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Durch Energieautonomie zu Energiesicherheit

'Der Neue Kalte Krieg - Kampf um die Rohstoffe' titelte der Spiegel vom
27. März 2006. Diesem
Artikel liegt die These zugrunde, dass der "Kampf um Rohstoffe"
die künftige Außen- und Sicherheitspolitik der Industriestaaten prägen und die Gier nach immer
knapper werdenden fossilen Ressourcen zu heißen und kalten Kriegen führen wird.
Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien, dreht den
Spieß einfach um: Eine Energiepolitik im Sinne der Energieautonomie
könnte maßgeblich zu einer friedenssichernden Außenpolitik beitragen.

Von Andrea Noll


    Der Titan Prometheus, Sohn des Iapetos, legt sich mit den olympischen Göttern - allen voran Göttervater Zeus - an, um den Menschen das Feuer zu bringen. Dazu reckt er einen langen, mit Mark gefüllten Stengel des Riesenfenchel gen Himmel und entzündet ihn am vorüberrollenden funkensprühenden Sonnenwagen des Helios. Mit der lodernden Fackel eilt er zur Erde und setzt einen Holzstoß in Flammen. So kam, laut griechischer Mythologie, das Feuer auf die Erde, und die Menschheit war unwiderruflich im Besitz eines nie verlöschenden Energieträgers.

Ein moderner Prometheus ist Hermann Scheer von der SPD (Wahlkreis Waiblingen), seit 1980 Mitglied des Deutschen Bundestages, Präsident von EUROSOLAR, der Europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien (www.eurosolar.org) sowie Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien (www.world-council-for-renewable-energy.org):
1998 Weltsolarpreis, 1999 Alternativer Nobelpreis, 2000 Weltpreis für Bioenergie; 2002 erklärt ihn das TIME-Magazine zum "Hero for the Green Century". Scheer gilt als einer der bedeutendsten Aufklärer auf dem Gebiet der "erneuerbaren Energien", als visionärer Pragmatiker, Solarkämpfer und Energiestratege, als einer, der global denkt und auch global handelt.

Running on empty - versiegende Rohstoffquellen

    Ende März 2006 erschien in Deutschlands führendem Mainstream-Politmagazin eine unglaublich deprimierende und irgendwie sinnleere Titelgeschichte: 'Der Neue Kalte Krieg - Kampf um die Rohstoffe'.(1) 'Kampf um die letzten Rohstoffe' hätte es wohl besser getroffen. Auf 18 Seiten breitet Der Spiegel aus, wer gegen wen beziehungsweise mit wem um die letzten Erdöl- und Erdgasressourcen rauft, feilscht, buhlt: "Der Wettlauf um die Ressourcen ändert die Machtverhältnisse zwischen den Staaten grundlegend. Ein neues Zeitalter der Energiekonflikte hat begonnen" - heißt es reißerisch.

Tatsache ist, die globalen fossilen Ressourcen gehen zur Neige. Die Nationen, die sich jetzt noch um die letzten Ölquellen, die letzten Erdgasvorkommen raufen, erinnern stark an kämpfende Stiere auf einem Schlachthoftransporter. "Russland setzt sein Erdgas gegenüber den Nachbarn politisch ein und könnte auch Westeuropa den Hahn abdrehen, Iran droht mit der Erdölwaffe."(1) Das wichtigste Schlagwort des Artikels lautet: 'Energiesicherheit'. Wir lebten in einem "Zeitalter, in dem die internationale Politik zunehmend von Fragen der Energiesicherheit bestimmt wird, in dem die Karten für potentielle Gewinner und Verlierer gerade neu gemischt werden." "Die USA entdecken in diesen Tagen Indien als neuen strategischen Partner, die besonders energiehungrige Volksrepublik China macht dem alten Gegner Russland Avancen - verblüffende Allianzen (...) Alle wichtigen Mächte - die USA, Europa, Russland und die Aufsteiger China und Indien - geben inzwischen ihrer Ressourcen-Sicherheit politische Priorität Nummer eins. Angestrengt versuchen sie, ein Netz von Pipelines durch Wüsten, Steppen und auch unter den Meeren zu ziehen. Die Hüter und Besitzer der Ressourcen werden umworben. Es wird getrickst, geschmiert, geschachert."(1) Und wo alles nichts hilft, setzt man Armeen in Marsch: "Alle großen Staaten haben heute erkannt: Erdöl und Erdgas sind von existentieller strategischer Bedeutung. Sie sind der Treibstoff der kommenden Konflikte. Deshalb stecken die Mächtigen der Welt überall dort, wo überlebenswichtige Rohstoffreserven liegen, mit Waffengewalt oder aggressiver Diplomatie ihre Claims ab" - siehe Mittlerer Osten. Aber selbst Der Spiegel gibt zu, dass "der Schmierstoff der Weltwirtschaft", Rohöl, knapper wird und "das Ölzeitalter unwiderruflich seinem Ende entgegengeht".(1)

    Halten wir fest: Die fossilen Ressourcen, um die es hier geht, werden versiegen. Dennoch fighten Nationen mit unglaublicher Härte um den gesicherten Zugang - wie zwei Verdurstende in der Wüste, die um den allerletzten Tropfen Wasser in der Feldflasche kämpfen, und wer gewinnt, stirbt als Zweiter. So what? Was ist die Alternative zum weltweiten Kampf um versiegende Ressourcen in Nahost und Nordafrika, Nigeria und Angola, Mittel- und Südamerika, Russland, Kasachstan und Aserbaidschan? Stichwort "erneuerbare Energien" - neumodischer Ökokram, für den Der Spiegel nicht mehr als ein paar Zeilen übrig hat (zumindest nicht in diesem ellenlangen Artikel). Journalisten, die noch in Kategorien des 'Kalten Krieges' denken, scheinen sich nicht vorstellen zu können, dass etwas Neues, Positives in die Welt kommt - die Fackel des Prometheus. 'Erneuerbare Energien' ist ein Begriff, der nicht halb so sexy klingt wie 'Krieg um das "schwarze Gold"', wie garrende Soldatenstiefel oder der heisere Kampfschrei eines Terroristen, der gerade eine saudische Pipeline hochjagt - horrido. Die "erneuerbaren Rohstoffe" (?) Wind, Sonne und Biomasse "dürften" in einem "Energiemix aus Öl, Gas, Kohle und Atomstrom selbst langfristig bestenfalls ein Viertel des Bedarfs von Industriestaaten decken"(1) schreibt der Autor. Falsch.

Prometheus heißt "der Vorausdenkende"

    "Dass die erneuerbaren Energien den gesamten Weltbedarf an Energien befriedigen können, ist seit den 70er Jahren in wissenschaftlichen Szenarien wiederholt detailliert dargelegt worden", schreibt Hermann Scheer in seinem 2005 erschienenen Buch "Energieautonomie".(2) Scheers Buch ist Analyse und Handlungsanleitung zugleich. Die Zeit drängt: Klimawandel, Umweltbelastungen durch Feinstaub und Versmoggung der Metropolen, sterbende Wälder und Flüsse, die gespenstische Rückkehr der Atomenergie (mit all ihren ungelösten und unlösbaren Problemen) und ein zunehmend auf militärischer Ebene ausgetragener 'Kampf um Ressourcen' lassen nicht mehr viel Spielraum für Diskussionen am Grünen Tisch - zumal Kyoto gescheitert scheint. Scheer:

"Der Wechsel zu erneuerbaren Energien ist ein Wettlauf mit der Zeit - aus ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gründen. Die Ablösung atomarer und fossiler Energien kann weder über die konventionelle Energiewirtschaft noch über globale Verträge kommen. Der archimedische Punkt ist 'Energieautonomie' als (...) Konzept, das eine weltweite Dynamik in Gang setzen kann."(2)

Energieautonomie als Leitmotiv definiert Scheer so:

"Es ist gleichermaßen politisch, wirtschaftlich und technologisch (...) Es ist, als verallgemeinerbares Konzept, nur mit erneuerbaren Energien möglich. Energieautonomie ist aber nicht nur das Ergebnis eines Wechsels zu erneuerbaren Energien, sondern zugleich der harte Kern der praktischen Strategie: Autonome Initiativen von Individuen, Organisationen, Unternehmen, Städten und Staaten sind geboten, um das Ganze zu bewegen. Die neue Politik für erneuerbare Energien ist, diesen Initiativen die Räume zu öffnen, in denen sie sich ungehindert entfalten können." (S.35/36) "Das zentrale politische Motiv für eine zur Energieautonomie führende Strategie für erneuerbare Energie ist, dass damit das Selbstbestimmungsrecht der Staatsgesellschaften und in diesen Demokratie und allgemeine Wirtschaftsfreiheit gewährleistet oder wiederhergestellt werden können..." (S.288)

    Dem 'Spiegel'-Artikel liegt die These zugrunde, dass der "Kampf um Rohstoffe" die künftige Außen- und Sicherheitspolitik der Industriestaaten prägen und die Gier nach immer knapper werdenden fossilen Ressourcen zu heißen und kalten Kriegen führen wird (schon heute erklären die westlichen Mächte den Zugang zu den globalen Ressourcen zynischerweise zu ihrem ureigensten Sicherheitsinteresse - siehe die Europäische Sicherheitsstrategie, ESS (3) bzw. die amerikanische NSS).

Scheer dreht den Spieß einfach um: Energiesicherung als Mittel der Friedenssicherung. Eine Energiepolitik im Sinne der Energieautonomie könnte maßgeblich zu einer friedenssichernden Außenpolitik beitragen. "Durch militärische Ressourcensicherung gehen die herkömmlichen Energiereserven nur noch schneller zu Ende. Öffentliche Finanzen werden verschleudert. Eine weltweite Aufrüstung der führenden Kontinentalmächte wird provoziert. Die moralischen Folgen sind desaströs. Die Militärisierung der Energiesicherheit ist die Pervertierung einer Energiestrategie. Die dafür aufgewendete militärische Kraft reduziert nur weiter die politische Kraft zur Sicherung der gesellschaftlichen Energieversorgung, die letztlich in rationaler Verwendung von Energie und im Wechsel zu erneuerbaren Energien liegen muss", so Scheer auf Seite 143 seines Buches. "Wenn der Umschwung zu erneuerbaren Energien nicht in den nächsten beiden Jahrzehnten gelingt", so Scheer, "wird die Welt absehbar in gewaltträchtige Ressourcenkonflikte schlittern" (S.34), und Europa mit.

Einstieg und Ausstieg - beides gehört zusammen

    "Umschwung bedeutet, dass nicht nur die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden, sondern der Bedarf an fossilen und atomaren Energien gleichzeitig abgebaut wird: Einstieg und Ausstieg." (S. 34) Detailliert beschreibt Scheer die Art und Weise, wie erneuerbare Energien den weltweiten Energiebedarf decken könnten. Er beschreibt, wie sich durch ökologische Konzepte "sieben energiebedingte Weltkrisen" lösen lassen (S.44 ff.): 'Die Weltklimakrise', 'Die Erschöpfungs- und Abhängigkeitskrise', 'Die Armutskrise der Entwicklungsländer', 'Die Atomkrise', die globale 'Wasserkrise', die Krise der modernen 'Landwirtschaft' sowie die 'Gesundheitskrise' (infolge fossiler Luftverschmutzung, atomarer Strahlenbelastung, Uranabbau usw.). Und er sieht in den neuen Technologien auch eine Chance zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit in Europa und weiteren volkswirtschaftlichen Nutzen. Sein Lösungskonzept ist umfassend und plausibel - zukunftsweisend. Am Schluss formuliert er "zehn Maximen des Energiewechsels" (S. 291ff.)

20 Jahre nach Tschernobyl (4) und 16 Jahre nach dem Washington Concensus

    Scheers 'Energieautonomie' ist ein außergewöhnlich politisches Ökobuch. Die chronisch-pandemische Energiekrise ist für ihn nicht zuletzt eine Folge des Neoliberalismus.

"...Markt, Deregulierung, Liberalisierung, Privatisierung (galten) als positive Leitbegriffe. Dieser Zeitgeist wurde mit dem 1990 formulierten 'Washington Consensus' zur herrschenden Wirtschaftslehre. Internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfond machten die durchgängige Ausrichtung aller Volkswirtschaften an den Prinzipien staatsfreien Wirtschaftens zum Weltprogramm (...) Der Stromsektor galt als eines der Filetstücke. Dass auch in einem privatwirtschaftlichen System eine Planwirtschaft entstehen kann, liegt außerhalb des Gesichtkreises der Apologeten dieses so genannten Neoliberalismus, der trotz aller Kritik, die es daran seit vielen Jahren gibt, unangefochten dominiert. Tatsächlich hat er zu einem Neofeudalismus von transnational operierenden Großkonzernen geführt, die untereinander in einem nur begrenzten oligopolistischen Wettbewerb stehen und den nationalen und internationalen Institutionen nur noch eine Aufgabe zubilligen: ihnen alle Märkte zu öffnen."

 Scheer spricht in diesem Zusammenhang von einer "hegemonialen Stellung der Energiewirtschaft". "Die Energiewirtschaft (rückte) in die Rolle einer anerkannten gesellschaftlichen Autorität, trotz unzähliger Skandale um Monopolgewinne, Politikerbestechungen oder Umweltkatastrophen." (S.124/125)

Subventionen - corporate welfare für globale Konzerne

    Die fossilen und atomaren Energien bezeichnet Scheer als den "größten Subventionsfall der Weltwirtschaftsgeschichte":

"... gab und gibt es reichliche Subventionen für die atomaren und fossilen Energien. Ihre Gesamthöhe ist bisher nie vollständig erfasst worden. Der Energiewissenschaftler André de Moor legte 2001 eine Berechnung jährlicher Subventionen in Höhe von 244 Mrd. Dollar vor, davon 53 Mrd. für Kohle, 52 Mrd. für Erdöl, 46 Mrd. für Erdgas, 48 Mrd. für Strom, 16 Mrd. für Atomenergie und neun Mrd. für die Nutzung erneuerbarere Energien. 34 Prozent der Gesamtsubventionen werden von den OECD-Ländern aufgebracht, 66 Prozent entfallen auf alle anderen. Die Subventionen für erneuerbare Energien machen demnach lediglich 3,7 Prozent der Gesamtsubventionen aus." (S.135/136)

Die Subventionen tragen zur Aufrechterhaltung des atomar-fossilen Energiesystems bei:

"Sie bewirken eine weltweit wirksame Kostendegression: Das Mengenangebot an fossilen Brennstoffen wird dadurch künstlich hoch und das Energiepreisniveau niedrig gehalten, und auch die Kapazitätsauslastung der Transportinfrastruktur wird gesichert. Nicht in diesen Berechungen erfasst sind die Subventionen in Form der weltweit praktizierten Steuerbefreiung für Flug- und Schiffstreibstoffe (...) Subventionen, die in vielen Ländern in den Bau von Strom- und Gasleitungen fließen. Die Gesamtheit aller direkten und indirekten Energiesubventionen liegt mit großer Wahrscheinlichkeit bei über 500 Mrd. Dollar jährlich. Zählt man die staatlichen Forschungs- und Entwicklungsmittel für die Atomenergie hinzu, die in Teil I auf etwa eine Billion Dollar geschätzt wurden, so ergibt sich das atemberaubende Bild eines ungeheuren politischen Kraftakts für die Bereitstellung atomarer und fossiler Energien - und ein jämmerliches Bild politischer Kraftlosigkeit in der Förderung erneuerbarer Energien, denen gerade mal ein Fünfzigstel der Subventionen für konventionelle Energien zuflossen." (S.136) "Die Arbeitsteilung zwischen Energiewirtschaft und -politik begründete jahrzehntelang einen ungestörten Energiekonsens." (S.137)

    Scheer benennt die internationalen Förderinstitutionen und -organisationen dieses Energiekartells. Mit Kritik an der nationalen Politik hält sich der SPD-Politiker allerdings merklich zurück und erkennt positive ökologische Entwicklungen in Deutschland - verständlich, nach 7 Jahren mitverantworteter rot-grüner Regierungspolitik. Als echter Parlamentarier setzt er auf die Vernunft der nationalen Parlamente, aber vor allem auf ein mentales Umdenken in der Gesellschaft - auf Abstimmung mit den Füßen sozusagen bzw. mit dem Sonnenkollektor auf dem eigenen Dach:

"Maxime eins: Die Wiedergewinnung geistiger Autonomie. Der wichtigste politische Schritt ist die Wiedergewinnung geistiger und psychischer Autonomie in der Energiefrage. Das bedeutet zunächst, sich der wirklichen Realität zu stellen und den Selbstbetrug zu beenden, dass die herkömmliche Energieversorgung zukunftsfähig sei oder gemacht werden könnte. Und es bedeutet, die psychologische Barriere beiseite zu räumen, die der Vision eines vollständigen Energiewechsels entgegensteht." (S.292)

Wie will Scheer diese geistige Wende bewirken - angesichts der herrschenden Konzernstaats-Medienkartelle? Selbstkritisch schreibt Scheer: "Viele werden bezweifeln, dass die hier beschriebene Erneuerbarkeit der Politik realistisch ist. Für solche Zweifel gibt es viele empirische Gründe angesichts des mühsamen Tauziehens um erneuerbare Energien. Die auf autonomes Handeln zielenden Strategien, die Ansätze zur Aktivierung der Gesellschaft und die politischen Handlungsmaximen stellen das denkbare und mögliche Optimum für die rapide Beschleunigung des Energiewechsels dar. Keiner dieser Ansätze wird überall und gleichzeitig verfolgt werden. Aber je mehr davon in Angriff genommen werden, desto mehr wechselseitige Verstärkereffekte wird es geben und desto schneller wird sich die aktive Evolutionierung erneuerbarer Energien vollziehen" (S. 302/303). Scheers Buch ist ein Anfang.

    Prometheus hatte die Erdenmenschen empowert. Das war den Energiemonopolisten im Olymp ein Dorn im Auge - zumal der Titan Prometheus begriffen hatte, dass die von Zeus errichtete Ordnung nichts anderes als anmaßende Gewaltherrschaft war. Indem er denen da unten das Licht brachte, setzte er der Macht derer da oben eine Gegenmacht entgegen. Die Rache des Zeus war grausam: Prometheus wurde in die Einöde des Kaukasus verschleppt und mit unlösbaren Ketten an einen Felsen geschmiedet. Ohne Wasser, Nahrung und Schlaf musste er über dem Abgrund ausharren. Jeden Tag zur selben Zeit kam der Adler Ethon geflogen und fraß ein Stück seiner Leber. Aber Prometheus war unsterblich, die Schikanen vermochten ihn nicht zu töten.


Anmerkungen


[1] 'Der neue Kalte Krieg' von Erich Follath ('Der Spiegel' vom 27.03. 2006, Seiten 70-88)

[2] 'Energieautonomie - Eine neue Politik für erneuerbare Energien' von Hermann Scheer, 2005.

Weitere Bücher des Autors:

- 'Atlas der Globalisierung', 2006
- 'Die Politiker', 2003
- 'Solare Weltwirtschaft', 2002
- 'Klimawechsel', 2001

[3] Aus der Europäischen Sicherheitsstrategie (ESS) 2003:

"Durch die zunehmende Öffnung der Grenzen seit dem Ende des Kalten Krieges ist ein Umfeld entstanden, in dem interne und externe Sicherheitsaspekte nicht mehr voneinander zu trennen sind (...) Die Vereinigten Staaten haben - insbesondere im Rahmen der NATO - einen entscheidenden Beitrag zum europäischen Einigungsprozess und zur Sicherheit Europas geleistet. Seit dem Ende des Kalten Krieges sind die Vereinigten Staaten der dominierende militärische Akteur. Gleichwohl ist kein Land in der Lage, die komplexen Probleme der heutigen Zeit im Alleingang zu lösen (...) Die Energieabhängigkeit gibt Europa in besonderem Maße Anlass zur Besorgnis. Europa ist der größte Erdöl- und Ergasimporteur der Welt. Unser derzeitiger Energieverbrauch wird zu 50% durch Einfuhren gedeckt. Im Jahr 2030 wird dieser Anteil 70% erreicht haben. Die Energieeinfuhren stammen zum größten Teil aus der Golfregion, aus Russland und aus Nordafrika (...) Und wir müssen mit anderen zusammenarbeiten. Aktiver bei der Verfolgung unserer strategischen Ziele. Dies gilt für die gesamte Palette der uns zur Verfügung stehenden Instrumente der Krisenbewältigung und Konfliktverhütung, einschließlich unserer Maßnahmen im politischen, diplomatischen, militärischen und zivilen, handels- und entwicklungspolitischen Bereich. Es bedarf einer aktiveren Politik, um den neuen, ständig wechselnden Bedrohungen entgegenzuwirken. Wir müssen eine Strategie-Kultur entwickeln, die ein frühzeitiges, rasches und wenn nötig robuste Eingreifen fördert".

[
4] Zum Supergau im Kernkraftwerk Tschernobyl im April 1986 siehe die sehr informativen Beiträge zum Thema auf folgender Seite: www.lebenshaus-alb.de

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Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Zmag.de zur Verfügung gestellt.


 

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