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Brecht im Kofferraum
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Von Reinhard Winkler
(23. 10. 2006)



Kurt Palm.
Brecht im Kofferraum.
Aufsätze, Anekdoten,
Abschweifungen.

Wien: Löcker Verlag, 2006.
184 S.
ISBN: 3854094523

 

    Nach Stifter, Joyce und Mozart hat sich Kurt Palm nun mit Bert Brecht eine weiteren großen Künstler vorgeknöpft. Spätestens jetzt ist klar, dass der unkonventionelle Umgang des selbsternannten Volksbildners mit den alten Meistern und ihren Werken Methode hat: Gar nicht oberlehrerhaft, aber mit einfacher Sprache und trockenem Witz bringt er uns Geistesgrößen näher, indem er sie zu uns herunterholt.

Palm "rezipiert" im besten Sinn des Wortes. Er nimmt auf, betrachtet Kunst in ihrem zeitgenössischen Kontext und bringt sich letztlich selbst ins Spiel, indem er mit Texten auf Texte reagiert.

Aus wissenschaftlicher Recherche und Lust am unprätentiösen Erzählen schafft einer, der sich selbst zum Stamm der letzten Brechtianer zählt, das seltene Ereignis einer Entsprechung zwischen einem Kunstwerk und seinem Betrachter.

    War Brecht der Auffassung, der Mensch sei einerseits Produkt seiner gesellschaftlichen Verhältnisse und andererseits seiner Fähigkeit, diese zu verändern, so sieht Palm den Dramatiker und Lyriker in eben dieser Dialektik: Brecht als Produkt seiner Verhältnisse und dessen Fähigkeit, mit Literatur auf genau diese Verhältnisse zu wirken. Und diese Gedankenspirale ließe sich mit Palm als Autor über einen Autor locker fortsetzen....

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