Ich
schreibe im vollen Manierismus, bediene mich naiver Klischees, halte mich über Seiten im
Ton einer arroganten Melancholie, gefalle mir in Selbstgefälligkeiten, überrasche mich
mit Zärtlichkeiten (heftige Umarmungsversuche meiner selbst), ich bin mir eine perfekte
Ersatzbefriedigung, wage mich schreibend in meine Magengegend, such mir mein Seelchen, aus
meiner Schwermut wird Wehmut, ich bete mich an (religiöse Verzückung zwingt mich in die
Knie), ich entdecke mein Genie - ich schnappe über: das Gebet ist ein Werbeslogan. (Jänner 2001) |
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