Mode in den sechziger Jahren

Von Edith Rutmann

Lehrveranstaltung: SE: Mythos und Realität der Sechzigerjahre
Lehrveranstaltungsleiter: Reinhold Wagnleitner / Reinhard Krammer
Universität: Universität Salzburg, Institut für Geschichte
Semester: WS 1996/97

 

Inhaltsverzeichnis:


1. Mode - allgemein:

        1.1 Mode ist...:

        1.2 Dualismus in der Mode:

        1.3 Mode und Subkultur:

2. Die Sechziger Jahre:

3. Einige Schlagworte:

        3.1 Die Modevorbilder:

        3.2 Twiggy:

        3.3 Pret-à-porter-Mode:

4. England als Mode-Eldorado in den Sechzigern:

        4.1 Mary Quant:

        4.2 Biba:

5. Verschiedene Trendrichtungen:

        5.1 Weltraumlook:

        5.2 Hippie-Mode:

        5.3 Transparent-Look:

6. Damenmode:

        6.1 Minirock:

        6.2 Feinstrumpfhosen:

        6.3 Hosen:

        6.4 Schuhe:

        6.5 Make-up:

7. Herrenmode:

        7.1 Anzug:

        7.2 Hemd:

        7.3 Krawatte:

        7.4 Pullover:

        7.5 Hose:

        7.6 T-Shirt:

        7.7 Mantel:

        7.8 Schuhe:

        7.9 Frisur:

8. Bademode:

9. Sportmode:

10. Zusammenfassung:

BIBLIOGRAPHIE:

 


  

1. Mode - allgemein:


    Mode kommt aus dem Französischen und stammt vom lat. modus "Art und Weise" ab. Der Begriff wurde das erste Mal im 17. Jahrhundert in Frankreich verwendet. Allgemein: der schneller als der Stil einer Epoche sich wandelnde Geschmack in Kultur, Zivilisation und Lebensweise. Unter Mode in der Kleidung versteht man den schnellen Wechsel der Bekleidung und ihres Beiwerkes in Schnitt, Form, Farbe und Material. Merkmal: Irrationalität der Änderung. Soziologisch u. psychologisch fußt Mode auf dem Neuerungsstreben, aber auch auf einer Verschränkung der Motive von Anpassungsstreben und Absonderungssucht. Erfolg und Mißerfolg der Mode hängt von der Fähigkeit ab, Bedürfnisse zu erkennen, Bedarf zu wecken und zu decken. Weil der Mensch seinen Körper und seine Bekleidung weitestgehend als Einheit sieht, ist er durch Mode ansprechbar: er akzeptiert oder lehnt die Botschaft der Mode ab. Mode ist der persönliche Freiraum des Menschen, sich der Gesellschaft anzupassen oder sie über die Ausdrucksformen der Bekleidung abzulehnen. Da Bekleidung (im Gegensatz zum Körper) oft und leichter ohne großen Aufwand veränderlich ist, bietet die Mode dem Menschen eine einfache Möglichkeit, sein Erscheinungsbild zu verändern.

 

1.1 Mode ist...:

Mode (im engeren Sinne) bezieht sich auf das äußerliche Erscheinungsbild des Menschen, in erster Linie auf seine Bekleidung, aber auch auf Frisuren, die Art des Schminkens, auf Beiwerk wie Schuhe, Strümpfe und Handtaschen. Mode wird zum Spiegelbild innerer Vorgänge und des Entwicklungsstandes der jeweiligen Kultur. Mode ist daneben auch ein Spiel: Hineinschlüpfen in eine wandelbare zweite Haut. Erprobung der eigenen Wirkung auf andere, die elementare Lust am Kostümieren, Verkleiden, Verstecken.
Am Beginn einer Moderichtung stehen stets (politische, wirtschaftliche,...) Auseinandersetzungen. Der Modewechsel vollzieht sich in immer kürzer werdenden Zeitabschnitten. Die Industrie ist daran sehr interessiert. Sie greift lenkend ein, um den Konsum und damit die Wirtschaft zu beleben. Der Abbau starker sozialer Unterschiede, die Angleichung der Lebensbedingungen in Stadt und Land, die technische Entwicklung, die ständige Senkung von Bildungsschranken haben Mode heute weitgehend zum Allgemeingut werden lassen. Außerdem führte die Angleichung der Geschlechterrrolle und die Ähnlichkeit moderner Lebensbedingungen von Mann und Frau zur Annäherung der Damen- an die Herren-Mode und umgekehrt (lange Hosen der Damen - Rüschen, Falten und Schleifen bei Herrenhemden; Kurzhaarfrisuren der Mädchen - langes Haar der jungen Männer). Mit Zunahme der Freizeit spielte Freizeitmode eine immer größere Rolle.

 

1.2 Dualismus in der Mode:


Da einersetis ein grundlegendes Interesse des Menschen an Einheit und Gleichheit aber andererseits ein Interesse an Veränderung und Besonderheit besteht, spricht man vom Dualismus in der Mode. Es ist ein ständiges Hin- und Her zwischen Nachahmung und Abgrenzung.
Die Mode ermöglicht dem Einzelnen, sich einer Gruppe Gleichgestellter, die sich von anderen Gruppen abgrenzt, anzuschließen. Wird diese Gruppe positiv bewertet, dann wird auch das Individuum seine eigene Identität positiv bewerten.

 

1.3 Mode und Subkultur:


Zuerst muß die Frage gestellt werden was eine "Subkultur" ist. "Randschicht", "Gegenmilieu" oder "Teil einer konkreten Gesellschaft" könnten Antworten sein. Teil einer konkreten Gesellschaft paßt im Zusammenhang mit den sechziger Jahren am besten, außerdem wurde im Verlauf des Seminars schon einmal auf diese Definition hingewiesen.
Eine Subkultur unterscheidet sich in ihren Bräuchen, Werten und Normen von der jeweiligen Gesellschaft. Auf die Mode bezogen heißt das, daß die Subkultur eine eigene, andere Mode kreiert bzw. verwendet als der Rest der Gesellschaft. Da in letzter Zeit die negative Konnotation von Subkulturen immer weniger bedeutsam wurde, kam es sogar soweit, daß man die "Mode der Subkulturen" für die Massenmode verwendete. Man griff die unterschiedlichen Stilrichtungen auf und nutzte sie für eigene Zwecke, was man zuerst ablehnte, wurde zum neuen Modetrend. Jugend ist zur Modemacht geworden: aufgrund ihrer Zahl und ihrer Kaufkraft. Sie ist auch trendsetter: was Töchter und Söhne tragen, regt oft Mütter und Väter an [...]

 

2. Die Sechziger Jahre:


"Wir sehen, wie der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, und bekamen den Kennedy-Mord in Zeitlupe vorgeführt. Vietnam-Greuel, Afrika-Massaker, Minirock, Beatles-Musik, Sexwelle, Aufklärung, Herztransplantation - nichts blieb uns erspart und auf nichts mußten wir verzichten. Was für ein Jahrzehnt!"

(STERN, Dezember 1969)

Mit Ende des zweiten Weltkrieges hatten sich die Zentren der Weltpolitik verlagert. Nicht mehr Europa sondern die USA und die Sowjetunion hatten die führende Rolle inne, standen aber in Opposition zueinander. Beispiele für die Ost-West-Spannungen, die entstanden, sind Berlin, Kuba und Vietnam.
Als 1961 die Gespräche zwischen dem amerikanischen Präsidenten J.F.Kennedy und dem russischen Ministerpräsidenten N. Chruschtschow in Wien keine Einigung brachten, war die Gefahr eines Atomkrieges sehr groß. Die Sowjetunion wollte auf keinen Fall einer Wiedervereinigung Deutschlands zustimmen, und Kennedy leitete daraufhin eine massive Aufrüstung ein. Statt ein wiedervereintes Berlin zu feiern, wurde am 13.8.1961 mit dem Mauerbau begonnen, eine Mauer durch die einstige Hauptstadt Deutschlands. Ein Jahr danach gerieten die beiden Mächte wieder in Konflikt, als die Sowjetunion Kuba zu einem wichtigen Waffenstützpunkt machen wollte. Diese "Bedrohung direkt vor der Haustüre" war für die USA zu groß, und es verhängte eine Blockade über Kuba. Dieses mal konnte durch das Einlenken Chruschtschows ein Krieg verhindert werde.
Der Vietnam war ein weiterer Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen dem kommunistischen Osten und dem demokratischen Westen. Der Vietnamkrieg verhärtete die Fronten zwischen den Supermächten und aktivierte in politischer und ideologischer Hinsicht die Jugend. Er spielte außerdem eine große Rolle bei den Studentenunruhen in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. In der Bundesrepublik Deutschland wurden Teile der Jugend von einem großen Unmut erfaßt, der sich während der sechziger Jahre in fast ganz Europa und den USA breit machte. Er wurde durch soziale und ökonomische Veränderungen und durch politische Erschütterungen verursacht und schließlich fanden 1968 die Jugendbewegungen ihren Höhepunkt.
Das Aufbegehren gegen die als heuchlerisch, gleichgültig und ungerecht empfundene etablierte Gesellschaft westlicher Prägung fand seine Bewegungsformen in Gegenkulturen, Experimenten mit alternativen Lebens- und Arbeitsformen, Konsumverweigerung, sexueller Libertinage, neuen musikalischen Ausdrucksformen, Drogenkonsum und nicht zuletzt auch provokanten Regelverletzungen im Kleiderverhalten. [...] Jugendliche beiderlei Geschlechtes schufen sich erstmalig ihre eigenen, von Vorgaben der Haute Couture unabhängigen Moden.
In Österreich fand dieser Kampf zwischen verschieden Kulturen frühestens ab 1967 statt. Auch hier äußerte sich der neue jugendliche Lebensstil in langen Haaren und Bärten, bunter Kleidung und antiautoritärer Haltung gegenüber der Erwachsenenwelt. Sie finden sich modern. Und sie erwarten kein Verständnis bei den Erwachsenen. [...] und "sie leben nur in der Gegenwart und vor allem in der Opposition" [...] "Wer lange Haare trägt und sich bunt anzieht, läuft Gefahr, auf offener Straße angehalten und gefilzt zu werden."
Es kommt auch in Österreich zu verschiedenen Studentendemonstrationen und Sitzstreiks, wie zum Beispiel gegen den Schah-Besuch 1969, für eine Hochschulreform und 1968 gegen das Attentat auf den Berliner Studentenführer Dutschke. Trotzdem geht es in Österreich vergleichsweise "moderat" zu. Diese politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bewegungen fanden auch in der Mode ihren Ausdruck. Tonangebend, und dies nicht nur in der Mode sondern auch in der Unterhaltungs- und Freizeitbranche, war die Jugend, die zur stärksten Käuferschicht wurde.
Mitte 1965 etwa geben britische Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren jede Woche umgerechnet 360 Millionen Schilling für Kleidung aus, im gleichen Zeitraum verzeichnet Frankreichs Teenager-Industrie über fünf Millionen Kunden, die im Durchschnitt monatlich über ein Budget von 5,4 Milliarden Schilling verfügen. Im Jahre 1967 erwarben die 15- bis 19jährigen 60 % aller Modeartikel. Die Medien, die damals zunehmend an Bedeutung gewannen, unterstützten den "Jung-sein-ist-in"-Trend. Dahinter verbarg sich nichts anderes als ein ökonomisches Interesse. Durch die Einrichtung von Beatshops, Twen-Boutiquen und Fashion-corners in den großen Kaufhäusern wurde der "neuen, jugendlichen Mode" Rechnung getragen und die Bekleidungsbranche erlebte einen wahren Boom.
Dieser "Jung-sein-Boom" konnte sich bis Anfang/Mitte der siebziger Jahre halten, dann aber wandte sich die Modebranche auch wieder dem restlichen, dem nichtjugendlichen Klientel zu und seitdem haben die Frauen die Möglichkeit, aus verschiedenen "Bekleidungskonzepten" zu wählen.

 

3. Einige Schlagworte:


3.1 Die Modevorbilder:

Die damaligen Modevorbilder Julie Christie, Jean Shrimpton, Brigitte Bardot und Jacquelin Kennedy folgten auch den neuen Trends. Jacqueline Kennedy, "First Lady Americas" kleidete sich jugendlich und trug auch in der Öffentlichkeit Hosen. Ihre Etuikleider wurden bald zur allgemeinen Mode und ihre Hüte waren eine wichtige Ergänzung der Garderobe.

 

3.2 Twiggy:

Ein Trend der sechziger Jahre war es, knabenhaft schlank zu sein. Diesen Trend, der eigentlich erst in den siebziger Jahren zu einem "Schönheitsideal" wurde, verkörperte niemand besser als Leslie Hornby, bekannt als "Twiggy" - das Zweiglein. 1966, als sie einen Vertrag mit "Woman`s Mirror", einem britischen Modemagazin, bekam, war sie gerade 17 Jahre jung. Twiggy erinnert sich

"After eight hours of cutting, tinting, highlighting, and drying, the trademark Twiggy style emerged. [...] They kept drying it [ihre Haare] to see if it fell right. Those short haircuts have to be absolute precise. The back was just an inch long, with a tail, and the front very smooth. I thought it was marvelous."
Kurz darauf wurde sie vom "Daily Express" zum "Gesicht des Jahres 1966" gekürt.

 

3.3 Pret-à-porter-Mode:

Da die Jugend die treibende Kraft in der Mode war, mußten sich auch die "großen Modehäuser" danach richten und ihre Verkaufsstrategien ändern. So wurden neben den vornehmen Modesalons Boutiquen eingerichtet, in denen Pret-à-porter Mode verkauft wurde. Diese, sozusagen "Haute Couture von der Stange", war für eine breitere Masse erschwinglich und machte schon bald das Hauptgeschäft der Couturiers, wie zum Beispiel Yves Saint Laurent oder Cardin, aus.

 

4. England als Mode-Eldorado in den Sechzigern:


In den sechziger Jahren wurde England zum "Mode-Eldorado", und im "Swinging London", in der Carnaby Street und Chelsea Road, konnte man alles, was das Herz begehrte kaufen. Die neuen technischen Vehikel wie Film, Fernsehen und Rundfunk trugen natürlich zur Verbreitung der kulturellen Erscheinungsformen bei.
Jeden Freitag um 18.08 Uhr sitzen rund zwölf Millionen Briten vor den TV-Geräten und konsumieren die Sendung "Ready Steady Go" aus den Londoner Wembley-Studios, in der Jugendliche mit knielangen Bermuda-Shorts oder kurzen Röcken mit aufgenähten Mustern auftreten, mit Union-Jack-Jacken des Gitarristen der Gruppe "The Who", mit geblümten Hemden, bemalten Blue Jeans samt selbstverfertigten Löchern, alten Militärjacken oder Samtanzügen.

 

4.1 Mary Quant:

Mary Quant und ihr Ehemann Alexander Plunket Green hatten bereits 1955 in London eine Boutique, das "Bazaar", eröffnet. Mary war aber von der Kleidung, die sie zum Wiederverkauf im eigenen Laden fand, nicht begeistert und begann deshalb, aus billigen Stoffen, selbst Mode zu entwerfen.

"cheap-to-make (and to buy), ready-to-wear, exuberant outfits made for the irreverent, the young, and the slim. Her fashions combined severe tweeds with laces, riotous stripes with bold checks; she designed rib-tight poor-boy sweaters and vests made of knotted string, shiny plastic raincoats, fishnet gloves, foolish patterned stockings, and great fox-fur hats in the style of the cossacks."

1962 wurden ihre Kreationen in der "Vogue" vorgestellt und schon bald galt Mary Quant als vielversprechendes Nachwuchstalent. Trotz ihrer zahlreichen Innovationen am Modesektor ist ihr Name untrennbar mit einem Kleidungsstück verbunden: dem Minirock. 1965 wurde er zum Symbol eines moralisch freien und aufgeklärten Denken und Mary Qant erhielt sogar 1966 für ihre Verdienste um den englischen Modeexport den "Order of British Empire". Aus ihrem Modeladen wurde ein gut florierendes (Mode-)Unternehmen. Sie belieferte Geschäfte auf der ganzen Welt nicht nur mit Miniröcken und anderen Kleidungsstücken sondern auch mit Mary Quant-Strumpfhosen, Mary Quant-Make up und Mary Quant-Accessoires. Ihre Mode war die Mode der "swinging sixties", wie sie selbst die sechziger Jahre bezeichnete. Sie bot Top-Mode (schwingende Röcke, Schlaghosen und in den späten sechziger Jahren die Plateauschuhe) zu Preisen, die kaum über denen der Kaufhäuser waren und somit für alle an erschwinglich waren. Das war das einfache Rezept ihres großen Erfolges.

 

4.2 Biba:

Auch Barbara Hulanicki, genannt "Biba", war eine Vertreterin der neuen Trends in den sechziger Jahren. Sie verschickte ihre Mode zu Konfektionspreisen in alle Teile Englands. 1964 eröffnete sie eine Boutique "Biba", die sie aber wenig später aufgab um ein Kaufhaus zu übernehmen, in dem der "Biba-Look" verkauft wurde.

 

5. Verschiedene Trendrichtungen:


5.1 Weltraumlook:

"Die Zukunft hat auch in der Mode begonnen", schrieb eine Modezeitschrift. Hier ist vor allem Andrè Courrèges zu nennen, der sozusagen der Vorreiter einer "futuristischen" Mode war. Da er von Beruf eigentlich Brückenbauer und Pilot war, war seine Mode charakerisiert durch klare Linien, kontrastierende Farben, bevorzugt Schwarz und Weiß, und Materialien wie Lack und silbrig glänzende Stoffen.

 

5.2 Hippie-Mode:

Die Hippie-Welle kam Mitte der sechziger Jahre von Amerika nach Europa und war eine sehr gegensätzliche Mode zum funktionellen Weltraumlook. Die Hippies [traten] gegen Rassendiskriminierung, Klassenunterschiede, Leistungszwang und besonders gegen die amerikanische Beteiligung am Vietnam-Krieg [auf]. Sie trugen bunte unkonventionelle Kleidung von Völkern ferner Länder inspiriert. Die jungen Frauen trugen weite lange Röcke oder Jeans. Alles funktionelle, praktische oder repräsentative wurde abgelehnt. Das wahrscheinlich wichtigste "Kennzeichen" der Hippiemode war aber die Blume, die man bei den Hippies nicht nur als Haarschmuck sondern auch gedruckt auf Jeans, T-Shirts und Röcken fand und durch die ja dann auch Begriffe wie "Blumenkinder" oder "flower-power" entstanden. Die Hippiekultur gilt als Vorreiter der sogenannten "alternativen Szene" der achtziger und neunziger Jahre.

 

5.3 Transparent-Look:

Natürlich kam auch die "sexuelle Revolution" der sechziger Jahre in der Mode zum Ausdruck. So entwarfen die Couturiers durchsichtige Blusen, die ohne Dessous getragen wurden und nur durch Rüschen verziert waren. Courrèges blieb auch hierbei seinem Stil treu und entwarf Kleider mit durchbrochenen geometrischen Formen. Yves Saint Laurent kreierte u.a. ein langes transparentes Abendkleid mit einem Federboa-Ring um die Mitte. Und auch die kurzen Hosen, darunter eine Feinstrumpfhose, konnten sich im Zuge der "körperlichen Befreiung" immer mehr durchsetzen.

 

6. Damenmode:


6.1 Minirock:

In den sechziger Jahren konnte sich die neue Rocksaumlänge, von England ausgehend in der modeinteressierten Welt, durchsetzen und wurde zum Modeschlager nicht nur bei den Teenagern sondern auch bei den Damen der "High Society". Im Herbst 1966 bot Christian Dior in seiner Londoner Filiale Miniröcke an, die 20 Zentimeter über dem Knie endeten. Im selben Jahr wurde in London die "Britische Gesellschaft zum Schutz des Minirockes" gegründet. Der Vatikan sprach sich gegen diese unzüchtige Kleidung aus, denn die Kirche "kämpfte" in den sechziger Jahren gegen eine zunehmend Morallosigkeit und im Zuge dessen wird auch Kleidung, die diese Moral unterstützt, abgelehnt.

 

6.2 Feinstrumpfhosen:

Gleichzeitig mit dem Minirock konnte sich die Feinstrumpfhose durchsetzen, die das Problem des "Darunter" löste. Strümpfe und Strumpfbandgürtel verschwanden zunehmend aus dem Alltag, denn Netzstrümpfe aus elastischem Garn, Häkel- und Spitzenstrümpfe in allen Farben sowie für den Abend weiße und schwarze Strümpfe mit seitlichem gesticktem Muster oder Punkten sowie Lurex- oder Goldlamèstrümpfe unterstützten die modische Wirkung der "Beinkürze".

 

6.3 Hosen:

Allgemein:
Schon in den fünfziger Jahren wurde die Jugend von der saloppen Kleidung der amerikanischen Besatzungssoldaten beeinflußt und zusammen mit dem "Befreiungsprozeß" der Frau wurden Hosen zunehmend gesellschaftsfähig. Doch war die Hose nicht nur der Jugend vorbehalten, auch die Haute Couture adaptierte sie für ihr Klientel. Bahnbrechend war auch hier der Pariser Couturier Andre Courrèges, der die sogenannten "Astronautenanzüge" entwarf. "Weibliches rundes" wurde in weiße Hosen gegossen, "stromlinienglatt wie Raketen auf Cape Kennedy", schrieb die Modekorrespondentin des Stern nach einem Besuch im Haus Courrèges. [...] Für wen er diese Mode entwerfe [...] für die jungen Schicken [...] für das Leben, das sie führen [...] Durch ihn war das Eis gebrochen und andere Modeschöpfer folgten ihm nach. Binnen kürzester Zeit war jene "Anti-Mode" der Renner, der überall verkauft wurde. So schrieb die Bunte Illustrierte 1969:

"Wer die Pariser Winterkollektion gesehen hat, wußte: die Hosenwelle rollt! Hosen sind eine Ganztagsmode geworden. Man trägt sie nicht nur daheim oder beim Sport, sondern auch zum Nachmittag und am Abend. Nicht nur das burschikose junge Mädchen hat künftig die Hosen an."

Die Hosen wurden fester Bestandteil der (weiblichen) Mode und die Frauen waren nicht bereit, auf sie zu verzichten. Mitte der siebziger Jahre war die geschlechtsspezifische Zuschreibung der Hosen endgültig überwunden und Modetrends ohne Hosen sind gänzlich unvorstellbar geworden.

Blue jeans

1967 galten also Hosen als "Renner des Modemarktes". Wiederum war dieser Aufschwung durch das Kleiderverhalten der weiblichen Jugend ausgelöst worden, die aber die "Blue-Denim-Hosen", besser bekannt als Blue Jeans, favorisierten und durch das Tragen der Jeans ihre Ablehnung der Konventionen der Erwachsenenwelt zeigten. Das Jeans-Blau dominierte bei Demonstrationen, in Auditorien, auf Open-Air-Festivals - überall dort, wo Jugendliche das universelle Kleidungsstück benutzten, um ihrer kollektiven Identität des "Nichtangepaßtseins" Ausdruck zu verleihen.
Ein kurzer Exkurs in die Entstehungsgeschichte der Blue Jeans soll zeigen wann und wo die Denim-Hose entstand und warum sie "Blue jeans" heißt.Der Erfinder der Blue jeans war Levi Strauss, der Mitte des 19. Jahrhundert von Bayern nach Amerika auswanderte. Er kam gerade zu jener Zeit nach Kalifornien, als dort der Gold Rush boomte und begann, aus Segeltuch widerstandsfähige Hosen für die Goldgräber zu nähen (es entstand die five-pocket-Hose). Später, als er 1870 bereits ein eigenes Geschäft besaß, wurde statt Segeltuch Köper verwendet, man färbte ihn blau ein und bei den Nähten wurden zur Verstärkung Kupfernieten eingeschlagen.
Woher kommt nun der Name?
Angeblich hat Levi Strauss den Jeans-Stoff bei Matrosen gesehen, deren Uniform aus blauem (denim) köperähnlichem Stoff, Serge genannt, genäht war. Das Wort jeans ist eine Art Anglizismus und kommt vom französischen Genes, zu deutsch Genua. Genua war damals im 19. Jahrhundert der europäische Haupteinfuhrhafen für Baumwolle.
Der Bedeutungswandel der Jeans von der "Nur-Freizeitkleidung" hin zur Alltagskleidung vollzog sich in den sechziger Jahren, wenn auch nicht ohne Widerstand und Proteste der Obrigkeit. Es ging sogar soweit, daß in manchen Schulen und Büros das Tragen der Jeans verboten wurde. [Und ist auch heute, 30 Jahre später, noch in einem Großteil von Banken und Versicherungsunternehmen verboten bzw. "nicht gerne gesehen".] Dennoch konnte der "Siegeszug" der Jeans nicht aufgehalten werden und schon bald wurde der Jeansstoff nicht nur für die Anfertigung von Hosen sondern auch für viele andere Kleidungsstücke verwendet.

 

6.4 Schuhe:

Da auch die Schuhe zum modischen Erscheinungsbild beitragen, trugen die Frauen, trotz vieler Nachteile, spitze Schuhe mit hohen Bleistiftabsätzen. Courrèges lehnte diese ab und sagte:

"[...] Ich kämpfe für Hosen, verfluche Korsetts, verdamme die Stöckel, weil ich weiß: Nur durch Stiefel mit flachen Absätzen bleibt man in Kontakt mit der Erde und der Wirklichkeit."

Durch ihn wurden die Stiefel zum Allzweck-Schuh, der auch im Sommer getragen wurde. "Hochmodische" Stiefel reichten bis über die Knie oder waren in auffallenden Farben oder verziert. Bei den Halbschuhen wurden die Stöckel gekürzt und sie wurden insgesamt bequemer. Gegen Ende der sechziger Jahre kamen die Plateauschuhe hinzu, die sich durch eine hohe, klobige Sohle auszeichneten und die einiger Übung bedurften, um damit gehen zu können.

 

6.5 Make-up:

Nicht nur Kleider, Röcke, Hosen, Schuhe mußten dem jeweiligen Modetrend angepaßt sein, auch das Make-up gehörte dazu. Mitte der sechziger Jahre, in der wirtschaftlichen Rezession, erlebte die Kosmetikbranche einen wahren Boom. Farbige Lidschatten, der Augen- und/oder Kleiderfarbe entsprechend, kamen in Mode und Elizabeth Arden meinte dazu:

"[...] Zuerst wird eine dunkle Lidfaltenlinie mit Pinsel oder Stift, dann eine dünne Lidlinie mit schwazem Eyeliner gezogen. Zwischen beiden Linien wird Lidschattenpuder aufgetragen. Die Farbe des Puders ist in der Farbe der Augen oder des Kleides zu wählen. [...] die Augenwimpern mit Mascara stark getuscht."

Zur Verlängerung und somit zur Unterstützung der optischen Wirkung klebte man auf die natürlichen falsche Wimpern, die sehr bald zu einem der gefragtesten Modeartikel wurden.

 

7. Herrenmode:


Ab Mitte der sechziger Jahre machte sich auch in der Herrenmode ein Stilwandel bemerkbar. Nach 1964 - bis dahin unterschied sich die Herrenmode kaum von jener der 50er Jahre [...] Die nach dem 2. Weltkrieg geborene Generation hatte andere Vorstellungen von Mode und wollte ihr Leben [...] nach eigenen Vorstellungen gestalten. Sie forderten sowohl auf politischer und sozialer Ebene als auch im moralischen und sexuellen Bereich Gerechtigkeit, Aufklärung, Entlarvung von Vorurteilen und Selbstbetrug. Sicherlich beeinflußten die verschiedenen neuen Trends der Damenmode die Herrenmode, aber auch die Kleidungung der damaligen Idole, allen voran die Beatles, wirkte sich auf die Kleidungsgewohnheiten aus. Trotzdem, und das sollte betont werden, blieb die konventionelle Kleidung - Anzug, Hemd, Krawatte - weiterhin bestehen, denn vor allem in der Berufswelt war die "neue, legerere" Kleidung nicht gestattet bzw. nicht gerne gesehen.

 

7.1 Anzug:

Der Herrenanzug wurde zunehmend figurbetonter, das heißt die Jacken waren tailliert und die Hosen wurden nach unten eng. Damit der Schuh voll sichtbar blieb, waren die Hosen relativ kurz [heute würde man "Wasserstandhosen" dazu sagen]. Der Tagesanzug war aus hellen, meist gestreiften Stoffen gearbeitet, im Gegensatz zum Abendanzug, der bevorzugt in dunklen Farben getragen wurde. Bei besonders festlichen Anlässen war jedoch der schwarze Smoking die passende Kleidung, zu dem man Smokinghemden mit Biesen- oder Rüscheneinsätzen trug. Mitte der sechziger Jahre kamen dann dünne weiße Rollkragenpullover auf, gesehen zum Beispiel bei Leonard Bernstein und Herbert von Karajan.

 

7.2 Hemd:

Das Polohemd aus Trikot, mit kurzen Ärmeln und einer Knopfleiste vorne, wurde zum "klassischen" Freizeithemd. Ansonsten gab es bei den Hemden, die zum Anzug getragen wurden, neben einer Vielzahl an Farben und Muster auch neu verwendete Materialien. Neue Hemdenmaterialien wie Nylon sorgten für die rechte Steife, das Weiß konnte kaum schöner sein - Damen bekamen prickelnde leichte Stromschläge bei der Berührung, wenn sich die knitter- und bügelfreien Stücke [Hemden] wieder einmal atmosphärisch aufgeladen hatten

 

7.3 Krawatte:

Aber nicht nur beim Hemd eröffneten sich dem modisch interessierten Herrn viele Möglichkeiten, "in zu sein", auch die Krawatte wurde nun zunehmend zum modischen Blickfang. Sie war nun breiter und das Angebot war reichhaltig an verschiedenen Farben und Muster. Auf den modischen Artikel wuchsen Blumen und Bäume, tummelten sich Schmetterlinge oder standen Autos aneinandergereiht. Große geometrische Muster, abstrakte Farbkompositionen waren ebenso Mode wie romantische Darstellungen und figurative Szenen. [...] es gab Reinseide, Kaschmir, Wollstoff und Synthetics. [...] gebatikte und gestrickte Krawatten [...].

 

7.4 Pullover:

Da in den sechziger Jahren eine sportlichere Lebensweise aufkam, wollte sich der (modebewußte) Herr auch bequemer kleiden. Deshalb konnte sich der Pullover auch in der Alltagskleidung durchsetzen. Pullover mit Rollkragen oder V-Ausschnitt, allein oder über dem Hemd zum Anzug wurden "salonfähig". 1968/69 war der ärmellose Pullunder zum Drüberziehen über das Hemd d e r Modehit für Burschen.

 

7.5 Hose:

"Einzelhose"

Die "Einzelhose", ohne dazupassendem Sakko, wurde entweder zu Pullover oder Jacke getragen. Besonders gefragt waren Streifen-, Karo-, Hahnentritt-, Fischgrät- oder Jacquardmuster. Sie saß knapp auf den Hüften und die Hosenbeine waren, mehr oder weniger stark, ausgestellt.

Blue Jeans

Vor allem in der Herrenmode setzten sich die Blue Jeans, zuerst als Freizeithose dann als Allzweckhose, durch. Sie war bei beiden Geschlechtern gleichermaßen beliebt und diente anfänglich als Ausdrucksmittel einer "anti-bürgerlichen" Weltanschauung. Die verwaschenen Jeans wurden von den Eltern abgelehnt und als häßlich abgetan, da sie keine Bügelfalte, unschöne Nähte und derb aufgesetzte Taschen hatten und auch sonst "zerknittert und unordentlich" aussahen.

 

7.6 T-Shirt:

Die ideale Ergänzung zur Blue jeans war das T-Shirt, das aus dem Herren-Baumwollunterhemd entstanden war. Schon 1952 hatte es Marlon Brandon in dem Film "Endstation Sehnsucht" [...] muskel- und sexprotzend während der ganzen Handlung getragen. Schließlich gab es das T-Shirt in allen Farben und/oder bedruckt und wurde anstelle von Hemden oder Pullover, gleichermaßen von Frauen und Männern, getragen.

 

7.7 Mantel:

In den sechziger Jahren trug man Wildleder- oder Nappaledermäntel, geschorene Lammfellmäntel mit Innenpelz und Pelzkragen, oder sportliche Regenmäntel und Lodenmäntel. Sportliche Mäntel mit aufgesetzten Taschen und breitem Revers wurden "jeden Tag und zu jedem Zweck" getragen. Auch der Trenchcoat mit Gürtel, Schulterklappe und Manschette war sehr beliebt. Trotzdem es eine große Vielfalt an verschiedenen Mantelmodellen gab, war seine Funktion als Wetterschutz nicht mehr so groß, denn durch zunehmenden Wohlstand und Mobilität wurde das Auto viel mehr eingesetzt und übernahm, zumindest zu einem Teil, die Schutzfunktion des Mantels.

 

7.8 Schuhe:

Wie in der Damenmode verschwanden auch bei den Herren die stark zugespitzten Schuhe und wurden zunehmend bequemer. Am meisten waren Schuhe mit Kreppsohle und Slipper verbreitet und zum Anzug wurden Lacklederschuhe oder Lackstiefeletten getragen. Nicht nur für Frauen sondern auch für Herrn wurden hohe Stiefel gegen Ende der sechziger Jahre der letzte Schrei, wobei die Hosenbeine in den Schaft gesteckt wurden.

 

7.9 Frisur:

"Er sieht wie ein Beatle aus". Die Erwachsenen fanden die Frisur der Beatles, über die Ohren reichende, Stirn und Nacken bedeckende Haare, unmännlich und unsauber. Unabhängig von ihrer Musik wurde der Pilzkopf abgelehnt, was sicherlich manchen Jugendlichen bestärkte, sich diese Frisur machen zu lassen. Auch das schulterlange Haar der Hippies war Ausdruck des Generationenkonfliktes, denn mit der Haartracht wollte man zeigen, daß man Bürgerlichkeit und konventionelles Denken ablehnte.
In der Langhaarigkeit kam [...] zum Ausdruck, die [...] eigene Existenz zu mystifizieren, sie zu überhöhen [...] wilden Phantasien vom Kommunenleben und romantischen Träumen vom Großstadtindianer und dem naturliebenden Hippie inmitten der Industrielandschaft. "Hauptsache, shocking".

 

8. Bademode:

In der Bademode konnte sich der Bikini vollends durchsetzen. Der "Oben-ohne"-Bikini vom Mode-Designer Rudi Gernreich war kein Modeerfolg und blieb vielmehr eine Sensation der Klatschblätter.

 

9. Sportmode:


Schon Anfang der sechziger Jahre wurde die Sportkleidung immer mehr zu einer Sportmode, denn der modische Aspekt gewann neben der Funktionalität zunehmend an Bedeutung. Zum Wandern trug "man und frau" eine Kniebundhose aus Lastex, Loden oder Wildleder. Bei der Tennisbekleidung wurden Borten, Bänder und andere Applikationen als farbigen "Aufputz" angebracht. Außerdem trug man Schirmmützen oder Stirnbänder als Ergänzung des modischen Erscheinungsbildes.

 

10. Zusammenfassung:


Zum Abschluß sollen die wichtigsten Entwicklungen noch einmal kurz zusammengefaßt werden. In den sechziger Jahren avancierte die Jugend zum Mode-Leitbild. Da die stärkste Käuferschicht aus Teenagern bestand, war es wichtig, eine Mode zu entwerfen, die kostengünstig und "jung" war. Vor allem in England gelang es den Modeschaffenden, und hier allen voran Mary Quant, mit ihren Ideen und Herstellungstechniken Mode für die Jugend zu produzieren.
So gab es neben Plastik, Kunstleder und PVC auch Plüsch und Lack. Es gab den Weltraum-Look, die Op-Art-Mode, die Hippie-Mode und den Transparent-Look. Hier muß man jedoch bedenken, daß viele dieser Trends nicht von der breiten Masse getragen wurde, sondern, ähnlich wie heute, hauptsächlich in den "Illustrierten" oder nur für eine modische Mindertheit exisiterten. Die Hosen, anfangs "nur" Alternative zum Rock, wurden d e r Modehit und gleichzeitig Ausdruck der neuen Selbstverständlichkeit der Frau.
Die Haute Couture blieb von diesen neuen Entwicklungen nicht verschont und mußte sich anpassen. In diesem Zuge entstand die Pret-a-porter-Mode, die in Boutiquen zu erschwinglichen Preisen angeboten wurde.
Die Mode war durch ein zunehmendes Bewußtsein für Umwelt und körperliche Fitness vermehrt durch Freizeitkleidung bestimmt. Das am meisten getragene Material war "blue denim", aus dem nun auch Mäntel, Bikinis und Jacken hergestellt wurden. Das Neue schlug sich in der Herrenmode hauptsächlich in der Freizeitbekleidung nieder. Als "Berufskleidung" dienten weiterhin Anzug, Hemd, Krawatte. Lediglich die Details wurden verändert und angepaßt. Allgemein wurde die Kleidung farbiger, die Krawatten breiter und mit verschiedenen Mustern bedruckt; die Mäntel wurden kürzer und der Rollkragen erfreute sich immer größerer Beliebtheit (auch zum Abendanzug). Schließlich feierten Blue Jeans und T-Shirt ihren Siegeszug, wenngleich auch hauptsächlich in der Freizeitmode, denn in Büro und Schule wurden beide ungern gesehen.

 

 

Bibliographie:



Bailey, W.G.; Hoffmann, F.W.: Fashion and Merchandising Fads. The Harrington Park Press, London, 1994

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Brockhaus Enzyklopädie. 12. Band MAI-MOS. F.A. Brockhaus, Wiesbaden, 1971, S 676/77

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Jogschies, Rainer: Wer zweimal mit derselben pennt... Die befreiten Sechziger. Ullstein Verl., Frankfurt/Main, Wien, 1991

Loschek, Ingrid: Mode im 20. Jahrhundert. Eine Kulturgeschichte unserer Zeit. Bruckmann Verl., München, 1990

Loschek, Ingrid: Reclams Mode- und Kostümlexikon. Philipp Reclam jun., Stuttgart, 1994, S 76/95 und 358/59

Millonigg, Astrid: Stars & Mode. Der Entstehungs- und Verbreitungsprozeß der Mode unter dem Einfluß von Stars als Modetrendsetter. Diplomarbeit. Salzburg, 1992

Saint Laurent, Yves: Yves Saint Laurent und die Modephotographie. Mit einem Text von M. Dumas. Schirmer-Mösel, München, 1992

Scherbaum, Wilfried: Bekleidungslexikon. Schiele & Schöne Verl., Berlin, 1993, S 255/56

Veigl, Hans: Die 50er und 60er Jahre. Geplantes Glück zwischen Motorroller und Minirock. Ueberreuter, Wien, 1996

Wolter, Gundula: Hosen, weiblich. Kulturgeschichte der Frauenhose. Jonas Verl., Marburg, 1994


 

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