Black Power, X und Schwarze
Militanz in den 60ern

Von Friedrich Kastner

Lehrveranstaltung: SE: Mythos und Realität der Sechzigerjahre
Lehrveranstaltungsleiter: Reinhold Wagnleitner / Reinhard Krammer
Universität: Universität Salzburg, Institut für Geschichte
Semester: WS 1996/97


My guilt is "slavery's chains," too long
the clang of iron falls down the years.
This brother's sold. This sister's gone
is bitter was, lining my ears.
My guilt made music with the tears.
My crime is "heroes, dead and gone"
dead Vesey, Turner, Gabriel,
dead Malcolm, Marcus, Martin King.
They fought too hard, they loved too well.
My crime is that i live to tell.
My sin is "hanging from a tree"
 I do not scream, it makes me proud.
I take to dying like a man.
I know it won't impress the crowd.
My sin lies in not screaming loud.

    Maya Angelou


Inhaltsverzeichnis:


Einleitung:

Historischer Kontext:

   1. Schwarze Identität:

    2. Schwarzer Chauvinismus:

    3. Schwarzer Separatismus:

    4. The Hate Society:

    5. Public Enemy:

    6. King's X:

    7. Black Power:

Bibliographie

 

 

Einleitung:


    Im Zuge der heutigen Rap- und Hip Hop-Bewegung läßt sich eine Art Renaissance schwarznationalistischen Gedankengutes vermerken. Die Texte eines Ice-T oder Ice-Cube lesen sich wie Manifeste der Black Panthers oder anderer militanter Schwarzer. Man liebt es, gesampelte Reden eines Malcolm X als Effektmittel direkt in die Musik einzubauen oder verwendet Slogans wie das altbekannte „Burn, Baby, Burn!". Unter dem Aufkleber „Parental advisory - explicit lyrics" verbirgt sich aber auch ein Sammelsurium an kleinen Geschichten, welche direkten Bezug auf das Leben in den Ghettos der amerikanischen Großstädte nehmen. Man denke an South Central L.A. oder Compton - Namen, welche jedem Hip Hopfan durchaus geläufig sein müßten. RapTexte sind ein Mittel der Kommunikation, man könnte sie mit kurzen rythmischen Zeitungsartikeln vergleichen, wenn es soetwas geben würde:
"Rap artists, black youth culture's self-styled postmodern urban griots, dispense social criticism and history lessons with Malcolm's hot breath sampled between their fiery lyrics."

Soviel zur Motivation unter welcher das Thema der folgenden Arbeit zustandegekommen ist.


Historischer Kontext:

Zur leichteren Orientierung, in welchem Zusammenhang das Thema zu sehen ist soll eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse dienen. 
Seit 1945 kommt es zu einem verstärkten Zuzug von Schwarzen in die Städte als Folge der landwirtschaftlichen Industrialisierung. Die Arbeitslosigkeit wächst im Zuge der sprunghaft ansteigenden Automatisierung.- Ghettos entstehen.
1954 erklärt der Oberste Gerichtshof der U.S.A. auf Antrag der NAACP (National Association for the Advancement of Coloured People) unter W.E.B. Du Bois die Rassentrennung für verfassungswiedrig. 
Ab 1955 werden die ersten Aktionen gegen die Rassendiskriminierung nach dem Prinzip der Gewaltlosigkeit organisiert - zentrale Figur wird Martin L. King.
Ab 1960 wird im Süden und im Norden auf breiter Ebene für die Durchsetzung der Rassenintegration demonstriert. Eine Welle von Verhaftungen und Prozessen demoralisiert und enttäuscht mehr, als die Aktionen, welche 1967/68 auslaufen letzten Endes einbringen.
Es kommt zum Aufschwung der "Black Muslims" des Elijah Muhammed. Malcolm X wird bekanntester Agitator.
Ein neues Interesse an den historischen und kulturellen Wurzeln der Afro-Amerikaner beginnt zu erwachen.
1963 bricht Malcolm X mit der "Nation of Islam" und gründet seine "Organisation of Afro-American Unity."
Auf den historischen Marsch auf Washington vom 28.8.1963 folgt eine Reihe von blutigen Anschlägen auf schwarze Einrichtungen, was eine Serie gewalttätiger Aufstände im Zuge des „heißen Sommers" nachsichzieht: 1964 Harlem, 1965 Watts, 1966 Chicago, 1967 Newark und Detroid. - 1968 wird schließlich das ganze Land erfasst.
Das Attentat auf Malcolm X 1965 trägt zusätzlich zur Radikalisierung bei.
Ab 1966 beginnt sich die Black-Power-Bewegung zu formieren, welche besonders in den Ghettos des Nordens großen Anklang findet. Die schwarzen Gemeinden beginnen sich als Teil der "drittenWelt" zu empfinden.
1966 Gündung der "Black Panther Party for Self-Defense", welche 1967 durch ihre friedlich Invasion des Kapitols von Kalifornien landesweit bekannt wird.
Rap Brown und Stockley Carmichael stoßen ein Jahr später zu den Panthers.
Die Ermordung Kings Ostern 1968 löst Massendemonstrationen und Aufstände in über 100 Städten aus.
Die Zerschlagung der Black Panthers 1968/69 stellt gleichzeitig auch das Ende der Bürgerrechtsbewegung dar: "Black Power verbindet sich mehr und mehr mit anderen politischen und sozialen Verbindungen.

 
1. Schwarze Identität:

Nach dem zweiten Weltkrieg machten sich schwarze Wissenschaftler an die Rekonstruktion der afrikanischen Geschichte und Kultur - ein Prozeß, welcher im Kontext antikolonialistischer Bestrebungen zu sehen ist.. Es geht um die 4oo Jahre weiße Hegemonie. 
W.E.B. Du Bois, ein Vordenker dieser geistigen Bewegung zur Befreiung der ehemals kolonialisierten Völker dieser Welt nennt dies "the last great battle of the West". Du Bois versucht, bewußt zu machen, daß eine weiße Minderheit über die Geschicke der restlichen Welt bestimme, seine Werte jedem Erdteil aufzudrängen versucht. Dem Christentum wird hiebei eine Schlüsselrolle zugeteilt, lieferte es doch in seiner spätmittelalterlichen Auslegung alle Voraussetzung zur Versklavung indigener Völker. Die Konzeption eines "dunklen Kontinents" Afrika z.B. ließ es schier als Akt grenzenloser Mildtätigkeit und Menschenfreundlichkeit erscheinen, den Eingeborenen das christlich-abendländische Licht zu bringen. Erhabenheit und universeller Anspruch westlicher Werte wird entschieden in Frage gestellt -die Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen Wurzeln wird propagiert. Auch von der Platitüde des Schwarzen als „man without a past" will man nichts mehr wissen. Das afrikanische Kulturerbe heißt es nun wiederzuentdecken, da man hierin einen Ausweg aus der großen Identitätskrise des Schwarzen in den U.S.A. sah, welche diesem in den Nachkriegsjahren schon gar nicht mehr bewußt ist. In seinem Werk „The Souls of Black Folk (1903) beschreibt Du Bois die Gespaltenheit der schwarzen Seele:
"One ever feels his twoness, an American, a Negro; two souls, two thougts, two unreconciled strivings;" Ursache des schwarzen Selbsthaßes sei eine vierhundertjährige Gehirnwäsche, im Zuge welcher die Betroffenen all die ihnen attestierten Klischees und Stereotypen bereits selbst zu glauben begonnen hatten.

Carmichael bemerkt hiezu treffend als er sich an diverse Kinobesuche während seiner Jugendzeit zurückerinnert:

"White Tarzan used to beat up the black natives. I would sit there yelling, „Kill the beasts, kill the savages, kill'em!" I was saying: Kill me."

Auch Malcolm X meint hiezu :

"Wir haßten unser Haar...Oh ja! Wir haßten die Farbe unserer Haut...Wir haßten uns selbst. Unsere Farbe wurde zur Fessel...zum Gefängnis,...sie ließ uns weder in die eine noch in die andere Richtung gehen." 

James Cone zum selben Thema:

"It is not easy to survive in a society that says that you do not count. Many do not survive. With the absence of black pride, that „I am somebody" feeling, many young African-Americans have no respect for themselves or for anybody else...Malcolm X is the best medicine against genocide."

Die Nation of Islam hatte sich die Schaffung eines schwarzen Selbstwertgefühls unter Verbesserung moralischer, politischer, wirtschaftlicher und sozialer Bedingungen für die Betroffenen zum Ziel gesetzt und auch spezielle Strategien entwickelt. Konkrete Punkte zur Lebensreform wurden ausgearbeitet:

-Pflege der natürlichen schwarzen Haartracht

-Gesundheitsbewußtsein: Rauchen war den Mitgliedern streng verboten.

-ein eigenes Drogenprogramm:

Diese Selbsthilfestrategie, welche unter dem Namen „Fishing" bekannt war, zielte darauf ab, dem Süchtigen die wahren Gründe für sein Leiden aufzuzeigen, um ihm anschließend, nach freiwilliger Therapie eine Aufgabe in der Organisation zu geben. Auch bemühte man sich im Zuge der Black Power-Bewegung um zerrüttete Familien:

"Wenn man die Eltern in Ordnung bringt, dann kommen auch die Kinder in Ordnung."


2. Schwarzer Chauvinismus:

Schon 1829 spricht David Walker in seiner Publikation "An Appeal to the Coloured Citicens of the World"  vom weißen Mann als dem natürlichen Feind der Schwarzen.
Die Nation of Islam vertritt in den 50er und 60er Jahren eine ähnliche These, als sie das Feindbild der „weißen Teufel" ausruft. Malcolm X präzisiert den Begriff indem er ihn auf die kollektive Grausamkeit der Weißen sowohl in der Geschichte, als auch in der damaligen amerikanischen Gesellschaft anwendet. Eigene NOI-Hymnen wie "White Man's Heaven Is Black Man's Hell" oder das Theaterstück "Orgena" putschen die rassistischen Resentiments noch zusätzlich auf. Auch wird von der NOI großer Wert auf die rassischen Wurzeln des Islam gelegt. Man wendet sich auch gegen Juden, da man ihnen ausbeuterische Geschäftspraktiken unterstellt: 

"In every black ghetto, Jews own the major business. Every night the owners of those businesses go home with that black community's money, which helps the ghetto to stay poor."
Die neue Militanz weißt jedoch auch eindeutig sexistische Züge auf - besonders in der NOI hat die schwarze Frau nichts zu lachen:

"Frauen, die sich ständig beklagen, können das nur tun, weil sie wissen, daß sie damit durchkommen." 

Zur Illustration sei auch ein Tafelbild im Zuge einer NOI-internen Belehrung an der University of Islam, Chicago 1963, zu erwähnen: 

Husbandry

 Man = Husband = Father

 Man = Protector = Provider

 Man = Controller = Elevator

 Man = Authority = Head

 God God..... God

Doch gebietet es die Fairness, dieses Tafelbild auch im sozialen und historischen Kontext zu betrachten: Wie bereits oben erwähnt heißt es Ordnung in die schwarzen Verhältnisse zu bringen, intakte Familien zu forcieren. Männlichkeit wird großgeschrieben, oder was man für den Ausdruck des Männlichen zumindest hält. Malcolm X meint zu diversen Sit-ins abschätzig: "Jeder kann sitzen. Eine alte Frau kann sitzen. Ein Feigling kann sitzen... Zum Stehen braucht es einen Mann." Allein die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden wird mit Männlichkeit gleichgesetzt. Doch darf man nicht glauben, daß sich sexistische Tendenzen lediglich auf die militanten Schwarzen beschränkten. Cone versucht Parallelen zwischen Malcolm X und Martin L King zu zeigen: 
"Martin's and Malcolm's views regarding women's place were not significantly different from those of men of other races."


3. Schwarzer Separatismus: 

Until the philosophy which hold one race 
Superior and another inferior
Is finally and permanently discredited and abandoned
Everywhere is war, me say war
That until there are no longer first class
and second class citizens of any nation
Until the colour of a man's skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war

    Robert Nestor Marley 

Man war nicht mehr gewillt, in dieser rassistischen Gesellschaft mit den weißen Amerikanern zu leben und wollte eigenes Land für das schwarze Volk. Bereits im 18.Jh. propagiert die American Colonization Society diesen Gedanken, welcher dann zu Beginn des 20.Jh. von Männern wie Marcus Garvey oder Martin Delaney übernommen wird. Auch Du Bois fürchtet sich vor „racial fragmentation and assimilation". Er spricht von der kulturellen Verpflichtung des schwarzen Mannes vor seinem eigenen Volk:

 "It (freedom) will bring, however, certain curious problems. How far will...young Negroes consider that their primary duty is toward the cultural group which they represent and which created them? (...) They may look upon their careers as American, not Negro; withdrawing themselves from the Negro group as far as possible."

Er warnt auch davor, daß Afro-Amerikaner zu „Klonen" der weißen Amerikaner würden.

"What are we really aiming at ? The building of a new nation or the integration of a new group into an old nation? The latter has long been our ideas. Must it be changed? Should it be changed? If we seek new group loyality, new pride of race, new racial integrity - how, where, and by what method shall these things be attained? A new plan must be built up."

Hier handelt es sich sicher um ein Schlüsselzitat für die gesamte neue schwarze Militanz der 60er. Auch Malcolm X wendet sich entschieden gegen integrative Bestrebungen, was ihn schließlich auch zu einem der vehementesten Kritiker der Bürgerrechtsbewegung unter King werden läßt:

 "Integration", ultimately, would destroy the white race...and destroy the black race."

Selbiger übt scharfe Kritik an Harry Belafonte und Sammy Davis Jr., welche mit weißen Frauen zusammenleben, und bedauert "brown babies" als "racial freaks"

X konkretisiert seine Forderung andernorts:

"A seperate territory on which we can lift ourselves out of these white man's slums for us,..."

Carmichael hiezu:

"This is what the white society does not wish to face; this is why that society prefers to talk about integration. But integration speaks not at all to the problem of poverty, only to the problem of blackness. Integration today means the man who „makes it", leaving his black brothers behind in the ghetto as fast as his new sports car will take him."

X bringt in diesem Kontext auch seine Interpretation der Juden in Deutschland ein:

"Their own Jewish religion, their own rich Jewish ethnic and cultural roots, they anesthetized, and cut off...until they began thinking of themselves as „Germans". (...) Their self-brainwashing had been so complete that not long after, in the gas chambers, a lot of them were still gasping, „It can't be true!"


4. The Hate Society:

You see men sailing on their ego trips
Blast off on their spaceships
Million miles from reality
No care for you, no care for me
So much trouble in the world now

     Robert N.Marley 


Cone, welcher versucht die Figuren King und Malcolm X gegenüberzustellen versucht auch deren unterschiedlichen Sichtweisen und Einstellungen zur amerikanischen Gesellschaft der 50er und 60er Jahre herauszuarbeiten. Wo der eine von seinen Träumen von einer besseren Welt spricht kann sich der andere von jenem unmenschlichen Alptraum der schwarzen Lebenswelt der damaligen Zeit nur sehr schwer lösen:

"From the very beginning, however, Malcolm X understood that the conditions of black Americans were a nightmare of racial injustice, urban poverty, and drug addiction, all presided over by the negligence and hypocrisy of white liberals and unprincipled racists."

Carmichael vergleicht in seiner Rede von 1967 die amerikanische Gesellschaft mit einem Octopus, welcher alles an sich zu ziehen und zu dominieren sucht:

"For a century, this nation has been like an octopus of exploitation, its tentacles stretching from Mississippi and Harlem to South America, the Middle East, southern Africa, and Vietnam; (...) For racism to die, a totally different America must be born." 

Besonders seitens staatlicher Institutionen und der Regierung fühlt man sich in der Kennedyära verraten und verkauft. Wie sollte aus dem schwarzen Elend "demokratisches Bewußtsein" oder fairplay geboren werden, wenn selbst demokratische Einrichtungen, wie Gerichtswesen und Exekutive, zu einer rassistischen Farce werden? Man spricht von einer regelrechten „routinization of violence" welche aus der unreflektierten rassistischen Atmosphäre des sogenannten „Amerikanischen Traums" geboren wurde. Was hätte man schon anderes zu erwarten, von einer Gesellschaft, welche ihre Wurzeln tief in die vierhundertjährige Geschichte der Sklaverei geschlagen hat? Selbst die Sozialwissenschaften in den 50ern und 60ern tümpeln vorwiegend noch in traditionellem sozialdarwinistischem Fahrwasser und schreiben die Bedingungen der schwarzen Bevölkerung den üblichen hohlen Klischees und Vorurteilen zu. Seitens der Regierung findet man es nicht der Mühe wert, darauf zu reagieren. Man weigert sich partout die Zeichen der Zeit zu lesen, die Schwarzen beginnen über ihre Situation und deren Ursachen nachzudenken und werden von redegewaltigen militanten Führern zusätzlich politisiert:

 "Theirs was a world where the lines of equity had been carefully and conspicuously limited according to race."

 Und wieder bringt Malcolm X das Problem auf den Punkt:

 "It isn't the American white man who is a racist, but it's the American political, economic, and social atmosphere that automatically nourishes a racist psychology in the white man. (...) The society has produced and nourishes a psychology which brings out the lowest, most base part of the human beeings."

Besonders die Ausschreitungen in Birmingham, Alabama erschüttern endgültig den Glauben an Demokratie und eine friedliche Lösung. Kennedy's Appelle betreffs jener Barbareien sind noch kaum durch den Äther, als am selben Abend das NAACP-Mitglied Medgar Evers ermordet wird. Der Kongreß reagiert weder auf die Bemühungen J.F.K.'s noch auf die eklatante Zunahme von Gewaltakten. Selbst der historische Marsch läßt diesen im Großen und Ganzen kalt. Soll es also verwundern, daß Desillusionierung und Verzweiflung steigen und der Ruf nach drastischeren Mitteln immer lauter wird? Julius Lester, Musiker und Schriftsteller, schreibt hiezu in einem Musikmagazin:

"Non-violence might do something to the moral conscience of a nation, but a bullet didn't have morals and it was beginning to occur to more and more organizers that white folks had plenty more bullets than they did conscience."

Die Motive der Liberalen werden immer mehr suspekt und man stellt sich immer häufiger die Frage "Whose side is the government on?":

"The Negro citizens of that area were left to the local police. The U.S. Constitution was left in the hands of Neanderthal creatures who cannot read it, and whose only response to it has been to grunt and swing their clubs."

Hier sind Leute wie Gouverneur George Wallace oder „Bull" Connors gemeint, welche Schwarzen Studenten den Zugang zur Universität von Tuscaloosa, Alabama streitig machen wollten. Die Nationalgarde muß extra der Bundesregierung unterstellt werden, um diese etwas bei der Stange zu halten. Auch die ambivalente Haltung Kennedys zur Bürgerrechtsfrage sei hier als Faktor hervorzuheben. Dieser gewinnt 1960 im Zuge seiner „New Frontier"-Kampagne nur mit knapper Mehrheit die Wahlen, hat als aufgrund des Wahlergebnisses kein Mandat für politische Reformen und wird auch vom Kongreß in dieser Richtung systematisch eingebremst. Was bleibt, sind Alibihandlungen und verschleppte Wahlversprechen. Perry charakterisiert schön das Lavieren des Präsidenten:

"Politisch betrachtet schwankte er zwischen der Notwendigkeit, die Unterstützung der Südstaaten-Demokraten für sein Legislativprogramm - und seine zukünftige Wiederwahl - zu behalten, und der Notwendigkeit, sich die Unterstützung der Schwarzen in den Städten wieder zu sichern, mit deren Stimmen er 1960 in einigen maßgeblichen Staaten knapp vor Richard Nixon gesiegt hatte."

Malcolm X unterstellt Kennedy polemisch, sich mehr für die Berliner Mauer zu interessieren, als für die Mauer von Alabama. Lyndon B.Johnson bemüht sich in seiner "Great Society" den Ansatz Kennedys weiterzuführen. Erfolge zeigen sich: Das Wahlrecht wird durchgesetzt, es kommt zur Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Plätzen, das Verbot der Rassendiskriminierung am Arbeitsplatz wird abgesichert. Für gleiche Bildungs-Chancen wird im Zuge des „Elementary and Secondary Education Act 1965 und dem "Higher Education Act" $ 1 Mio. locker gemacht. Der "Model Cities Act von 1966 beinhaltet neben allgemeinen Maßnahmen zur Stadtsanierung auch ein Armenprogramm, weitere bildungspolitische Maßnahmen. Dies hört sich alles wunderbar an, die „Great Society" bleibt jedoch mehr oder weniger beim bloßen Ansatz, da ein Großteil der Gelder von der Bürokratie verschlungen oder für den Straßenbau zweckentfremdet wird. Was von der "G.S." dann noch übrigbleib, wird für den Vietnam-Krieg geopfert.
Der Focus des schwarzen Protestes beginnt sich in den ausgehenden 60ern immer mehr auf die Slums in den urbanen Ballungsgebieten zu verschieben. Leute wie Nathan Glazer und Richard Wade versuchen zwar mit Recht darauf hinzuweisen, daß die Lebensbedingungen in den Städten viel besser seien, als 50 oder 100 Jahre zuvor. Jedoch vergleichen die Bewohner der Ghettos ihren Zustand schon lange nicht mehr mit dem ihrer Großeltern, wie Wynn treffend formuliert, sondern mit dem ihrer Zeitgenossen in Suburbia. Im Zuge der „Black Power" beginnt immer mehr marxistisches Gedankengut in den militanten Protest einzufließen. Carmichael verkündet ohne Umschweife:

"Wir kämpfen für eine Neuverteilung des Besitzes und das Ende des Privateigentums in den U.S.A.."

Jacob Bethea, ein Mitglied der Black Panthers tut all seine Abscheu vor der damaligen Politik kund: 

"I don't even believe it [hunger] should exist in a land so resourceful as this, you know. It's very wealthy'cause it's very greedy, you know, but it has never taken any care of its own, you know."

Malcolm X auf die Vorwürfe, die angespannte Lage noch unnötig aufzuheizen:

"It takes no one to stir up the sociological dynamite that stems from the unemployment, bad housing, and inferior education already in the ghettoes."

Und in der Tat wurde vielen weißen Amerikanern aus den höheren Schichten die Armut im eigenen Land erst in den 60ern wieder so richtig bewußt. Verständlicherweise wird der teure Krieg in Vietnam immer mehr zu einem roten Tuch:

"How is it that the government can protect the Vietnamese from the Viet Cong and the same government will not accept the moral responsibility of protecting people in Mississippi?"

1967 z.B. werden 10-20% des Bruttosozialprodukts für militärische Zwecke verwendet! Der Kerner-Report von 1968, welcher sich mit den Zusammenhängen der Rassenunruhen in verschiedenen amerikanischen Städten beschäftigt, sieht sich mit einem multikausalen Phänomen konfrontiert: Einerseits besteht eine Wechelwirkung zwischen Protest und der Haltung der Regierung. Andererseits wird auch der Zusammenhang zwischen den bereits oben erwähnten antikolonialistischen Bestrebungen und der gegebenen sozialen Situation betont. Militante schwarze Agitatoren und Polizei kommen bei den Schuldzuweisungen ungefähr gleich schlecht weg. Weißer Rassismus wird besonders hervorgehoben. Rassenkrawalle, aber auch die wachsende Anti-Kriegsbewegung und der neue selbstbewußte Jugendprotest überfordern immer mehr den amerikanischen Durchschnittsbürger, was sich schließlich auch im Wahlverhalten niederschlagen sollte und Nixon an die Macht bringt. Die Fronten beginnen sich zusätzlich zu verhärten, Desillusionierung.und Orientierungslosigkeit greifen weiter um sich.


5. Public Enemy:

Either extermination root and branch, or absolute equality. 
There can be no compromise. This is the last great battle of the West.

     W. E. B. Du Bois


Der militante Weg, für die Rechte der Schwarzen in Amerika einzutreten, hat bereits eine lange Tradition. Bereits Frederick Douglass postuliert: 

"Let every man work for the abolition af slavery in his own way. I would help all, and hinder none."

Hier ist eine der Schlüsselforderungen eines Malcolm X bereits vorweggenommen:

"Our objective is complete freedom, complete justice, complete equality, by any means necessary."

Gewaltanwendung findet als Akt der Selbstverteidigung immer mehr Akzeptanz. Carmichael hiezu:

"We can not be expected any longer to march and have our heads broken in order to say to whites: come on, you're nice guys. For you are not nice guys. We have found you out."

Man ist es einfach leid, immer nur die andere Backe hinzuhalten:

"Colonialism, is violence in its natural state, and it will only yield when confronted with greater violence." (Frantz Fanon)

Malcolm X hiezu in altbekanntem Zynismus:

"You show me a black man who isn't an extremist and I'll show you one who needs psychiatric attention."

Gewalt dient aber auch als Mittel, um Macht zu gewinne - die Macht, um endlich zu nennenswerten Resultaten zu kommen. In erster Linie geht es Malcom X darum, zu drohen: Des öfteren beschwört dieser das Gespenst einer schwarzen Rebellen-Armee, welche das Land von schwarzen und weißen Feinden gleichermaßen säubern würde.:

"[...] militantly disciplined Muslims should also be there - for all the world to see, and respect and discuss."

Doch wie im bekannten Sprichwort bleibt es in der Regel beim Bellen. Doch auch hiezu an anderer Stelle mehr. Man bereitet sich zumindest vor. NOI-Mitglieder beginnen in Judo und Karate zu trainieren, zur Selbstverteidigung, wie Malcolm ausdrücklich betont. Auch die Black Panthers rufen 1966 im Zuge ihres "Revolutionären Nationalismus" zur bewaffneten Selbstverteidigung auf. Die Offensive wird auf indirektem Wege geführt - aggressive Slogans wie das bekannte "Burn, Baby, Burn" begleiten die zahleichen Rassenkrawalle Ende der 60er.

 Malcolm X in üblich pointierter Manier:

"New York white youth were killing victims; that was a „sociological" problem. But when black youth killed somebody, the powerstructure was looking to hang somebody. (...) When whites had rifles in their homes, the Constitution gave them the right to protect their home and themselves. But when black people even spoke of having rifles in their homes, that was "ominous"."

Kritik bleibt natürlich nicht aus: Schon 1959 wird in der TV- Sendung "The Hate That Hate Produced" Malcolm und seine NOI bezichtigt, Haß und Feindschaft zu predigen. Dieser kontert indem er all das Unrecht aufrechnet, welches dem schwarzen Mann vierhundert Jahre lang angetan wurde:

"The white man is in no moral position to accuse anyone else of hate! Why, when all my ancestors are snake-bitten, and I'm snake-bitten, and I warn my children to avoid snakes, what does that snake sound like accusing me of hate-teaching?"

Wenn man sich mit einer Persönlichkeit beschäftigt, und diese auch verstehen will, so ist es notwendig sich auch den Kontext ihres gesamten Lebens vor Augen zu führen: Woher kommt jemand, wohin geht er, wie war sein Leben. Wie bei allen Menschen sind auch bei Malcolm X frühe Erfahrungen in seinem Leben prägend: er kommt von ganz unten, hat also die Lebensumstände der Mehrheit der Afro-Amerikaner hautnah miterlebt. Auch die ungeschriebenen Gesetze des Lebens auf der Straße sind ihm wohl bekannt - mußte er doch schon von Anfang an lernen, bei einem Spiel mitzuspielen, in welchem es lediglich hieß: "Fressen oder gefressen werden!" So verwundert Malcolms Ablehnung von Gewaltlosigkeit und Integration keineswegs:

"But since the masses in the ghettos saw no evidence of a political order that recognized their humanity or a moral conscience among white people, an appeal to integration and nonviolence sounded like a trick to delude and disarm poor blacks, so whites would not have to worry about a revengeful response to their brutality."

Auch nach seinem Scheiden von der Nation of Islam wendet sich X entschieden gegen Kings Beharren auf dem Wert der Gewaltlosigkeit, wodurch er auch nach seiner politischen Kurskorrektur der weißen amerikanischen Öffentlichkeit suspekt bleiben sollte. Doch genau dies entspricht ganz seinem Interesse, sollten doch seine permanenten Verbalattacken und düsteren Drohungen und Prophezeiungen die amerikanische Öffentlichkeit bei der Stange halten und die gemeinsame Sache beschleunigen. Natürlich werden Menschen wie X überwacht: F.B.I., B.O.S.S. und der C.I.A. verfolgen ihn auf Schritt und Tritt. Allein das F.B.I. unter Edgar J.Hoover trägt über ihn ein Dossier über 2300 S. zusammen. Malcolm ist dieser Umstand durchaus bewußt:

"When I was speaking publicly sometimes I'd guess which were F.B.I. faces in the audience, or other types of agents. (...) Black agents were sent to infiltrate us "[NOI] 

Malcolm X begeht jedoch lediglich verbale Gewalttätigkeiten. Bereits im Ghetto lernt er, daß es nämlich oft wirkungsvoller ist, den Schlag nur anzudrohen und nicht auszuführen, besonders wenn man der Schwächere ist. Immer wieder ermahnt er, die Schwarzen sollten bei Aktionen ihre Intelligenz einsetzen, er schützt weiße Reporter, welche sich sich nach Harlem gewagt hatten. Immer wieder kommen seine Aufforderungen, die Polizei weder anzugreifen, noch zu provozieren. Als ihm vorgeschlagen wird, Guerillas in den Süden zu schicken, will er damit nichts zu tun haben. Auch sollten Schwarze nie die Ersten sein, die Gewalt anwenden. Als Schaf im Wolfspelz gewährte er ihnen ihre Rache zwar in der Phantasie, aber nicht in der Wirklichkeit, wie Perry hiezu treffend formuliert. Und dennoch wird seine Autobiographie zum „Evangelium" der schwarzen Revolution und er selbst zum geistigen Ahnherrn jener Militanz, welche die Schwarzen in den 60er Jahren erfassen sollte.


6. King's X:

Too much love
Too much love,
Nothing kills a nigger like 
Too much love.

       Julius Lester


Auch wenn es vielleicht beide nicht wahrhaben wollen, so stellen wie bereits früher kurz erwähnt doch King und X zwei Seiten derselben Medaille dar - allen offen ausgesprochenen Widersprüchen und Unstimmigkeiten zum Trotz. Eine kurze Darstellung jener Dynamik, welche sich zwischen den beiden Führerpersönlichkeiten herausentwickeln sollte gibt hierüber mehr Aufschluß. Zunächst eine kurze Charakteristik der Bürgerrechtsbewegung:
In erster Linie zielt diese auf den sogenannten "Jim Crow"-Süden ab und sieht trotz allen Enttäuschungen und Demütigungen in den demokratischen Institutionen einen potentiellen Verbündeten. Dies wird verständlicher, wenn man bedenkt, daß Kings Bewegung zum Großteil auf die Mittelklasse und deren Werte ausgerichtet ist. In Verbindung mit der christlichen Orientierung ist natürlich auch das strikte Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit zu sehen.
Die schwarze Militanz, welche ein Kind des Ghettos der Städte im Norden ist, hat damit natürlich so ihre Probleme. Besonders ihr erster Wortführer übt polemische Kritik. Die Führer des friedlichen Protests verunglimpft X als "Uncle Toms", Kollaborateure und dergleichen mehr:

"Just as the slavemaster of that day used Tom, the house Negro, to keep the field Negro in check, the same old slavemaster today has Negroes who are nothing but modern Uncle Toms, to keep you and me in check, keep us under control, keep us passive and peaceful and nonviolent."

King sei das Beste, was den Weißen passieren konnte: Wenn einer die Schwarzen von der Gewaltlosigkeit überzeugen kann, so nütze dies den Weißen. Er verunglimpft aber auch andere Führer wie Roy Wilkins, Whitney Young oder A.Philip Randolph, welche von Kennedy ins Weiße Haus geladen werden. Für die Militanten ist das Civil Rights Movement nur eine Pufferzone, welche das Schlimmste zugunsten des Establishment abfedern sollte. Man ist zu keinerlei Kompromissen mehr bereit:

"The days of singing freedom songs and the days of combating bullets and billy clubs with Love. We Shall Overcome (...) sounds old, out-dated..."

Man gibt sich auch betont intellektuellenfeindlich., da man sich und die Sache verraten glaubt. Malcolm X bezeichnet die schwarze Bourgeoisie als "Trottel mit Doktortiteln". Dieser hat jedoch neben purer Polemik auch handfeste Argumente vorzuweisen:

 "They [the so -called intellectuals] possessed the academic know-how, they possessed the technical and the scientific skills that could help to lead their mass of poor, black brothers out of our condition"

Weißes Geld hätte seiner Meinung nach in schwarzen Organisationen nichts verloren, da die Stoßkraft dadurch verwässert würde - dies gild ebenso für weiße Mitarbeiter: In diesem Kontext sind auch seine Angriffe auf den Marsch auf Washington zu sehen. 

"The marchers had been instructed to bring no signs - signs were provided. They had been told to sing one song: „We Shall Overcome". They had been told how to arrive, when, where to arrive, where to assemble, when to start marching, the route to march."

Für ihn war das Ganze eine gigantische Farce, ein Picknick, keine Revolution

"What that March did was lull Negroes for a while."

Die NAACP bezeichnet er als „schwarzen Körper mit einem weißen Kopf":

"The white man! He feeds those organizations! So he controls those organizations""

King wiederum bezeichnet Malcolms Ansätze wiederum als unverantwortlich und moralisch falsch. Außerdem attestiert dieser auch noch gewisse selbstmörderische Tendenzen, wenn man bedenkt, daß die Schwarzen in den 60ern nur an die 10% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Doch eben diese Kompromißlosigkeit sollte Malcolms politische Stärke ausmachen und er erkennt dies auch selbst:

"I knew the ghetto instinctively extends that trust only to one who had demonstrated that he would never sell them out to the white man."

Durch die bereits oben erwähnte Mittelklasseorientierung ist es für ihn ein Kinderspiel, der Bewegung mangelnden Ghettobezug zu unterstellen. Doch King und X brauchen einander auf eine ganz spezielle Weise: Wie bereits früher erwähnt beschleunigt die permanente militante Drohung im Hintergrund die Fortschritte der Bürgerrechtler. Sukzessive wird ehemals schwarze Furcht in weiße Furcht verwandelt - glaubt man doch auf einem permanenten sozialen Pulverfaß zu leben. Perry zum Thema der Gewaltlosigkeit:

"Es gehört zu den Paradoxien der schwarzen Revolution, daß Malcolm die Gewalt mied, die er durch seine militante Rhetorik unterstützte, King und seine Genossen sie jedoch suchten, obwohl sie auf Gewaltlosigkeit bestanden."


7. Black Power:

Build your penitentiary, we build your schools
Brainwash education to make us the fools
Hate is your reward for our love
Telling us of your God above

We gonna chase those crazy
Chase those crazy bunkheads
Chase those crazy baldheads out of town

Here comes the conman
Coming with his con plan
We won't take no bribe, we got to stay alive

     Robert N. Marley

Die Gesetze beginnen zwar im Süden zu greifen, können jedoch für das Elend der Ghettos im Norden keine Lösungen bieten. Daher beginnt man Selbsthilfeprogramme ins Leben zu rufen. Malcolm X „Organisation of Afro - American Unity" (OAAU), Vorläufer der späteren „Black Panthers" sei in diesem Zusammenhang zu erwähnen, auch wenn sie in ihrem kurzen Bestehen außer einem Bildungs - Kommitee recht wenig an Erfolgen vorzuweisen hat. X formuliert nach seinem Scheiden von der NOI seinen veränderten Standpunkt bezüglich des Schwarzen Nationalismus und bereitet somit der Black Power-Bewegung den Weg:
Nicht länger geht es um schwarzen Separatismus, sondern um das Recht der Schwarzen, Politik, Wirtschaft, Schulen und andere gesellschaftliche Einrichtungen in ihren Gemeinden selbst zu kontrollieren. Nun heißt es an einem Strang zu ziehen, um die Macht zu erlangen, welche zur Verbesserung der Lebensbedingungen notwendig ist. 

Schon Malcolm X meint auf sich selbst gestellt hiezu:

"Sie und ich, wir wollen eine Organisation schaffen, die uns so viel Macht gibt, (daß) wir tun und lassen können, was wir wollen"

Schon früh bezeichnet X den schwarzen Mann als politisch und ökonomisch krank und betont die Wichtigkeit eines schwarzen Lobbys:

"We had to work for power, because this country does not function by morality, love and nonviolence, but by power."

Mit Stockley Carmichaels „Black Power" tritt 1966 eine neue Generation militanter Schwarzer an die Öffentlichkeit:  Afrika wird als Beispiel erfolgreicher Selbsthilfeinitiative gebraucht:

"This is one reason Africa has such importance: The reality of black people ruling their own nations gives blacks elsewhere a sense of possibility, of power, which they do not now have."

Auch distanziert man sich zumindest ansatzweise vom althergebrachten Rassismus:

"It was for example the exploitation by Jewish landlords and merchants which first created black resentment towards Jews - not Judaism. The white man is irrelevant to blacks, except as an oppressive force."

Schwarzes Geld soll zukünftig in schwarze Taschen wandern:

"We want to see money go back into the community and used to benefit it."

Auch zu Vietnam bezieht man Stellung und fordert offen zur Kriegsdienstverweigerung auf Schon Malcolm X hat dieses Thema eingehend behandelt - der Zynismus ist wohl kaum noch zu überbieten:

"Hier liegt ein GM (gelber Mann) , getötet von einem SM (schwarzer Mann) im Kampf für den WM (weißen Mann) , dem Mörder aller RM (roten Männer). "

An anderer Stelle:

"Why should we go off to die somewhere to preserve a so-called „democracy" that gives a white immigrant of one day more than it gives the black man with four hundred years of slaving and serving in this country?"

Carmichael übernimmt dieses Argument 1967:

"We won't fight to save the present society, in Vietnam or anywhere else."

Selbst von chauvinistischen Tendenzen will man sich entfernen. Dies gipfelt darin, daß 1970 Huey Newton in einem Artikel in der Black Panther Partyzeitung auffordert, endlich mit den Verbalattacken gegen Homosexuelle aufzuhören, um sich lieber etwas näher mit dem Thema "schwarze männliche Sexualität auseinanderzusetzen. Newton fordert gar eine Allianz mit dem "gay liberation movement".

 


Bibliographie:



Adams, Willi P.(Hg.), Fischer Weltgeschichte Bd.30, Frankfurt/M. 1994

Dent, Gina (Hg.), Black Popular Culture, Seattle 1992

Dyson, Michael E., Reflecting Black - African - American Cultureal Criticism, Minnesota 1993

Griffith, Robert (Hg.), Major Problems in American History Since 1945 - Documents and Essays, Lexington 1992

Early, Gerald (Hg.), Lure and Loathing - Essays on Race, Identity and the Ambivalence of Assimilation, New York 1994

Malcolm X/Alex Haley, The Autobiographie of Malcolm X, New York 1985

Perry, Bruce, Malcolm X. Ein Mann verändert Amerika, Hamburg 1993

Skolnick, Jerome H., The Politics of Protest, New York 1969

Steward/Tabori/Chang (Hg.), Malcolm X - The Great Photographs, New York 1993

The Roaring Sixties - Der Aufbruch in eine neue Zeit, Amsterdam 1992

Ulich/Stenger/Büscher (Hg.), Language and Politics - Political Speeches in the U.S.A., Berlin - Schöneberg 1986


 

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