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   Worte meines Vaters
Von Manfred Ach

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WORTE MEINES VATERS MEIN LEBEN BETREFFEND

    Alles mit Maß und Ziel der große Überblick und der goldene Mittelweg gutbürgerlich genügt fürs erste aller Anfang ist schwer das will gelernt sein Lernjahre sind keine Herrenjahre da heißt es die Zähne zusammenbeißen weißt ja selber vergiß nicht das Licht auszumachen den ganzen Tag sitzt du im Keller Menschenskinder ist hier eine Luft drin warum mußt du immer alles übertreiben geh doch ein bißchen an die frische Luft mach doch wenigstens die Fenster auf hast wohl gestern wieder hoch gehabt ein Mief daß es einen umhaut warum mußt du immer diese scharfen Sachen trinken du siehst aus wie eine Leiche das ist das Ende vom Lied du bist nicht allein auf der Welt ich seh dich schon vor die Hunde gehn wo soll denn das hinführen was soll da mal draus werden vielleicht denkst du später mal zurück du wirst noch an mich denken wenns zu spät ist da kommen wir nie zusammen da ist alles Reden vergebens lassen wir das Thema jetzt ist ja zwecklos man möchte meinen du wärst alt genug du ißt zu wenig greif tüchtig zu sieh dich mal an wie du aussiehst essen und trinken hält Leib und Seele zusammen spann mal richtig aus schalt mal richtig ab zieh was Ordentliches an geh zum Hausarzt und laß die Finger von der Politik laß Freunde Freunde sein laß dich gernhaben das Studium soll natürlich nicht darunter leiden bald weht ein anderer Wind o weh der Dichter ist wieder am Werk entsteht wohl ein neues Opus was entschuldige ich will dich nicht bei der Arbeit stören mach ruhig weiter aber mach bald Feierabend für jeden ist mal Feierabend


Literaturhinweis:
Manfred Ach: "Hallo Wien" - Begegnungen.
München: Edition Ludwig im Tale.

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