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Strawberry fields
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eute stehe ich in der Küche und schäle Erdäpfel. Julia, meine Tochter, sitzt am Küchtentisch, und John Lennon singt gerade
Strawberry fields. Julia fragt: Was heißt das, Strawberry fields? Ich antworte: Erdbeerfelder, und Julia fragt: Was gibt es darüber zu singen? Ich muss mich sammeln, naja... er singt dann weiter: No one I think is in my tree, I mean it must be high or low, und ich übersetze, aber das hilft ihr nicht weiter, und dann sage ich, dass das eigentlich ein Gedicht ist und bei Gedichten sei es nicht so wichtig, dass man sie versteht, bei Gedichten sei es viel wichtiger, dass man etwas dabei spürt.

Ich bin sehr stolz auf meine Erklärung, sehe aber an ihrem Blick, dass sie damit ein wenig überfordert ist, also erkläre ich weiter. Pass auf, sage ich, es gibt zwei Möglichkeiten zu schreiben. In der Schule kommt es darauf an, den Aufsatz zu gliedern und all die anderen Sachen zu beachten, die auf dem Zettel der Lehrerin stehen, wenn du aber Lust hast, für dich selbst zu schreiben, gibt es keine Regeln, da kann man schreiben, was einem gerade einfällt, und so entstehen Gedichte und manchmal schöne Sätze.

Ich wollte es behutsam erklären, aber dann rutschte mir doch der Satz raus:
Wenn man beim Schreiben nur Regeln im Kopf hat, kann man irgendwann nicht mehr schreiben. Dann sind wir beide für ein paar Sekunden still, bis sie sagt:

oh du weißes Blatt Papier
wie fürcht ich mich vor dir

Reinhard Winkler


LITERATUR:

The Beatles Anthology


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