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"Quel Souffle De Chaleur
..."
Jean Luc Bolliard
Marcels Blick strich in der
Schwere der Schwüle über die Haut dieses Vietnamesen, der in der Zartgestalt
seines Lächelns den Kopf eines Fisches im Blut der Kiemen über das Holz
schlug. Der Schlag dieses Totschlägers schloß die Augen dieser Goldbrasse
und der Tod dieses Fisches in den Händen dieses Vietnamesen schürte im
Lidschatten dieses Augenblicks das Gefühl Sehnsucht
...
Der Fischmarkt war im
Treiben der Menschen so ganz und gar Begehr und verlor sich im Geschrei der
Marktschreier in einem Tausendstimmigen Choral ...
Das Lachen der Fischer im Schlagen der Totschläger. Das Schlachten der
Messer in der Ausweidung der Eingeweide. Das Hecheln der Hunde im Durst Blut
und das Surren der Fleischfliegen im Gedärm der Kadaver.
Es war Mittag. Die Stadt
Ho-Chi-Minh stand im Dunstkreis der Sonne und im Schwelen der Hitze kein
Hauch Wind. Im Staub der Straße lag ein Kind.
Tot.
Und ein Militär sprach
...
Ne touchez pas cet enfant.
Ne touchez pas cet enfant.
Ne touchez pas cet enfant.
Parce que cet enfant c’est
pour la poubelle.
La poubelle.
La poubelle.
Marcel gab diesem
Vietnamesen Geld. Dann verschwand Marcel in der Begleitung des Vietnamesen
im Labyrinth Stadt Ho-Chi-Minh ...
Ton That Dam
Nguyen Hue
Mac Thi Buoi
Dong Du
Don Dat
Hai Ba Trung
Ly Tu Trong
La Thanh Ton
Nguyen Du
Phung Khac Khoan
Nguyen Thi Minh
Nam Ky Khoi Nghia
Huyen Tran Cong Chua
Thu Khoa Huan
Le Than Ton
Pham Hong Thai
Le Lai
Pham Ngu Lao
Tran Huong Dao
Nguyen Thai Hoc
Ben Chuong Duong
Marcel ging mit dem
Vietnamesen in das Hotel Chuong Duong.
Das Zimmer lag im Schwindel der Höhe am Ende des Korridors und schien in
diesem Abseits Welt so ganz und gar Traumgebälk ...
Im Saum von Perlmutterknöpfen das Glas eines Spiegels in der Spiegelung
dieses Spiegelkabinetts. Die Wand im Bild der Tapete ein Meer in der Weite
des Wassers. Schiffe. Segel ... Das Leinen der Segel
so wie Leichentücher am Horizont der Flug der Asche vom Feuer eines Vulkans.
Berge. Inseln. Wolken. Schemen. Der Duft Jasmin von den Jasminblüten auf dem
Porzellan des Lavoirs. Seifen. Salben. Puder. Und Kautschuk. Auf der Seide
der Bettdecke dieser Schlafstatt das Ledergeflecht einer Lederpeitsche mit
dem Knauf aus Elfenbein in der Gestalt eines Fischkopfes. Der Anblick dieser
Lederpeitsche beschwor im Antlitz des Vietnamesen Verstörung. Angst.
Schweigen.
Marcels Frage brach die
Stille ... Der Name des Vietnamesen war La Tong. Ein
Kind. Ein Greis.
Ein Krüppel.
La Tong schnallte sich den
Holzstumpf vom Rumpf und La Tongs Entblößung La Tongs Körper ließ Marcel im
Pulsschlag seines Begehrens ... Marcel faßte nach La
Tongs Fleisch.
La Tongs Schildblatt La
Tongs Schultern.
La Tongs Schenkeln.
La Tongs Fesseln.
La Tongs Geschlecht im
Abszeß
La Tongs Gemächt.
La Tongs Stöhnen.
La Tongs Röcheln.
La Tongs Atem im Geruch
Tang.
La Tong.
La Tong.
La Tong.
Das
Licht der Morgensonne fiel in das Glas dieses Spiegels mit dem Saum der
Perlmutterknöpfe und das Geschrei der Marktschreier
vom Fischmarkt verlor sich im Dunstkreis der Stadt Ho-Chi-Minh.
Marcels Blick strich in der Schwere der Schwüle über La Tongs Haut, der in
der Zartgestalt seines Lächelns den Kopf eines Fisches im Blut der Kiemen
über das Holz schlug. Der Schlag dieses Totschlägers schloß die Augen dieser
Goldbrasse und der Tod dieses Fisches in den Händen dieses Vietnamesen
schürte im Lidschatten dieses Augenblicks das Gefühl Sehnsucht
...
Marcel gab dem Vietnamesen
Geld und zog mit der Goldbrasse im Sack zum Stand der
Perlmutterstickerinnen.
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