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Vasile V. Poenaru


Donauschwäbisches Schicksal zwischen Ost und West
Adalbert Karl Gauß, der Vater des Salzburger Schriftstellers Karl-Markus Gauß, wurde 1912 im ungarischen Bácspalánka geboren und kam Ende 1945 nach Österreich. Als zugewanderter Salzburger setzte er sich intensiv mit seiner donauschwäbischen Herkunft auseinander, etwa mit den bis heute aktuellen Fragestellungen rund um das "Schicksal der Restgruppen deutschsprachigen Insel-Volkstums in Südosteuropa nach den katastrophalen Erschütterungen zwischen 1933 und 1945". Inwiefern konnte man anno 1959 vom Standpunkt Salzburg aus über Themen wie Identität und Heimat sprechen? Gauß geht diesen Fragen über die Seitenwege der Selbsterkundung nach. (07. 10. 2016)

 

Irina Wolf

Albträume und Parallelwelten

Einer der aktuell meistgelesenen ungarischen Schriftsteller ist György Dragomán. Weltweit bekannt wurde er durch Der weiße König, ein Buch, das ab 2005 in mehr als dreißig Ländern erschienen ist. Auch in seinem neuesten Werk Der Scheiterhaufen widmet sich der 1973 in Siebenbürgen geborene und 1988 nach Ungarn ausgewanderte Erfolgsautor wieder seinem Geburtsland und bricht gemeinsam mit seiner dreizehnjährigen Heldin Emma in ein nach der Wende traumatisiertes, emotional verwüstetes Rumänien auf. (26. 07. 2016)

 

Vasile V. Poenaru

Auf den Zeitbogen geritzt

Wir peitschen auf das tote Pferd der Germanistik los, was das Zeug hält. Professoren und Studenten stehen in Reih und Glied vor der laufenden Kamera und sind sich dessen einig, dass Celan, unser Celan, unser Busenfreund, ein großer Schriftsteller war. Einer von uns. Einer, der uns aus der Seele gesprochen hat. Einer, der’s immer noch tut. Ich und du, Celans Kuh. Das Wandern ist des Müllers Lust ...
(01. 06. 2016)

 

Irina Wolf

Im Osten viel Neues

Drei neue Bücher bieten fundierte Einblicke in die aktuellen Trends und Themen der rumänischen und osteuropäischen Tanz- und Theaterszene.
(28. 01. 2016)

 

Vasile V. Poenaru

Kritik der reinen Schreibkraft

Siebenundzwanzig Ausgaben ist das Grazer Feuilletonmagazin schreibkraft nun alt, von letzten Weisheiten will die "langsamste Redaktion der Welt" indes nichts wissen, bietet doch das aktuelle Heft ("zweifelhaft") den exakten Gegenentwurf für allzu schnelle Gewissheiten. Das Prinzip der Infragestellung reicht dabei laut Herausgeber Werner Schandor von "zweifelnder Selbstsuche über unangebrachtes Misstrauen bis hin zu den philosophischen Kniffen des gehobenen Zweifelns". (30. 06. 2015)

 

Vasile V. Poenaru

Zeitgemäß kontrastive Betrachtungen
Spionage und Gemütlichkeit. Schmäh- und Schleichkultur. Agentenhochburg Wien. In zwei neu erschienenen Büchern geben der Wiener Journalist Emil Bobi und der ehemalige Westeuropa-Spionagechef des rumänischen Geheimdienstes, Cornel Nemetzi, Einblick in eine Welt der Kontraste, in ein fernes, nahes Reich lichterloher Aufdeckungen und allerdunkelster Schweigsamkeit. (02. 04. 2015)

 

Vasile V. Poenaru

Einer von uns
Elftausend Bücher zu Hause haben, das ist nicht jedermanns Sache. Aber dieser Mensch lebt erwiesenermaßen von Büchern, in Büchern, über Büchern, unter Büchern (allein die Fackel-Edition wiegt 35 Kilo, nicht einmal bei Familie Feuerstein waren die Schreibsteine schwerwiegender), ja seine Wohnung besteht fast ausschließlich aus Büchern. Und die Bücher leben in ihm. Und er lebt für uns: Der Salzburger Schriftsteller Karl-Markus Gauß feierte heuer seinen 60. Geburtstag.
(30. 11. 2014)

 

Vasile V. Poenaru

Der Mann im Griensteidl
Ein Denkmal zu Ehren des fleißigsten Österreichers in Rumänien errichten? Dazu reicht der Marmor nicht. Doch mal kurz das Profil eines Wiener Kulturmenschen (und Deutschlehrers) ausschneiden, der sich auch in Bukarest die Füße zertreten hat und an dessen Gemüt immer noch ein Haufen rumänisches Deutschtum klebt? Das kriegen wir mit einem tüchtigen Stück Zeitungspapier hin. Und mit Germanistik ... (31. 10. 2014)

 

Vasile V. Poenaru

Rumäniendeutsche Literatur inside and out
Die Germanisten Ioana Crăciun, George Guţu, Sissel Lægreid und Peter Motzan machen’s einem nicht leicht: Der von ihnen 2012 im Münchener IKGS Verlag herausgegebene wissenschaftliche Sammelband setzt interkulturelle Akzente und beleuchtet den "Gegenstand" Rumäniendeutsche Literatur aus vielen Richtungen heraus. Durch das Zusammenspiel deutscher, norwegischer und rumänischer Ansätze, Arbeitsweisen, Gedankenwelten und Mentalitäten wird dabei ein facettenreicher, wiewohl bisweilen etwas umständlich und zum Teil schon eher narrativ-inventarisierend geratener Dialog gewährleistet. (24. 09. 2014)

 

Kristina Werndl

Heinrich Steinfest: Der Allesforscher
In seinem jüngsten Roman erweist sich Heinrich Steinfest neuerlich als Meister der überraschenden Plot- und Figurenentwicklung. Rund um seinen jungen Helden Sixten Braun erschafft der Autor einen Schwarm an faszinierenden Gestalten. Atmosphärisch zu spüren ist dabei eine nicht religiöse, eher schon pantheistisch anmutende Humanität, die sich vorrangig aus der Wertschätzung der Einmaligkeit der Menschenwesen und ihrer vielgestaltigen Bindungen ergibt. Das färbt ab, öffnet Herz und Hirn des Lesers für die verborgene Poesie der Welt.
(26. 08. 2014)

 

Vasile V. Poenaru

Ein Viertelzentner schreibkraft
Bereits seit fünfzehn Jahren wird der Puls des österreichischen Feuilletons auch an einem Grazer Magazin gemessen, das inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Denn wer Forum Stadtpark sagt, muss nicht nur "manuskripte", sondern auch "schreibkraft" sagen, nun bereits zum sechsundzwanzigsten Mal. Zu den Beiträgern zählen bemerkenswerte Persönlichkeiten, darunter Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Paulus Hochgatterer, Wolfgang Pollanz, Franz Schuh, Michael Helming und Werner Schwab. (11. 04. 2014)

 

Vasile V. Poenaru

Sprachliches, Allzusprachliches
Klangvoll und mehrdeutig ist er, manchmal schön und nicht selten auch bedrohlich. Die Rede ist vom "Aufbruch". Ihn stellt Karl-Markus Gauß ins Zentrum seines vorletzten Heftes von Literatur und Kritik, als Generalthema ebenso wie als Frage, vor- und aufgegeben einer hochkarätigen österreichischen AutorInnenriege: Anna Kim, Wolfgang Hermann, Andrea Grill, Klemens Renoldner und Karin Peschka. (06. 02. 2014)

 

Vasile V. Poenaru

Hinter den Wäldern eine andere Welt
Vor zwanzig Jahren gründete George Guţu, Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, seine "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens". Zehn Jahre später rief er schließlich das germanistische Jahrbuch "transcarpathica" ins Leben, ein vom Exzellenzzentrum Paul Celan der Universität Bukarest und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst mitgetragenes Projekt, das dem Fach Germanistik (nicht nur) in Rumänien neue Impulse verleihen will.
(20. 9. 2013)

 

Irina Wolf

Menschen ohne Gedächtnis
Als kritischer Geist und "verbotene Dichterin" war Ana Blandiana schon in der Zeit des Kommunismus ihren Lesern ein Begriff. Auch heute ist sie eine Stimme, die nicht schweigt, wenn es um Freiheit und Solidarität und die Grundwerte der Demokratie  geht. Zu ihrem siebzigsten Geburtstag beleuchtet eine Sammlung von Essays das überaus facettenreiche Werk einer der profiliertesten rumänischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.
(12. 11. 2012)

 

Tina Karolina Stauner

Himmelsrichtung: unbestimmt
In der Reihe Lyrik Kabinett München ist im heurigen Frühjahr der Gedichtband "Scheunen im Gelände" von Jürgen Becker erschienen. Er dokumentiert autobiografisch Gefärbtes des 80-jährigen Becker, der über 40-jährige Erfahrung im Umgang mit Lyrik hat. inspiriert und ergänzt werden die Gedichte durch Collagen von Rango Bohne, Beckers Ehefrau. (15. 10. 2012)

 

Reinhard Winkler

Einströmendes Unendlichkeitsgefühl

Der Oberösterreicher Walter Pilar ist vom Salzkammergut nach Südböhmen, Litauen und Kreta aufgebrochen: Herausgekommen sind ein Buch voll langer Taxi- und Zugfahrten, Zeitsprünge hinter und vor den eisernen Vorhang, ein Gefängnisaufenthalt, erste oder wiederaufgenommene Kontakte, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und schließlich die Heimkehr ins immer wieder "zwangsnormale Österreich".
(18. 08. 2012)

 

Vasile V. Poenaru

Sprachlos am Nil

Als Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Kairo überleben: Wie schafft man das? Indem man mit Büchners Woyzeck eine Zulage bekommt – Als Belohnung dafür, dass man gehorsam ist, dass man alles mit sich machen lässt, dass man vorschriftsgemäß wahnsinnig wird, sich brav dem System fügt?
(30. 06. 2012)

 

Interview mit Uwe Tellkamp

"Ich weiß, dass es büffelgroße Schmetterlinge gibt"

Bachmann-Preisträger und "Turm"-Autor Uwe Tellkamp spricht im Aurora-Interview über die Schönheit sinnträchtiger Prosa, sein Verhältnis zum deutschsprachigen Rumänien, das ihn schon immer angezogen hat, seinen unbekannten Großvater und über das "sonderbare Phänomen, dass aus einer Glasmurmel eine ganze Welt steigen kann".
(Vasile V. Poenaru, 30. 04. 2012)

 

Vasile V. Poenaru

Warum nerven Österreicher?

Der Exil-Österreicher Walter Lendl geht in seinem bei Piper erschienenen Band "Darum nerven Österreicher" aufs Ganze. Scharfsinnig, witzig und oft nüchtern schneidig entwirft Lendl ein ebenso unkonventionelles wie provokatives Kaleidoskop des Wesens der Österreicher und des Österreichischen. Willkommen im Land der Strudel, Schnitzel und eines geheimnisvollen Tiroler Grußes: "Asakalano".
(29. 02. 2012)

 

Vasile V. Poenaru

Vorstoß ins Ausklammerungsgut

Das Ausklammerungsgut ist eine mittelgroße Landstrecke jenseits der Festspielstadt Salzburg, innerhalb derer sich alles ausklammern lässt, was nicht mehr so recht ins Konzept passt. Erfunden wurde das Ausklammerungsgut von einem hartgesottenen Herausgeber, Essayisten und Sprachpolizisten, der sein Zelt Anno 1991 in der Nähe des Hauptbahnhofs aufgeschlagen hatte ... (27. 11. 2011)

 

Irina Wolf

Vergessene Inseln der Literatur

Das vom moldauischen Cartier Verlag veröffentlichte Buch Archipel ermöglicht auf über 360 Seiten einen einmaligen Einblick in die Literatur der Republik Moldau. Nicht weniger als 31 Autorinnen und Autoren verschiedener Generationen und unterschiedlicher Berufsgruppen haben an der dreisprachigen Anthologie mitgewirkt. Die von Vitalie Ciobanu ausgesuchten Schriftsteller laden auf eine literarische Reise durch die geschichtlichen Wandlungen der im östlichsten Teil Europas liegenden Republik ein. (28. 10. 2011)

 

Interview mit Wolfgang Hermann

"Zu Hause bin ich nirgends richtig"

Der mit seinen "Faustini"-Romanen einem größeren Publikum bekannt gewordene Vorarlberger Schriftsteller Wolfgang Hermann spannt im Aurora-Interview den Bogen vom Salzkammergut bis nach New York und philosophiert unter anderem über Fragen der eigenen Identität: "Wenn ich wüsste, wer ich bin, müsste ich vielleicht nicht schreiben. Weil ich es aber nicht weiß, schreibe ich." (Vasile V. Poenaru, 29. 09. 2011)

 

Tina Karolina Stauner

Liebe, Verachtung, Trotz

Das Smeds Ensemble inszeniert bei den Kammerspielen München mit "Gott ist Schönheit" (nach dem Roman Paavo Rintalas aus dem Jahr 1959) eine Hommage an den finnischen Maler Vilho Lampi, der von 1898 bis 1936 meist in Liminka lebte. Der Kälte des finnischen Winters habe er getrotzt, der Ignoranz, den Nazis und dem neuen Europa, so die Programminfo. Er malte expressiv-realistische Selbstporträts, Porträts von einfachen Leuten, Landschaften, Stillleben. (31. 07. 2011)

 

Dagmar Kostalova

Menschliches Leid und die bedrohten Heilkräfte der Natur

Der neue Lyrik- und Erzählband des in Wien lebenden Dichters und studierten Philosophen René Steininger ist ein filigranes Stück poetischer Weltbetrachtung. Das dem Band vorangestellte Motto: Der "Gewinn, irgendwo anders zu sein" zeichnet in erster Linie ihn selbst als einen im besten Sinne besessenen Wanderer aus, der auf seinen Reisen zum untrüglichen Zeitdiagnostiker wird. (29. 04. 2011)

 

Vasile V. Poenaru

Kontinent Kraus
Wenn eine österreichische Kulturzeitschrift sich in aller Breite mit einer anderen österreichischen Kulturzeitschrift auseinandersetzt, interessiert das in der Regel nur Spezialisten. Doch nicht in diesem Fall: Die beiden Herausgeber heißen Karl-Markus Gauß und Karl Kraus. (22. 02. 2011)

 

Kristina Werndl

Nagib Machfus: Die himmlische Begegnung.
Der ägyptische Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus stammte aus einer einfachen ägyptischen Beamtenfamilie. Er schrieb über die Schwächen, Marotten, Sehnsüchte und Ängste des kleinen Volkes und gilt als "Vater des Romans" im arabischen Sprachraum. Der hier vorgestellte Sammelband vereint Erzählungen aus vier Jahrzehnten. (12. 11. 2010)

 

Reinhard Winkler

Cruise America
Ein Gespräch mit dem Fotografen Godehard Erichlandwehr anlässlich seines neuen Buchs "Cruise America".
(09. 11. 2010)

 

Vasile V. Poenaru

Vergnüglich bis zur Gewinnmaximierung
Im heurigen Frühsommer erschien die österreichische Literaturzeitschrift "Literatur und Kritik" zum 222. Mal. Seit ihren Anfangstagen im Jahre 1966 versucht das mittlerweile zu einer Institution gewordene Magazin "dem Guten, dem Wahren, dem Schönen und dem Notwendigen auf dem Umweg peinlichster Hinterfragung nachzugehen", wie es unser Autor Vasile V. Poenaru ausdrückt. (01. 09. 2010)

 

Hans Durrer

Die Bilder von Abu Ghraib
Philip Gourevitch, Redakteur der Paris Review und Autor des New Yorker hat mit seinem bei Hanser erschienenen Buch "Die Geschichte von Abu Ghraib" ein erschütterndes und zutiefst verstörendes Buch vorgelegt, das das Bild einer Armee zeichnet, deren Übergriffe und Verbrechen all die Werte, für die sie angeblich kämpft, bestenfalls als zynischen Witz erscheinen lässt. Die Rechtsverletzungen waren brutal, systematisch, von höchster Stelle abgesegnet und wurden nirgendwo schriftlich festgehalten. (22. 07. 2010)

 

Kristina Werndl

Der Hölle Rache kocht in Furth
Viele Menschen in Paulus Hochgatterers fiktiver Kleinstadt Furth am See haben Grund zur Rache. Böse Dinge geschahen und geschehen dort: Kinder verschwinden, werden geschlagen, verstoßen und missbraucht. Frauen ritzen sich die Pulsadern auf und verzweifelte Jugendliche versuchen sich zu erhängen ... (09. 06. 2010)

 

Reinhard Winkler

Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken
Die Wiener Künstlerin Teresa Präauer zeichnet Vögel und schreibt Texte auf Kartons. Dann bindet sie alles zusammen auf ein Buch. In dem lässt sich blättern. Wer will, kann alles wieder auseinandernehmen und die Seiten einzeln in die Welt verschicken. Dann werden aus den Seiten Postkarten, Ansichtskarten, vielleicht sogar Briefe an ein Du. (25. 02. 2010)

 

Vasile V. Poenaru

Sprachpolizeiliche Ermittlungen
Jahrelang hat Ioana Crăciun, rumänische Stargermanistin, Autorin und Übersetzerin, sich in Rumänien, Deutschland, Österreich und den Niederlanden mit dem historischen deutschen Drama auseinandergesetzt. Herausgekommen ist eine akribisch recherchierte Monographie, in der fünf mit Bedacht gewählte Theaterstücke in einen postmodernen Dialog treten: Toller und Harrys Kopf von Tankred Dorst, Die Plebejer proben den Aufstand von Günter Grass, In Goethes Hand von Martin Walser und Hölderlin von Peter Weiss. (07. 02. 2010)

 

Irina Wolf

Feder, Geige und Dirigentenstab
Eine Wolke aus Musik schwebte im September über der rumänischen Hauptstadt. Vier Wochen lang feierten die Bukarester das Vermächtnis eines ihrer größten musikalischen Dichter: George Enescu. (08. 10. 2009)

 

René Steininger

Enzyklopädie der Melancholie
Die vergessenen Ränder der Geschichte, die Außenposten der Gesellschaft, das waren seit jeher die großen, sich stetig wiederholenden Themen im Schaffen des 2001 verstorbenen deutschen Schriftstellers W. G. Sebald. Kein anderer deutscher Autor hat in seinen Büchern die Verwüstungen der Zivilisation drastischer vorgeführt, keiner die Atmosphäre der Hysterie, in der Geschichte und Zivilisation sich entfalten, in bedrückenderen Bildern einzufangen gewusst als Sebald, der als eigenständiger Stilist literarische Gattungsgrenzen sprengte und Genres kunstvoll miteinander vermischte. (15. 09. 2009)

 

Irina Wolf

Zug des Lebens
Ihr Erstlingswerk brauchte Zeit, um zu reifen: Bereits 1983 ist Domnica Radulescu aus Rumänien in die USA geflüchtet, hat dort eine Familie gegründet und sich zu einer angesehenen Romanistin und Theaterforscherin emporgearbeitet. Ihren ersten Roman schrieb sie aber erst jetzt: "Zug nach Triest" ist die autobiographisch inspirierte Geschichte einer Frau, die sich auf einer Lebensreise quer durch alle Sphären befindet beginnend mit dem kommunistischen Rumänien, einer Flucht quer durch Europa bis nach Übersee ins Exil.
(17. 08. 2009)...

 

Vasile V. Poenaru

Handkes gutmütiges Lächeln
Was bedeutet es, von einer "österreichischen" Literatur zu sprechen? Auf welche Weise lernt man sie am ehesten kennen? Über die Seitentür deutscher Dichtung? Über das Gespenst des Multikulturalismus? Über ein Dutzend Zechlieder? Übers Wochenende? Über die Presse? Über den Kurier? Über das Gesetz der großen Zahl? Oder gar über das Gesetz einer großen Erzählung? Eines ist sicher: Um Österreichs schreibender Zunft auf den Zahn zu fühlen, muss man sich mit allen Wassern waschen.
(15. 07. 2009)

 

Marietta Böning

Blitzgescheiter Menschenkenner
Der "Realitätenvermittler" Thomas Bernhards, Karl Ignaz Hennetmair, nimmt nach dem Tod des Meisters seinen "Vermittlungsauftrag" gewaltig ernst. Bernhards Prosaschrift "Ja" ist eine Reminiszenz an den Freund. (01. 05. 2009)

 

Vasile V. Poenaru

Ein Österreicher auf Umwegen
Wie ließe sich wohl am ehesten in Erfahrung bringen, was die Welt im Innersten zusammenhält? Die Antwort darauf kann ebenso banal und irrlichternd sein wie die Fahrt, auf die sich ein Geschöpf des Vorarlberger Schriftstellers Wolfgang Hermann begibt: "Herr Faustini verreist" ist ein Roman, der seinen Protagonisten in einen kleinen Bus setzt, um an die großen Antworten zu kommen. Hier reist ein Österreicher, der überall hinfährt, aber nirgendwo richtig da ist, ein einsamer Außenseiter, der sich fremd vorkommt in seiner eigenen Haut. Vielleicht ist er deshalb auf der Reise: Um in der Fremde Ausschau nach dem Heimweg zu halten. (01. 04. 2009)

 

René Steininger

Von der Freiheit, schutzlos zu sein
Die Figuren der Marlen Haushofer sind Leidende, ihre Schreie erklingen leise, fast unhörbar. Sie ziehen sich von der Welt zurück und umgeben sich mit Mauern, mit einer Wand, weil sie verletzt worden sind. Die Wunden, die sie erlitten haben, rühren vom Gesellschaftskörper her und reichen hinein bis Privateste. Dort hinterlassen sie unauslöschliche Spuren. Diese Spuren sind sichtbar und können benannt werden, die meist weiblichen Träger jedoch bleiben anonym, die strukturelle Aggression hat beharrlich abgetragen, was an ihnen autonom war, hat sie unkenntlich gemacht. (09. 03. 2009)

 

Peter Wegenschimmel

Wachbleiben im Dunkeln
Auch wenn der Selbstmord das große Thema in Emil Ciorans Büchern ist, entschied sich der rumänischstämmige Schriftsteller persönlich doch immer gegen den Freitod. Ein Widerspruch, den ein französischer Dichterkollege mit dem gespielten Vorwurf quittierte: "Sie haben kein Recht mehr zu leben!" (08. 03. 2009).

 

Reinhard Winkler

"
Ein leider missglückter Eiffelturm"
Zwei Nürnberger auf künstlerischer Mission: Fredder Wanoth (Modellbauer) und Elmar Tannert (Autor) besuchten die Kleinstadt Wels (OÖ). In der Stadtgalerie philosophierten sie über das urbane Leben und was es bedeutet, in der Stadt zu sein. (03. 12. 2008)..

 

Kristina Werndl

Fairplay in Prishtina
Therapie am Rasen oder auf der Couch – ein österreichisches Amateurfußballteam will der leidgeplagten Bevölkerung Kosovos kickend über Kriegsgräben hinweghelfen. Ein Spiel mit ungewissem Ausgang. (12. 09. 2008)

 

Peter Hodina

Von der Weltzugewandtheit des Weltfremden: Über Ludwig Hohl
"Ob man das, was ich schreibe, Prosa, Lyrik, Epik oder Philosophie nenne, ist mir ganz gleich. Du kannst es meinetwegen nennen Isabella oder Victoria; wenn du nur etwas davon verstehst." Das ist das Schöne an Ludwig Hohls Werk: Man kann irgendwo, mit irgendetwas beginnen, man kann es aufschlagen und sich festlesen – und plötzlich innehalten. Ludwig Hohl, der bei aller äußerlichen Bescheidenheit so noble, charmante, charismatische Schweizer Dichter, hat Sätze von klassischer Prägnanz geschrieben, seine Notizen sind von weltliterarischem Rang; sie sind die kompromissloseste Gedankenprosa in der schweizerischen Literatur des 20. Jahrhunderts. (13. 08. 2008)

 

Lothar Quinkenstein

Versuch, an Gustav Regler zu erinnern
Als 1933/34 die nationalsozialistische Propaganda mit dem Slogan "Nix wie hemm" den Saarländern eine Heimkehr zur "deutschen Mutter" vorgaukelt, hat eine Gruppe Oppositioneller den Mut, vor den Berg- und Hüttenarbeitern aufzutreten und ihnen zu erklären, dass ihre Vaterlandsliebe von einer Diktatur missbraucht wird. Einer von ihnen ist Gustav Regler, einer der wenigen saarländischen Autoren, die es später auch international zu hohem Ansehen bringen. Zwischen den Veranstaltungen schreibt er an seinem Saar-Roman Im Kreuzfeuer, den er 26 Jahre später als "ein scheussliches Buch" bezeichnen wird. Ein Agitationsroman in grellen Kontrasten, geschrieben unter dem Druck, nichts als Worte zu haben, um die blinde Begeisterung für Hitler zur Vernunft zu bringen. (24. 07. 2008)

 

Reinhard Winkler
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Zündende Gemische
Was man mit Sprache alles anstellen kann. Die Oberösterreichische Schriftstellerin Adelheid Dahimène ("Indie Underground") konstruiert in ihrer Lesereihe "Experiment Literatur" einen Abend wie einen Viertaktmotor: "Ein Viertaktmotor ist ein Hubkolbenmotor, der den Kreisprozess in vier Takten bewältigt. Diese vier Takte nennt man auch Animation."
(07. 08. 2008)

 

Kristina Werndl
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Arthur Schnitzlers "Therese", gelesen von Birgit Minichmayr
Andrea Eckert, Erika Pluhar, Sophie Rois, Elke Winkens, Christiane Hörbiger usw.: In "Woman Voices", einer von der österreichischen Zeitschrift Woman lancierten Hörbuchreihe, kommen bekannte österreichische Schauspielerinnen zu Wort; Diven, Luxusweibchen und Jungstars, die sich ihr Stimmrecht am Markt bereits erkämpft haben. Ihre Konterfeis werben auf den Covers. Sie lesen verschiedene (mit einer Ausnahme) von Frauen verfasste Texte.
(20. 01. 2008)

 

Günther Stocker
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Was die moderne Literatur vom Lesen weiß
Die Anfänge der modernen Lesekultur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden von einem ausführlichen und vielgestaltigen Diskurs über das Lesen begleitet, zahlreiche lesende Heldinnen und Helden bevölkerten damals die deutschsprachige Literatur. In der modernen Mediengesellschaft befindet sich die Lesekultur erneut im Umbruch, und wieder zeigt sich die Literatur als hervorragendes Feld, um über die Kulturtechnik Lesen und ihren historischen Wandel nachzudenken.
(08. 12. 2007)

 

Karl Müller
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Die "Wahrheit" der Erinnerung Jüdische Lebensgeschichten
Jean Amérys "Örtlichkeiten" (1980), Fred Wanders "Das gute Leben. Erinnerungen" (1996) oder Anna Maria Jokls "Die Reise nach London. Wiederbegegnungen" (1999) gelten als herausragende poetisch-literarische Beispiele autobiographischer Selbstbefragung, lebensgeschichtlicher Bilanzierung und zugleich individuell-kollektiver jüdischer Gedächtnis- und Erinnerungskulturen. Die drei genannten Texte sind sprachlich-literarisch bemerkenswerte Exempel einer sehr umfangreichen jüdischen Leistung auf dem Felde von "Dichtung und Wahrheit" – aus einem inzwischen unübersehbaren gewordenen Feld von bisher etwa 600 autobiographischen Texten deutschsprachiger jüdischer SchriftstellerInnen.
(01. 07. 2007)

 

Martin M. Hainz
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Synapse und Synthese
Marietta Bönings Gedicht Seele III, das ihren ersten Gedichtband mit dem Titel raumweise eröffnet, ist eine stringente Engführung von Eros – man könnte auch sagen: Sorge – und Aggression. (01. 06. 2007)

 

Vasile V. Poenaru
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Kein Mann ohne Abfindung
Was immer ich auch an Gedrucktem zu schleppen vermag, wird schleunigst ausgeliehen. Die Library Card quietscht an allen Ecken, denn in jedem Germanisten steckt ein geborener Bücherwurm und Buchstabenmeister. Wie campusweit bekannt ist, hält mein Schreibtisch sowieso ohne Weiteres bis zu hundert Kilo aus. Dieses Mal fiel meine Wahl auf eine Rowohlt-Monographie über Robert Musil. (01. 05. 2007)

 

Karl Müller
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Vier Leben in einem: Hans Schneider/Hans Schwerte
"'Nein, in die SS wäre ich sicher nicht eingetreten', sagte ich in einer Seminarpause zu Hans Schneider, dem neuen Honorarprofessor an der Salzburger Universität, als dieser auf unerhörte Weise reagierte. Er fuhr plötzlich seinen Zeigefinger auf mich aus und rief hoch erregt aus: 'Das, Herr Dr. Müller, sollten Sie nicht sagen! Wie können Sie das sagen!' Wie hätte ich ahnen können, dass ich Schwertes Lebensthema, seinen bis dahin nicht aufgedeckten Namenswechsel des Jahres 1945 von Hans Schneider zu Hans Schwerte, vielleicht sein Lebenstrauma gestreift hatte."
(01. 04. 2007)

 

Walter Wagner
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Lauschen, Schauen, Träumen
Der Fabrikantensohn und Harvard-Absolvent Henry David Thoreau zieht im Jahre 1845 in eine von ihm selbst erbaute Hütte in den Wäldern von Massachusetts, um zwei Jahre in Einsamkeit zu verbringen. Die Aufzeichnungen seines Experiments erscheinen später unter dem Titel "Walden". Gandhi, Martin Luther King und so mancher Pazifist haben aus diesem Text Kampfgeist und Ermutigung geschöpft.
(01. 03. 2007)

 

Kristina Werndl
...

Die Eiskönigin und Wolfgang Schäuble
Ein Kurzbesuch bei Berliner Literaturagenten
Das grelle Licht des Internets scheuen sie wie Fledermäuse den Tag. Ihr oberstes Prinzip ist die Diskretion, ihre Chiffre das &-Zeichen. Für literarische Agenturen gilt: je unsichtbarer, desto besser. (01. 03. 2007)

 

Markus Köhle
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Beglückend, verstörend und herrlich irre
Markus Köhle begibt sich auf die Suche nach den Kultbüchern von morgen, als da (vielleicht) wären: Urs Mannhart. Die Anomalie des geomagnetischen Feldes südöstlich von Domodossola. Oder: Volker Strübing. Das Paradies am Rande der Stadt. ("Finden sie nicht auch, dass das Universum ein ganz klein wenig nach Senf duftet? Darum: Marilpen").  Und schließlich: Lou A. Probsthayn. Der Benutzer.  (01. 02. 2007)

 

Interview mit Christian Steinbacher
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"Ich jongliere mit Partikelchen"
"
Wenn eine Teekanne oben und unten offen ist, und ich will mir Tee kochen, ist die Teekanne sinnlos. Wenn ich mir aber gar keinen Tee mit dieser Kanne kochen will, dann kann eine solche Teekanne sehr sinnträchtig sein. Der zweckfreie Raum birgt mehr Möglichkeiten zur Sinngebung. Die Leute machen sich verrückt, weil sie immer Sinn und Zweck kurzschließen. Das verhindert den Mehrwert an Sinn. In der Kunst gehen wir aus dem Zweck raus." Das Interview führte Reinhard Winkler. (01. 02. 2007)

 

Reinhard Winkler
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Christoph Ransmayr: Der fliegende Berg
I
n seinem neuesten Buch "Der fliegende Berg" erzählt Christoph Ransmayr über essentielle Dinge: Liebe, Tod und die gnadenlose Schönheit der Welt an Orten, die sich der Mensch nur deshalb noch nicht Untertan gemacht hat, weil die Luft dort oben am Himalaya dafür zu dünn ist.
(01. 12. 2006)

 

Franz Wagner
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Schrecken ohne Ende

Christoph Ransmayrs dritter Roman "Morbus Kitahara" beschreibt eine verfallende Welt am Ende eines grausamen Krieges, in der Sieger und Besiegte immer tiefer in eine Spirale aus Vergeltung, Hass und Abstumpfung geraten. Liebe, Vernunft, Hoffnung und Mut existieren nicht mehr. Der Stillstand, der die Menschen befällt, ist ein Zeichen der Ausweglosigkeit. Keiner entkommt seinem Schicksal. Wer einmal im "Steinernen Meer" leben musste, den lässt es nicht mehr los.
(01. 12. 2006)

 

Reinhard Winkler
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Künstlervereinigung Maerz
Z
wei Autoren und zwei Autorinnen lasen in der Künstlervereinigung Maerz. Mit "allen nicht möglichen" war das Thema vorgegeben wie ein frommer Wunsch zur Korrespondenz, der gar nicht erst auf seine Erfüllung hofft. Es folgten vier Lesungen, die aufzeigten, dass Bedeutungen nichts weiter als vorgegaukelte Tatsachen sind.
(01. 12. 2006)

 

Reinhard Winkler
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Carla Bley
"Als ich vor 50 Jahren meinen ersten Job als Barpianistin in Montery hatte, spielte ich die traditionellen Jazz-Standards. Manchmal hatte das Publikum spezielle Wünsche, aber es war mir nicht möglich, Nummern zu spielen, die ich nicht mochte. Somit war das mein letzter Job als Barpianistin." (Carla Bley)
(03. 11. 2006)

 

Kristina Werndl
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Im Supermarkt des Wissens
Die Bibliotheken an Österreichs öffentlichen Universitäten sind noch Lichtjahre von den Service-Leistungen englischer oder amerikanischer Universitäten entfernt. Mit ihren knappen Benutzerzeiten diskriminieren sie indirekt jene Studierenden, die einem Job innerhalb der Normarbeitszeiten nachgehen. (26. 10. 2006)

 

Norbert Trawöger
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"Kultur und Kunst kann so aufregend sein!
"
Franz Welser-Möst
im Interview:
Der Welser Stardirigent Franz Welser-Möst war im September mit seinem Cleveland-Orchester (USA) auf Europatournee. Möst und sein Orchester hatten beim Linzer Brucknerfest eine erfolgreiche dreitägige Orchesterresidenz. Das Gespräch fand nach der Tour in Linz statt. (25. 10. 2006)

 

Reinhard Winkler
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Brecht im Kofferraum
N
ach Stifter, Joyce und Mozart hat sich Kurt Palm nun mit Bert Brecht eine weiteren großen Künstler vorgeknöpft. Spätestens jetzt ist klar, dass der unkonventionelle Umgang des selbsternannten Volksbildners mit den alten Meistern und ihren Werken Methode hat.
(23. 10. 2006)

 

Kristina Werndl
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Von irren Ärzten und Kindern
Paulus Hochgatterer: "Die Süße des Lebens": Witzig, unprätentiös und frech wie gewohnt ist Paulus Hochgatterers neuer Roman. Aber auch dunkler, verstörender und komplexer. Ein Whodunit mit faszinierenden Charakteren, dessen Spannungsenergie nach Buchende nicht aufgebraucht ist.
(23. 09. 2006)

 

Vasile V. Poenaru
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Karl Markus Gauß: "Wirtshausgespräche in der Erweiterungszone"
Tief in die oft divergierenden Mentalitäten der neuesten Europäer wagt sich Karl Markus Gauß, der Salzburger Kultur-Scout hinein, um der Integration auf die Zähne zu fühlen. Er ist nicht immer optimistisch aufgelegt, doch einfach in die Rolle des EU-Skeptikers zu schlüpfen, das wäre ihm zu viel – oder eben doch zu wenig.
(18. 09. 2006)

 

Karl Müller
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Hermann Nitsch in Rauris
Bereits seit 1985 tritt die Amt
skirche gegen Nitschs "inhumane, destruktive Kunst" auf, die gezielt religiöse Symbole missbrauche und vermarkte. Das sei ein "schwerwiegender Angriff auf die Gottesverehrung und die Menschenwürde". Nitschs Konter: "Ich verwende in meinen Aktionen Kultgegenstände von allen Religionen – aber dies keineswegs in herablassender Art. Meine Aktionen sind keine Entsublimierung alter 'frevlerischer' oder 'heidnischer' Kulte, mir geht es einzig und allein um Aufdeckung, Bewusstmachung und Sublimierung des Triebhaften – also letztlich um ein tiefes, begeistertes Ja zum Leben."
(15. 09. 2006)

 

Hans Durrer
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Ein großer Journalist
Ernst Müller-Meiningen jr. arbeitete von 1946 bis 1979 in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung. In mehr als 4000 Leitartikeln, Glossen und Kommentaren setzte er sich für einen humanen und liberalen Rechtsstaat ein.
(01. 08. 2006)

 

Vasile V. Poenaru
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Handke-Dimension des Schreibbaren

Peter Handke ist zu vehement, als dass man ihn heute noch wirklich so ohne Vorbehalt mögen könnte. Er ist in seiner Polemik, er ist in seinen Feststellungen, in der Beweisführung und in den Standortbestimmungen rund um "seine" Serben viel zu weit  gegangen. Er hat zu offen gesprochen. Er hat zu unüberlegt gesprochen. So geht das Gerücht.
(27. 07. 2006)

 

Kristina Werndl
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Odysseus über den Wolken
Mit dem Polit-Thriller "Opernball" landete Josef Haslinger 1995 einen spektakulären Erfolg, drei Jahre später wurde das Buch fürs Fernsehen verfilmt. In "Zugvögel" nimmt der gebürtige Niederösterreicher, der am Deutschen Literaturinstitut Leipzig unterrichtet, den Leser mit in die Kirschbaumkronen der österreichischen Provinz und die sonnenfreien Darmwindungen von New Yorks Metro.
(28. 06. 2006)

 

Hans Durrer
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Inszenierte Wirklichkeiten
Michael Moore, schrieb Geoffrey O’Brien in der New York Review of Books, mache weniger Dokumentarfilme als Filme mit Dokumenten, und manch einer wird sich da fragen, wo denn dabei der Unterschied liege.
(27. 06. 2006)

 

Nina Michael
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Lemminkainen und seine Mutter
Eine Studie des finnischen Nationalepos Kalevala: Die Kalevala ist ein von Elias Lönnrot im 19. Jahrhundert auf Grundlage der mündlich überlieferten finnischen Volksdichtung zusammengestelltes Epos. Es gilt als das finnische Nationalepos und zählt zu den wichtigsten literarischen Werken in finnischer Sprache.
(20. 05. 2006)

 

Bernhard Flieher
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Kreisen um den Fels
Wenn alles gesagt ist, wenn jedes Wort gedreht und gewendet und gedeutet ist, wenn jeder Stein, auf den der Betrachtete getreten war, gehoben und darunter biografische Details entdeckt worden sind, dann bleibt nur noch die persönliche Erinnerung, um sich einem Monolith wie dem irischen Schriftsteller Samuel Beckett anzunähern.
(28. 04. 2006)

 

Kristina Werndl
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Oksana Sabuschko: Feldstudien über ukrainischen Sex
Schlachtfeld Paarbeziehung: ein wirrer Kultroman aus der Ukraine mit bedenklichen Tendenzen.
(26. 04. 2006)

 

Kristina Werndl
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Egyd Gstättner: Das Mädchen im See
Dieses Buch über die Qualen des Nichtrauchens ist besser als jede Raucherausstiegshilfe: Zwar kuriert es nicht die Lust am blauen Dunst, sondern steigert sie – aber so lustig wie Egyd Gstättners Leidensmanifest ist garantiert kein im Laden erhältlicher Ratgeber. Kein Plädoyer fürs Rauchen – aber eines fürs Lesen.
(30. 03. 2006)

 

Vasile V. Poenaru
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Ein demokratischer Señor aus der Schweiz
Ein hochgradiges Ergründungsvermögen und die Achtung für seine Mitmenschen haben Hugo Loetscher dazu veranlasst, poetische Bilder in den Raum zu stellen, die wie kulturtheoretische Abhandlungen anmuten, ohne dabei Distanz und Kälte zu verströmen. Seine Dichtungen sind wohlrecherchierte und vielfach reflektierte kritische Analysen: mit Witz und Herz niedergeschrieben. (28. 03. 2006)

 

Bernhard Flieher
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Und ich müsste ganz woanders sein

Der Berliner Liedermacher Funny van Dannen beschreibt herrlich banal, wie Deutschland ist.
(26. 01. 2006)

 

Hans Durrer
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Fotos, Labels, Wahrnehmung und Realität

Bilder, auf denen nicht zu erkennen ist, ob sie die Wirklichkeit darstellen oder nur gestellt sind, müssen erklärt werden. In der Praxis bedeutet das, dass eine "credit line" (die darüber Auskunft gibt, wer das Bild gemacht hat) je nachdem "Fotografische Darstellung von" oder "Fotografische Illustration von" oder eben "Foto von", lauten muss und damit dem Betrachter verstehen hilft, was er vor Augen hat.
(23. 01. 2006)

 

Vasile V. Poenaru
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Österreichs Visitenkarte à la Salzburg
"Literatur und Kritik" auf zwanzigtausend Seiten:
Vierzig Jahre nach ihrer Gründung erscheint Österreichs traditionsreiche Literaturzeitschrift mit einer Auswahl von Beiträgen aus den ersten fünfundzwanzig Jahren ihres Bestehens, um wieder einmal das schreibende Österreich zu beleuchten: von H.G. Adler bis O.P. Zier.
(22. 01. 2006)

 

Kristina Werndl
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"
Man bekommt spontan Lust zu pöbeln
"

Aurora-Interview mit Kathrin Röggla: Kathrin
Rögglas Verhältnis zu Österreich, ihr Dichtungsverständnis, ihre Themen, ihr Arbeitsprozess und ihre Ansicht über DichterInnen als öffentlich wirkende Intellektuelle.
(23. 12. 2005)

 

Hans Durrer
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Why not?
Über den 'White Lotus'-Verleger Diethard Ande.
(21. 12. 2005)

 

Vasile V. Poenaru
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Die Spur zurück
Peter Handkes
Don Juan: Die meisten Rezensenten scheinen eher über jenen Don Juan zu schreiben, den sie sich vorstellen, nicht über den, der sich ihnen vorstellt, wobei sie freilich in erster Linie über sich selbst schreiben, was vielleicht eine geheime Rache Handkes ist.
(18. 12. 2005)

 

Bernhard Flieher
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Der Himmel fiel
Eine traurige Geschichte vom Ende des Widerstands: Asterix in Gefahr, der 33. Band der legendären Serie, enttäuscht mit plattem Witz und Ideenlosigkeit.
(16. 11. 2005)

 

Kristina Werndl
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Vater, komm, erzähl vom Krieg
Hans Weiss beweist aufs Neue, dass große Themen noch keine großen Bücher machen.
(14. 10. 2005)

 

Thomas Sukopp
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Good bye, Feyerabend
Paul K.
Feyerabend war ein Meister der Ironie und Selbstironie. Er war außerdem widersprüchlich bis zur Selbstzerrissenheit, ein faules Arbeitstier, ein von Tätigkeit erfüllter, leergepumpter Gelangweilter, ein impotenter Frauenschwarm, der seine Frauen inklusive vierer Ehefrauen, denen er sehr oft treu war, nicht nur mit Worten verwöhnte.
(19. 08. 2005)

 

Bernhard Flieher
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Schniff und Schluchz

J
ammer! Oh Ungemach! Erika Fuchs ist tot. Für Schluchz bleibt wenig Zeit. Die alten Hefte von Donald & Co. müssen vom Dachboden geholt werden.
(25. 05. 2005)

 

Hans Durrer
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Die Medien für die Massen

Hat eine Regierung die Mehrheit, hat sie in der Regel auch die Medien auf ihrer Seite die Massenmedien. Dass letztere damit auch dem Massengeschmack zu entsprechen haben, ist logisch, aber nicht unbedingt schlecht. Nur hat das nichts, aber auch gar nichts mit dem Selbstverständnis zumindest einiger weniger Medien zu tun, die sich in erster Linie als demokratische Kontrollinstanz, das heißt, als "Vierte Gewalt" verstehen.
(28. 03. 2005)

 

Vasile V. Poenaru
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traum von der rauchenden stadt
Eine CD von Wolfgang Hermann und Peter Madsen: Das Wort von Wolfgang Hermann (Autor) und der Ton von Peter Madsen (Musiker) wurden in eine CD eingespielt. Jetzt sind sie ein kleines Kulturding, das man sich aneignen kann, das man bewundern oder verwerfen kann: eine drohende "niemandsstimme" im Ohr.
(24. 03. 2005)

 

Bernhard Flieher
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Wahrheit im Rausch zwischen Fiktion und Fakten

Hunter S. Thompson, harter Journalist, unbarmherziger Schriftsteller und immer in Abgründe blickend, starb am 21. Februar 2005.
(26. 02. 2005)

 

Hans Durrer
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Was wir über die Welt wissen

W
as wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien. Niklas Luhmann hat das geschrieben, 1995 war das. Es gilt immer noch, ja es gilt immer mehr.
(20. 02. 2005)

 

Hans Durrer
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Medienwelten

E
s ist eine Binsenwahrheit und uns trotzdem (oder deswegen?) nicht bewusst: die Ereignisse haben sich den Medien anzupassen. Und sie tun es auch – keiner, der sich in der Gegenwart von Medienleuten (und speziell einer Kamera) nicht bemühen würde, sich von seiner vorteilhaftesten Seite zu zeigen.
(03. 01. 2005)

 

Peter Hodina
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Offener Brief an Peter Sichrovsky

Sehr geehrter Herr Sichrovsky, vor nicht ganz einer Woche habe ich an Sie einen Brief geschrieben, der leider etwas ausgeufert ist. Das Wort "Brief" kommt ja bekanntlich von lateinisch "brevis" = "kurz", und lange Briefe könnten durchaus als Zumutung empfunden werden. Angeregt worden war dieser lange Brief durch die Lektüre Ihres vor Jahren erschienenen Buches 'Seelentraining', das mir, wie Sie sehen werden, außerordentlich gut gefallen hat.
(08. 11. 2004)

 

Raymond Zoller
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Vom rechten und unrechten Schreiben
Nun soll sie also wieder rückgängig gemacht werden, die vielbeschworene Rechtschreibereform; wirr und chaotisch soll sie enden, wie sie begonnen, das geschaffene Chaos weiter vergrößernd.
(26. 09. 2004)

 

Vasile V. Poenaru
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Transcarpathica
In dem von der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst ins Leben gerufenen rumänischen Jahrbuch für Germanistik geht es fast vierhundert Seiten kreuz und quer durch die karpatische und transkarpatische Kulturlandschaft, oder allgemeiner: von Bukarest bis Temeswar und Jassy, von Budapest bis Wien, von Göteburg bis Cairo.
(13. 06. 2004)

 

Kristina Werndl
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Der Sendeauftrag der EU - Eine Anregung

In der öffentlichen Diskussion dominieren die herrschenden Missstände in der EU. Es gilt aber auch die andere Seite der Medaille aufzudecken.
(13. 04. 2004)

 

Vasile V. Poenaru
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Die sterbenden Europäer
Der Salzburger Kulturpublizist Karl-Markus Gauß ist ein alter Kämpfer gegen Verblödung, Ignoranz und Vorurteile. Wie die von ihm besuchten Völkergruppen ist sein Diskurs über deren Schicksal höchst differenziert. Trotz schlagfertiger Analysen und umfassender, oft erstaunlich unkonventioneller Gedankenzüge wirken seine Betrachtungen und Erwägungen nicht etwa polemisch, sondern eher gelassen, ja manchmal geradezu gutmütig.
(17. 03. 2004)

 

Vasile V. Poenaru
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Japan österreichisch?
Über Wolfgang Hermanns "Japanisches Fährtenbuch":
Als Lektor an der Sophia-Universität in Tokyo hat der Wolfgang Hermann Japan kennengelernt. Als Lektor seines Buches steht es jedem frei, die weite Fahrt mit anzutreten, die in ein Land führt, das wir nicht kennen.
(03. 02. 2004)

 

Kristina Werndl
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Was bleibt
Anna Mitgutschs neuer Roman
Familienfest:
Auf 400 Seiten wird der Leser mit über zwei Dutzend Mitgliedern einer jüdischen Großfamilie bekannt gemacht, deren mythischen Bezugspunkt der einst aus Europa in die USA emigrierte Joseph Leondouri bildet. An den ihm nachfolgenden Generationen entwickelt Mitgutsch ein vielschichtiges Porträt amerikanischer Juden des 20. Jahrhunderts, das über individuelle Eigenheiten hinaus immer auch eine allgemeine soziologische Entwicklung durchscheinen lässt.
(15. 12. 2003)

 

Vasile V. Poenaru
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Im Vorfeld der Quantengermanistik
Quantenphysik und Germanistik – wie passt das zusammen? Es passt, meint der Autor, "weil  in der Quantenmechanik die Eigenschaften von Teilchen erst durch deren Beobachtung und in der Sprache die Eigenschaften von Partikeln erst durch deren Wahrnehmung entschieden werden.
(28. 11. 2003)

 

Kristina Werndl
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Schrei nach Liebe

Margit Schreiners jüngster Text "Heißt lieben" klingt erfolgversprechend. Dann aber gleitet ihr das Verfahren aus der Hand.
(21. 10. 2003)

 

Kristina Werndl
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Sputum wie eine Hibiskusblüte
Der Schotte Robert Louis Stevenson, Autor von Klassikern wie Die Schatzinsel und Der seltsame Fall des Doctor Jekyll und des Mister Hyde, starb im Dezember 1894 44-jährig in seinem Haus Vailima bei Apia in Westsamoa. Stevenson garantierte spannungsreiche Unterhaltung mit höchster Raffinesse. Um seine Person und sein Schreiben dreht sich Alberto Manguels Erzählung Stevenson unter Palmen.
(01. 07. 2003)

 

Kristina Werndl
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Kopflos ins Sekundenglück
Judith Hermann erzählt wieder, von Dreißigjährigen in der Fremde und vom Aufbruch ins unentdeckte Land der Seele.
(21. 05. 2003)

 

Maria E. Dorninger
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Vergessene Zeiten
"Lehmanns Erzählungen"
von Siegfried Lenz erzählt von einer Zeit des Mangels, in der es zuerst einmal darum ging, existentielle Bedürfnisse zu stillen. Es geht um eine Zeit, in der mangels Fett die Entdeckung von Bedeutung ist, Kartoffeln auch in Kaffeesatz braten zu können, und auch Kartoffeln muss man erst einmal haben..."
(12. 10. 2002)

 

Vasile V. Poenaru
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Schriftstellerei: ein Job
Fast Food
statt tiefgehender Analyse: Wer heute Texte verkaufen will, muß sich immer hemmungsloser den Erfordernissen des Marktes, der Politik und der schweigenden Mehrheit anpassen, um überhaupt noch auf der Bildfläche zu erscheinen.
(17. 03. 2002)

 

Franz Wagner
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Odyssee im Weltraum
Die Science Fiction bloß als Unterhaltungsliteratur und als eine Form des Irrationalismus zu betrachten, ist nicht unbedingt richtig. Olaf Stapledons "Star Maker" beispielsweise ist eines jener Werke, das aufgrund seiner phantastisch-philosophischen Elemente zwar zur Science Fiction gerechnet wird, aber doch viel mehr mit den großen utopischen Romanen Orwells, Bradburys oder Huxleys zu tun hat als etwa mit dem "Raumschiff Enterprise".
(01. 03. 2002)

 

Markus Murauer
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Eltern sind unser Schicksal
Erinnern oder Vergessen? Die Vergangenheit aufarbeiten oder ruhen lassen? Monika Maron fand die Briefe ihres Großvaters Pawel in einer alten Schachtel und entschloss sich, der Vergangenheit nachzugehen. Herausgekommen ist ein Buch, das die Problemfelder der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts anhand des Schicksals ihrer Familie exemplarisch aufzeigt.
(05. 02. 2002)

 

Hermann Maier
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Eine Million Gründe, das Leben zu verneinen
Am 17. Oktober 1978, kurz vor 14 Uhr, wird Jean Améry (eigentlich: Hans Maier) in einem Salzburger Hotelzimmer tot aufgefunden. Ein Mann schied hin: Schlafmittelvergiftung wird als Todesursache angegeben. Die letzten Stunden vor seinem Verschwinden darf man sich so vorstellen.
(23. 12. 2001)

 

Maria Dorninger
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Granatblüte und oder über eine mögliche Funktion des Kitsch
Lange konnte ich in dieser Nacht nicht einschlafen, ohne einen eigentlichen Grund dafür finden zu können: War ich einfach übermüdet, nagte vielleicht ein mir nicht bewusstes Problem an meiner Seele? Auch in der nächsten Nacht erging es mir nicht anders. Ich quälte mich durch die Nacht, wohl wissend, dass Schlaftabletten keine Dauerlösung sein konnten.
(12. 11. 2001)

 

Hermann Maier
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Anna Blume geht durchs 20. Jahrhundert
Paul Auster ist ein Schriftsteller, der seine Figuren immer wieder an den Anfang zurückkehren lässt: Es ist ihnen nicht bestimmt, sich in Gewissheit zu wiegen: weder was das Wesen der Welt, noch was sie selbst betrifft. Sie bleiben Suchende: "Was heißt leben?" – "Wozu leben?" Diese Fragen lassen sie nie ganz los. (11. 09. 2001)

 

Aram Baktia
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Ihr Brecht - Unser Brecht!
Ihr Brecht trug teure Lederjacken, rauchte Havanna Zigarren, wollte Arzt werden, hatte ein Sparkonto in der Schweiz, liebte Oldtimer und belesene Frauen...Unser Brecht war ein großer Literat, kritischer Dichter, revolutionärer Stückeschreiber, dialektischer Denker, humanistischer Weltbürger mit politisch-prophetischen Ansichten.
(07. 09. 2001)

 

Martin Krusche
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Literatur und Politik
Kulturschaffende und Kulturpolitiker haben zuweilen beträchtliche Auffassungsunterschiede bezüglich des Kulturbegriffs. In dieser österreichischen Begebenheit, die es durchaus wert ist, erzählt zu werden, wird von Letzteren versucht, diese Unterschiede mittels Radierer und Löschtaste einzuebnen. (10. 08. 2001)

 

Hermann Maier
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Der Steppenwolf tanzt
Einer der schönsten Momente in der deutschsprachigen Literatur ist jener, wo Harry Haller, der Steppenwolf, mit Hermine tanzt. Für einen Augenblick bekommt man hier das gute Gefühl, als könne ein Mensch tatsächlich die Balance zwischen dem Ja und dem Nein finden. (28. 05. 2001)

 

Hermann Maier
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Findelgeschichten
Helmut Bräuer: Miniaturen aus Kursachsen im 18. Jahrhundert:
Selbst den historisch Versierten wird es verblüffen, wie anschaulich und plastisch die Prosa Bräuers die frühe Neuzeit und hier vor allem den Alltag der Unterschichten macht. (22. 04. 2001)

 

Matthias Part
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Menschenverunstaltungsanstalten
Vor 15 Jahren publizierte Thomas Bernhard seinen umfangreichsten und wichtigsten Prosaband "Auslöschung. Ein Zerfall". Genau ein Vierteljahrhundert ist es her, dass die erste "Sauwaldprosa" des deutschen Staatsfeinds Uwe Dick erschienen ist. Bezüglich der Originalität ihrer Schreibweisen, der Neinsagekraft gegenüber Staat und Kirche, der Streitbarkeit ihrer Aussagen und Radikalität ihrer Lebensformen haben Bernhard und Dick einiges gemein.
(09. 03. 2001)

 

Matthias Part
...
Hand in Hand mit Ulysses
Es gibt sehr ungewöhnliche Arten des Reisens. Manche machen sich weltweit auf die Suche nach bestimmten Pflanzenarten. Einige fahren von Rock-Festival zu Rock-Festival. Und andere folgen gerne literarischen Spuren. Der Sauwald zwischen Donau und Inn ist für Letzteres ein idealer Ort. Aber natürlich auch eine Großstadt wie Dublin.
(11. 02. 2001)

 

Hermann Maier
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Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

"Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig ist ein Buch über einen Motorradtrip von Minnesota nach Kalifornien, aber auch ein Trip in die Vergangenheit des Ich-Erzählers: Dieser, so erfährt man nach und nach, war einmal ein ganz anderer, nämlich ein hochbegabter Universitätsprofessor, den sein Denken schließlich in den Wahnsinn trieb. (29. 12. 2000)

 

Martina Schmidt
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Glühwürmchens Rache
Ob ein Buch zu einem Erfolg wird oder nicht, hängt, abgesehen von einer optimalen Planung, von vielen Zufällen ab. Mit ein paar dieser Unwägbarkeiten beschäftigt sich der nachfolgende Beitrag. (26. 11. 2000)

 

Karlheinz Rossbacher
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Lesen und Germanistik - heute und morgen
Ist die Germanistik überflüssig? Naht mit den neuen Technologien das Ende des Buches? Worin liegt die Bedeutung der Literatur? Das sind die Fragestellungen, auf die der Salzburger Germanist Karlheinz Rossbacher recht eindeutige Antworten formuliert.
(18. 08. 2000)

 

Hermann Maier
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Vermischte Gedanken über die Literatur
Der moderne Schriftsteller ist kein Knecht, sondern sein eigener Herr. Er akzeptiert nur seine eigenen Regeln: Er bringt das zur Sprache, was ihm richtig und wichtig erscheint, er schreibt, wie und was er will und (hoffentlich) nicht, was Leser und Literaturkritiker von ihm erwarten. (04. 08. 2000)

 

Zaneta Sobota
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Die Faszination des Theaters im Zeitalter von Film und Fernsehen
Das Theater wird heute von immer weniger Menschen besucht – das ist eine Tatsache. Der Grund dafür ist darin zu suchen, dass das Fernsehen und das Kino das Theater in seiner Funktion als "Vermittler" von Erlebnissen und Sachverhalten zunehmend ersetzen. (18. 07. 2000)

 

Franz Wagner
...
Zirkelschluß im Big-Brother-Haus
"Big Brother zeigt das Leben, wie es wirklich ist." Diese von Fans und Medienexperten gleichermaßen geprägte Einschätzung wird des öfteren als gewichtiges Argument für die Existenz immer extremerer Real-Life-Shows angeführt. Was beide aber nicht wissen: Das Bedürfnis nach gesteigerter "Realität" wird in Wahrheit gar nicht erfüllt. (14. 07. 2000)

 

Terézia Mora
...
Statt einer alten Rede
Jörg Haider sorgt immer wieder dafür, dass sich alles um ihn dreht. Auch der traditionelle Ingeborg-Bachmann-Preis soll letztlich wegen ihm nicht mehr so heißen dürfen. Was aber wird durch solche Maßnahmen bewirkt? Wird Haider damit nicht ein Feld geräumt, auf dem er nichts verloren hat?
(22. 06. 2000)

 

Traude Veran
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Literatur und Rechtschreibreform
JournalistInnen, SchriftstellerInnen und WissenschaftlerInnen sind von jeder Veränderung der Schreibkonventionen unmittelbar betroffen. Man sollte also meinen, dass sich die schreibende Zunft heftig interessiert und einmischt, wenn von einer Änderung der Rechtschreibung die Rede ist. Das Gegenteil war der Fall. (16. 06. 2000)

 

Kristin Teuchtmann
...
Zwischen Fremdheit und Sehnsucht

Anna Mitgutschs neuester Roman: "Haus der Kindheit"
:
Max Berman, Mitgutschs erster männlicher Protagonist überhaupt, ist ein erfolgreicher New Yorker Innenarchitekt, der nicht wirklich irgendetwas zu vermissen scheint. Er liebt seine Arbeit, verschiedene Frauen und seine Stadt: die Architektur, den Strand von Coney Island und das Meer.
(30. 05. 2000)

 

Karl Müller
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Spielball der Geschichte - Modellfall Kärnten
Der hier publizierte Vortrag des Salzburger Germanisten Karl Müller (anlässlich des Symposions "Heimat. Regionale Identitäten im historischen Prozess") thematisiert den Film "Das Dorf an der Grenze" von Thomas Pluch. (28. 05. 2000)

 

Hermann Maier
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Alle Menschen sind sterblich

"Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir beschreibt die wechselvolle Geschichte eines Mannes, Raymond Foscas, dem der Genuss eines Elixiers Unsterblichkeit verliehen hat. Wir begegnen ihm als Fürst im mittelalterlichen Italien, als Vertrautem Karls des Fünften, während der Entdeckung der Neuen Welt, im Revolutionszeitalter. Wer aber nun meint, "Alle Menschen sind sterblich" sei ein beliebiger historischer Roman, der irrt sich gewaltig. (24. 05. 2000)

 

Matthias Part
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Ingeborg Bachmanns Werk

Hans Höllers 1999 erschienene 'rowohlts monographie' über Ingeborg Bachmann: Der 1947 in Vöcklabruck geborene und an der Universität in Salzburg lehrende Germanist Hans Höller beherrscht eine Gabe, die bei Biografen eher selten ist. (22. 05. 2000)

 

Matthias Part
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Thomas Bernhard und der Hippinger Hansi
Der "Hippinger Hansi" aus Seekirchen war gemeinsam mit dem Schorschi aus Ettendorf wohl der wichtigste Freund Bernhards aus der Kinderzeit, und er begleitete des öfteren den Schriftsteller Johannes Freumbichler und dessen geliebtes Enkelkind bei den so wichtigen Spaziergängen. (12. 05. 2000)
 


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