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   Kyborg, Eulenspiegel
   
Von Manfred Ach

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      Der kybernetische Organismus (Kyborg) tut alles, was man ihm sagt, unter der Voraussetzung, daß man ihm das Richtige sagt. Sagt man ihm das Falsche, tut er ebenfalls das Richtige, nämlich nichts. Die Mitglieder der Eulenspiegelgesellschaft, Verehrer ihres Meisters, tun alles, was man ihnen sagt, tun also das Falsche, unter der Voraussetzung, daß man ihnen das Richtige sagt. Sagt man ihnen das Falsche, tun sie das Richtige, nämlich das Falsche.

Ein Kyborg will seinen Partner zufriedenstellen, indem er das tut, was dieser will. Ein Eulenspiegel will seinen Partner reizen, das zu tun, was dieser nicht will; erkennt dieser aber, daß er nun gerade das tut, was der Eulenspiegel will, wird er noch gereizter und setzt das, was er eigentlich nicht will, mit triumphierender Verbissenheit fort, weil er weiß, daß er damit den Eulenspiegel zum Mitspielen zwingen kann. So ist er dem Eulenspiegel überlegen, aber nur, solange es dem Eulenspiegel gefällt. Letztlich ist Eulenspiegels Partner immer der Betrogene, es sei denn, es handelt sich bei ihm um einen Kyborg.
Sich mit einem Kyborg einlassen? "Ich denke gar nicht daran", sagt der Eulenspiegel. Aber das ist natürlich gelogen, und damit beginnt das Spiel.

 


Literaturhinweis:
Manfred Ach: "Hallo Wien" - Begegnungen.
München: Edition Ludwig im Tale.

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