2005 Ausgabe des Magazins
"Field Artillery" und anderen Quellen. Er wurde unterstützt durch die
Arbeit der Filmemacherin Gabriele Zamparini, Begründerin der exzellenten
Seite thecatsdream.com. Als die unbesungene Arbeit von Mark Kraft und Gabriele Zamparini im Guardian und dem Independent erschienen war und die Amerikaner dazu zwang, über das weiße Phosphor Farbe zu bekennen, beschrieb Wood in "Newsnight" ihr Geständnis als "ein Public-Relations-Desaster für die USA". Dies war ein Echo auf Menzies Campbell von den Liberaldemokraten, der vielleicht am meisten zitierte Politiker seit Gladstone, der sagte, "Der Gebrauch dieser Waffe war vielleicht technisch gesehen legal, aber ihre Wirkungen sind so, dass sie sich als Propagandamittel für den Aufstand bestens eignet." Die BBC und die Mehrheit des politischen Establishments und Medienestablishments in Britannien weisen solchem Horror unweigerlich die Rolle eines die Öffentlichkeitsarbeit angehenden Problems zu, wobei sie die Zerstörung einer Stadt von der Größe der Stadt Leeds, das Töten und Verletzen zahlloser Männer, Frauen und Kinder, die Vertreibung Tausender und die Verweigerung von medizinischen Lieferungen, Nahrungsmitteln und Wasser – ein größeres Kriegsverbrechen – minimieren. Die Beweise sind umfangreich und werden von Flüchtlingen, Ärzten, Menschenrechtsgruppen und ein paar mutigen Ausländern geliefert, deren Arbeit nur im Internet erscheint. Im April letzten Jahres sammelte Jo Wilding, eine junge britische Jurastudentin, eine Reihe von außergewöhnlichen Augenzeugenberichten aus der Stadt. Sie sind so gut, daß ich einen ihrer Texte in einer Anthologie des besten investigativen Journalismus aufgenommen habe. Ihr Film, "Ein Brief an den Premierminister", der in Fallujah mit Julia Guest gedreht wurde, ist im britischen Fernsehen nicht gezeigt worden. Außerdem beschrieb Dahr Jamail, ein unabhängiger libanesisch-amerikanischer Journalist, der einige der besten Reportagen von der Front produziert hat, die ich je gelesen habe, all die "Dinge", die von der BBC nicht "gesehen" wurden. Seine Interviews mit Ärzten, Beamten aus der Region und Familien sind im Internet, zusammen mit der Arbeit derjenigen, die den weit verbreiteten Gebrauch von Sprengköpfen mit Uraniumspitzen aufgedeckt haben, eine weitere Waffe, die verboten ist, und sogenannte Clusterbomben, von denen Campbell sagen würde, sie seien "technisch legal" (eine Clusterbombe ist die Bezeichnung für eine Vielzahl von kleineren Bomben, die durch Auslösen eines einzigen Bombenkopfs oder Behälters abgeworfen werden; Anm. d. Üb.). Sehen Sie sich mal diese Webseiten an:
http://www.dahrjamailiraq.com Es gibt noch viele andere.
"Jedes Wort", schrieb Jean-Paul Sartre,
"hat ein Echo. Jedes Schweigen auch". |
|
... |
=== Zurück zur Übersicht ===