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Hermann Nitsch in Rauris*

Bereits seit 1985 tritt die Amtskirche gegen Nitschs "inhumane, destruktive Kunst"
auf
, die gezielt religiöse Symbole (u. a. Monstranzen und Messgewänder) missbrauche
und vermarkte. Das sei ein "schwerwiegender Angriff auf die Gottesverehrung und die
Menschenwürde", nicht zuletzt deshalb, weil "vorbiblisch-heidnische Opferrituale" durch
gezielte Überschreitung ethischer und religiöser Schranken den Akteuren und dem Publikum
ein Gefühl der Befreiung verschaffen" möchten und dabei bewusst auf Sublimierung von
Trieben" verzichteten. Nitschs Konter: "Ich verwende in meinen Aktionen Kultgegenstände
von allen Religionen – aber dies keineswegs in herablassender Art. Meine Aktionen
sind keine Entsublimierung alter 'frevlerischer' oder 'heidnischer' Kulte, mir geht es
einzig und allein um Aufdeckung, Bewusstmachung und Sublimierung des
Triebhaften – also letztlich um ein tiefes, begeistertes Ja zum Leben."

Von Karl Müller
(15. 09. 2006)

...



ao. Univ.-Prof. Mag. Dr.
Karl Müller
Karl.Mueller [at] sbg.ac.at

G
eb. 1950 in Puch bei Hallein;
Studium der Germanistik und
Anglistik, Lehrbefugnis für
Neuere deutsche Literatur;
Gastdozenturen in Debrecen,
Lemberg und Amsterdam.

Publikationen zur öster-
reichischen Literatur des 19.
und 20. Jahrhunderts, zur
Geschichte der Literatur-
wissenschaft und zur
Literaturpolitik.

Mitglied des Zentrums für
Jüdische Kulturgeschichte an
der Universität Salzburg,
Vorsitzender der Theodor-Kramer-
Gesellschaft, Vorsitzender des
Vorstandes des Literaturhauses
Salzburg; Mitglied der Jura-Soyfer-
Gesellschaft (Wien) und des
Österreichischen P.E.N.-Clubs,
Jurytätigkeit, Preis des Fonds
der Landeshauptstadt Salzburg
zur Förderung von Kunst, Wissen-
schaft und Literatur (1998),
Leiter des Online-Projektes
"Österreichische Schriftsteller-
Innen des Exils seit 1933“.
 

*Der Vortrag "Hermann Nitsch
in Rauris
" wurde im Rahmen
der folgenden Tagung gehalten:
Literatur als Skandal. Inter-
nationale Tagung im Rahmen
des Forschungsschwerpunkts
"Prozesse der Literaturver-
mittlung" (14.-18. März 2006,
Universität Innsbruck). Veran-
stalter: Innsbrucker Zeitungs-
archiv am Institut für deutsche
Sprache, Literatur und Literatur-
kritik (Prof. Dr. Stefan Neuhaus)
/Forschungsinstitut Brenner-
Archiv (Prof. Dr. Johann
Holzner).


Buchtipp

Der nebenstehende Vortrag
ist in folgendem Sammelband erschienen:
 

Stefan Neuhaus; Johann
Holzner (Hg.):
Literatur als Skandal.
Fälle – Funktionen – Folgen.
Vandenhoeck & Ruprecht, 2007.
ISBN: 978-3-525-20855-7

Siehe auch
www.v-r.de/de/titel/
352520855/

 

 

I. Das Ereignis – der Skandal von Rauris

    Von einem Ereignis ist zu berichten, das auf den ersten Blick marginal erscheinen mag, nämlich von Hermann Nitschs Auftritt als Organist und Vortragender im Rahmen der Rauriser Literaturtage 1997. Keine inszenatorischen Handlungen, keine Kreuzigungen, keine Rinder-Schlachtungen, Lammzerreißungen oder Zerfleischungen! Keine sexuellen oder generell tabubrechenden Vorführungen, "wo sich alles wirklich ereignet"(1) und keine synästhetischen, lust- und ekelerregenden "empfindungsübungen" mit "fleisch, blut und hirn", mit "flüssigkeiten und ritualobjekten", die "den menschen zu einem übersteigerten sinnlichen empfinden bringen", zu "dionysischer"(2) Orgiastik, um angeblich karthartisiert daraus hervorzugehen! Kein "grund-exzess"(3) also, keine Entgrenzungen waren angesagt. Da waren die Rauriser Literaturtage und deren Leiterin, Brita Steinwendtner, schon bei der Planung vor. An dem kleinen Rauriser Vorkommnis des Jahres 1997 – ein "Skandal, der keiner werden wollte"(4) – fokussiert sich jedoch ein wichtiges Thema, das Nitschs tabubrechende inszenatorische Strategie über die Jahre hinweg begleitete: Der Vorwurf der Blasphemie, Pornografie und Untergrabung sittlicher Werte, wie er von der katholischen Amtskirche spätestens seit den 1980er Jahren gegen Nitschs Aktionen vorgebracht und nun parteipolitisch instrumentalisiert wurde.

"Schützt die Jugend, [schützt Österreich] vor diesem moralischen Chaos! Warum schweigt die Kirche? Kann sie ihr Schweigen verantworten?", hieß es handschriftlich vermerkt auf einem Rundbrief, der, zeitlich gut platziert kurz vor Beginn der Rauriser Literaturtage und mitten im Wahlkampf um das Rauriser Bürgermeisteramt, in dem ein ehemaliger FPÖ-Landesrat gegen den amtierenden ÖVP-Bürgermeister antrat, anonym in Rauris verschickt wurde. Der mit dem Anspruch auf Bewahrung christlicher und sittlicher Werte auftretende, aber wohl auf "Verletzung, Verstörung oder sogar Zerstörung"(5) zielende Brief enthielt eine blasphemisch und pornografisch lesbare Passage aus der schon aus dem Jahre 1974 stammenden Aktions-Partitur Nitschs mit dem Titel „die eroberung von jerusalem". Sie hatte im amtskirchlichen, aber auch parteipolitischen, insbesondere FPÖ-Anti-Nitsch-Kampf, schon wiederholt eine Rolle gespielt, um Nitsch als Gewalt verherrlichenden, jedem gesunden Volksempfinden widersprechenden und Christus verhöhnenden Psychopathen darzustellen. Nun sollte offensichtlich – im aufgeheizten lokalen Wahlklima sowie im politischen Kontext der Annäherung der Jörg-Haider-FPÖ an die katholische Kirche – der Pfarrer und der Pfarrgemeinderat für den aktuellen Wahlkampf auf Kosten Nitschs und zur Freude einiger Medien, leider auch des regionalen ORF, eingespannt werden.

    Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Werk Hermann Nitschs wollte und konnte die Koalition der Nitsch-Gegner von Rauris offensichtlich nicht leisten, hätte es doch bedeutet, sich auf das eigensinnige "religionsarchäologische" Mythen- und Aktions-Werk Nitschs mit umfangreichem Wissen über historische Tiefendimensionen und (religions)philosophische und Mythendiskurse einzulassen. Auch die Rauriser Literaturtage wären inhaltlich über alle Maßen gefordert gewesen, nicht nur wegen des gezielt hergestellten und jegliche sachliche Information verhindernden Hetzklimas, sondern nicht zuletzt weil Nitschs Produktion seit den 1960er Jahren, die der Künstler selbst in die Traditionen europäischer Avantgarden einordnet(6), abertausende Seiten an Manifesten umfasst, weitschweifige, redundante Erklärungen, rechtfertigende Statements, penible und monströse Aktions-Partituren und Spielanleitungen. Bis heute hat Nitsch etwa 130 Aktionen weltweit durchgeführt und an die 50 Schütt- und Malaktionen veranstaltet, die fast in ebenso vielen Filmen dokumentiert sind. Weiters sind seit den 1970er Jahren eine große Anzahl von Kompositionen, von Klangstücken zu einzelnen Aktionen, auch "Sinfonien", Orgelkonzerte und Arbeiten für Kammermusik, Bläserensembles und Klavier(7), in der Frühzeit auch Gemeinschaftsarbeiten z. B. mit Gerhard Rühm, zu erwähnen.

"Literatur und Musik", so lautete 1997 das Motto der Rauriser Literaturtage. Nicht als „Dramatiker des Seins" war Nitsch eingeladen worden, sondern der eigenartige, Dissonantem und Harmonischem gleichermaßen hingegebene Komponist und Organist, der Klangerzeuger, dessen "musikkonzeption" in all ihren klanglichen Ausformungen, vom "ekstatischen geschrei und lärm bis zum orgelklang [des gesamten orchesters]"(8), vom Lärmorchester bis zum feierlichen Schweigen, ohne das Konzept seines "Orgien Mysterien Theaters" nicht zu denken ist: "meine musikkonzeption, welche die dionysische ekstase zur grundlage hat, kennt aber auch ruhige klänge, töne und geräusche."(9) Denn "das ruhige meditative ist ein wesentlicher bestandteil meines theaters. das hat sehr viel mit mystik zu tun, mit dem eindringen in das ganze. da kann uns musik sehr helfen dabei […]"(10), so heißt es in einer seiner "wiener vorlesungen" (2004/2005). Hermann Nitsch, "dem auch die Linzer Brucknerorgel vertraut ist", wie wohl vorsorglich beschwichtigend in der Ankündigung des Veranstalters zu lesen war, sollte nun auch in der Pfarrkirche Rauris meditative Klänge von sich geben – also kein Lärmorchester plärren lassen, keinen "enthemmenden brunstruf" als klanglichen Ausdruck orgiastischer Entgrenzung bzw. "tiefer seinstrunkenheit" in der rational unkontrollierbaren "mythischen exzess-situation"(11) anstimmen. Auch als Vortragender war Nitsch eingeladen. Er las schließlich einschlägige "philosophische" Passagen aus seiner Feder, was tüchtige Langeweile ausgelöst haben soll(12), anstatt eine Tür in sein Werk zu bieten. Erfreulich aber war, dass sich GymnasiastInnen von all den politisch inszenierten Skandalisierungen nicht beeindrucken ließen und – gut vorbereitet und souverän – mit ihren eigenen kritischen Texten und Live-Schüttbildern dem umstrittenen Werk Nitschs stellten.

    Noch bevor Nitsch musiziert und gelesen hatte, war auf einem Transparent zu lesen, worum es ging: "O Graus, o Graus, Nitsch raus". Zwei Jugendliche waren vorgeschickt worden, um die Rauriser Volksmeinung zu verkünden. Das regionale Fernsehen war sich nicht zu schade, dieses Bild als Ausdruck angeblich allgemeiner Empörung der Rauriser Bevölkerung landesweit zu präsentieren. Erst jetzt war in der Gemeinde der Teufel los – die moderne Kunst, das angeblich Moderne schlechthin stand wieder einmal am Pranger: "Vor allem will man modern sein! Doch es ist nie zu spät zu einer Umkehr"(13), so konnte man etwa aus der katholischen Frauenschaft hören. Der Rauriser Altbürgermeister brachte als "Katholik" die kritische Stimmung gegen den angeblich antichristlichen "Gotteslästerer", den "Antichristen"(14) Nitsch auf den Punkt: "In unserer Kirche hat er aufgrund seines Verhaltens nichts zu suchen. Gott sei Dank wehren sich bei uns die Katholiken gegen solche Lästerer und Perverslinge. Die Kirche ist uns wichtiger als eine Veranstaltung der Literaturtage. Kunst ist da, wo der Wind weht ..."(15) Ein prominenter Salzburger Journalist bemühte im Nachhinein das gesunde Volksempfinden(16), eine andere Stimme "die natürlich denkenden Menschen"(17). Nachdem der ominöse Brief verschickt worden war und die entsprechenden Reaktionen ausgelöst hatte, nahm der Rauriser Pfarrer, der vorerst die Musiziergenehmigung für die Ortspfarrkirche erteilt hatte, diese wieder zurück, in Überstimmung mit dem Rauriser Pfarrgemeinderat, aus dessen Kreis die heftigsten Sittlichkeits-Kritiker Nitschs kamen.

Hermann Nitsch wollte sofort abreisen und konnte nur mit Mühe zum Bleiben überredet werden. Die Leiterin der Literaturtage bot ihren Rücktritt an, aber der Bürgermeister und der Kulturvereinsobmann ließen sich nicht schrecken – eine beachtliche Haltung angesichts der politisch geschickt eingefädelten Instrumentalisierung des auf den ersten Blick ungemein provokanten Textes "die eroberung von jerusalem" (1974) – ein Text, der sadomasochistische, sodomitische Exzesse, sexuelle Handlungen inszeniert. Nach hektischen Verhandlungen und einigen Grundsatzentscheidungen, die im Zusammenspiel der obersten Kulturbeamtin des Landes Salzburg mit aufgeschlosseneren kirchlichen Kräften der Erzdiözese Salzburg, wenn auch nicht mit dem damaligen Salzburger Erzbischof, getroffen wurden, fand man einen Kompromiss: Nitsch sollte nicht mehr im Zentrum von Rauris, in der Ortspfarrkirche, musizieren dürfen, sondern nur an einem abseits liegenden Ersatzort, im Kirchenraum von Bucheben, der freilich vom Allerheiligsten befreit wurde.

    Der Rauriser Bürgermeister, der sich also gerade im Wahlkampf befand, vermutete mit Recht nicht nur gläubig inspirierte Blasphemie-und Pornografie-Empörung, sondern auch rechtslastige parteipolitische Konkurrenz-Interessen und lag schließlich auch mit seiner Vermutung richtig, dass die anonymen Kritiker auch die von liberalen Kirchenkreisen mitgetragene Entscheidung, Nitsch an einem anderen sakralen Ort spielen zu lassen, nicht akzeptieren wollten. Demonstrationen gab es dann zwar keine, aber ein Bautrupp von Arbeitern, den der Bürgermeister mit gutem G’spür für die Mentalität seiner GemeindebürgerInnen auf den Weg geschickt hatte, musste jene Eisenketten am Kirchentor von Bucheben zerschneiden, die nächtens angebracht worden waren, um Nitsch und seinem Publikum den Zutritt in den Kirchenraum zu verwehren. Den neuen Kirchenraum und das Kircherl auf dem Hügel von Bucheben empfand Nitsch als magischen, lebensfeiernden Festort. Nitsch griff schließlich in die Buchebener Orgeltasten – meditative Klangkonvulsionen erzeugend, indem er nur die schwarzen Halbtontasten betätigte – alle diese meist simultan mit einer über sie gelegten Holzlatte und streng nach zeitlichen Vorgaben mit einer Stoppuhr neben sich.(18)

Die Bilanz der verantwortlichen Leiterin der Rauriser Literaturtage, die um Deeskalierung, Aufklärung und Wissensverbreitung bemüht gewesen war, fiel angesichts der Denunziationen einer "geschürten Diskussion"(20) ernüchternd aus: "Schon ein Fünf-Minuten-Gespräch mit dem Angegriffenen hätte geholfen"(20), Unwissenheit, Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu minimieren. Ein derartiges Gespräch mit einer empörten katholischen Bäuerin und Leserbriefschreiberin scheiterte aber offensichtlich nicht nur am guten Willen der geschockten Katholikin, sondern auch an bildungsmäßiger Überforderung: "Der Besuch von Brita Steinwendtner hat mich gefreut! Doch ihr Bemühen, mir glaubhaft zu erklären, dass Herr Nitsch ein tiefreligiöser Mensch ist, schlug leider fehl! Das kann ich mir einfach nicht vorstellen! Ein religiöser Künstler 'schafft’ andere Werke."(21)

II. Hermann Nitsch und die katholische Amtskirche

    Dass der Rauriser Pfarrer nach der Skandalisierung das Aufführungsverbot in der Rauriser Parrkirche ausgesprochen hatte, überrascht nicht. Er befand sich damit in einer amtskirchlichen katholischen Tradition, die in die 1980er Jahre zurückreicht und z. B. auch darin bestand, dass Geistliche bischöfliches Besuchsverbot z.B. bei Nitschs "Sechstagespiel" in Prinzendorf erteilt bekamen. Schon 1985 hatte der für Kulturfragen in der Österreichischen Bischofskonferenz zuständige Diözesanbischof Egon Kapellari anlässlich der Verleihung des staatlichen Würdigungspreises für bildende Kunst an Nitsch mit Argumenten protestiert, die sich seitdem seitens der Amtskirche nicht geändert haben.(22) Die Kritik der Amtskirche geht von Nitschs monumentaler Partitur "die eroberung von jerusalem" (1974) aus und kommt zu ihr zurück. Egon Kapellaris Widerstand konzentriert sich "auf den blasphemisch-pornografischen Umgang mit der Gestalt Jesu Christi [in diesem Text]. Gegen einen Teil des anderen Oeuvres habe ich starke Einwände, steige aber nicht auf die Barrikaden"(23). Da Nitsch auch diesen frühen Text weiterhin als genuinen Bestandteil seiner Produktion betrachtet, bleibt Kapellari bei seinem "sanft-unerbittlichen Widerstand", bei einem "geistigen Widerstand", um so eine deutliche "Unterscheidung der Geister" als einer "christlich-spirituellen Kategorie"(24) zu gewährleisten. Dies sei mehr als angebracht, ja ein Ferment für Lebendigkeit in der westlichen Demokratie. Es gehe schlichtweg um die "Ehrfurcht vor dem eigenen christlichen Erbe, statt es der Beliebigkeit im Umgang damit auszuliefern"(25), meinte Kapellari und sprach über Nitsch in Sakralräumen seiner Diözese ein generelles Auftrittsverbot aus. Die in Rauris vorgebrachten Behauptungen gegen den Auftritt Nitschs vollzogen – auch sprachlich-diskursiv – diese Vorgaben nach. Seit 1985 heißt es amtskichlicherseits auch, dass Nitschs "inhumane, destruktive Kunst"(26), die gezielt religiöse Symbole (u. a. Monstranzen und Messgewänder) missbrauche und vermarkte, ein "schwerwiegender Angriff auf die Gottesverehrung und die Menschenwürde" sei, dies auch deswegen, weil "vorbiblisch-heidnische Opferrituale"(27), die "durch gezielte Überschreitung ethischer und religiöser Schranken den Akteuren und dem Publikum ein Gefühl der Befreiung verschaffen"(28) möchten und dabei "bewusst auf Sublimierung von Trieben"(29) verzichteten. Die Kirche verweist wiederholt auf die "orgiastischen Kulte Kanaans"(30), als deren Überwinderin sie sich versteht, und meint in Nitsch eben einen bloß anti-christlichen Renovator heidnischer Kulte erblicken zu können.

Zum aktuellen Rauriser Fall meldete sich auch Andreas Laun, der Salzburger Weihbischof, in seiner "Kulturnachlese" vom Juni 1997 zu Wort: "Orgel spielen ist doch nichts böses [sic]. Nein, natürlich nicht, aber kann oder soll man wirklich übersehen, wer spielt? Man nenne mir, bitte, eine andere Religionsgemeinschaft, die die Leute, die sie auf die miesest nur denkbare Art verhöhnen, in ihren Heiligtümern (in der Synagoge, in der Moschee …) auftreten lassen! Soll die Kirche nachtragend sein? Nein, sie soll verzeihen, aber diese Verzeihung würde voraussetzen, dass sich Herr Nitsch laut und vernehmlich entschuldigt."(31) Laun rückte schließlich in seiner Stellungnahme zum Prinzendorfer Sechstagespiel Nitsch und seine Anhänger sogar in einen rassistisch-nazistischen Kontext, indem er bei Nitsch einen "Zusammenhang mit der ein halbes Jahrhundert alten 'Ideologie des Blutes' und des Hasses auf die Welt des Geistes"(32) konstatierte. Diese Behauptung ist angesichts der weit ausgreifenden Auseinandersetzungen Nitschs mit antiken Mythen und Religionen, mit der "bewusstseinsgeschichte" der verschiedenen Kulturen eine unhaltbare Position. Sie blendet wohl gezielt aus, dass Nitsch ein "phänomenologisches Verhältnis zu allen Religionen"(33) besitzt und ihn "alle religiösen Ausdrucksformen und Mythen"(34) faszinieren, insbesondere auch die Zeichen und Symbole des Christentums. Für Nitsch ist das Christentum, wie er wiederholt ausführte, zuletzt in seinen Gesprächen mit Danielle Spera(35), "die letzte noch lebendige religion" gewesen ist, die er als Kind erfahren und die ihm "noch den einstieg […] in den bereich des mythischen", ihm "den durchblick zu den frühesten kultformen" ermöglicht habe: "alles, was das Christentum hinaufsublimierte, hat seine dunklen schächte und wurzeln, die im exzessiv triebhaften liegen […]."(36)

    Laun sieht nicht, dass das Hauptinteresse Nitschs der "geschichte der religionen" als "der geschichte unserer psyche" gilt: Der rauschhafte "Myste" Nitsch, trunken und fasziniert von den "ähnlichkeit[en] gewisser mythischer figuren wie zum beispiel attis, osiris, orpheus, dionysos, ödipus und christus. sie lösen einander ab, zeigen aber doch ähnlichkeiten, laufen auf einer gewissen struktur. […] strukturen ziehen sich durch die verschiedensten mythen, etwa die tatsache von tod und auferstehung, die viele mythen, religionen bestimmt, das kollektive unbewusste mit seinen archetypen liegt vor uns. die phantastische, wuchernde welt der vielfältig aus unserer psyche gewachsenen mythen tut sich auf."(37) Der Salzburger Weihbischof nimmt die Verschmelzung etwa jüdischer, babylonischer, ägyptischer oder römischer Gottesvorstellungen und Riten im Werdeprozess des Christentums nicht zur Kenntnis: z. B. Christus als pharao-ähnlicher oder dem Mithras-Kult verwandter Sonnengott.

Für einige Kunstkritiker ist hingegen klar: "Ein so synkretistisches, verschiedene Mythen, Kulte, Religionen, Symbolsprachen beerbendes, Dionysos und Christus, Gott und Satyr verknüpfendes Werk weist nicht zuletzt auch viele Spuren einer Fesselung an das Christentum auf. […] Das bischöfliche ‚Nein zu Nitsch!’ müsste sich argumentativer auf künstlerische und kunsthistorische Sachverhalte einlassen, um Freunde und Gegner des Orgien-Mysterien-Theaters zu überzeugen."(38) Diese Position kann sich auf Nitsch selbst berufen: "Ich verwende in meinen Aktionen Kultgegenstände von allen Religionen – aber dies keineswegs in herablassender Art. Meine Aktionen sind keine Entsublimierung alter 'frevlerischer' oder 'heidnischer' Kulte, mir geht es einzig und allein um Aufdeckung, Bewusstmachung und Sublimierung des Triebhaften – also letztlich um ein tiefes, begeistertes Ja zum Leben"(39). Das "Orgien Mysterien Theater" verstehe er als synästhetische Inszenierung des existentiellen Dramas, in der sich der Mensch als ein tragisches Geschöpf begreifen solle, der einem dunklen, unkontrollierbaren Schicksal ausgeliefert sei. Wie es in der griechischen Tragödie, etwa im "König Ödipus", gehe es letztlich um die bejahende Erfahrung des herrlichen und zugleich entsetzlichen Lebens. Hier ist Friedrich Nietzsche der Vater der Vorstellung.

Gegen die bischöfliche Lesart, z. B. gegen die "Erklärung zu Hermann Nitschs 'Orgien Mysterien Theater'"(40) von Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Egon Kapellari vom 8. Juli 1998, kam aus liberalen kirchlichen Kreisen Kritik. Zweifel an der Kunstkompetenz der beiden wurde offen geäußert.(41) Wieder spielte Nitschs "die eroberung von jerusalem" die zentrale Rolle. Der Grazer Künstlerseelsorger und Rektor des "Kulturzentrums bei den Minoriten" Josef Fink bezeichnete die amtskirchliche Einschätzung, die "sicherlich zu kurz greife", als "seichte Erklärungen"(42): "Ich denke, dass man mit etwas mehr Kompetenz und Fairnesss zwischen Kunst und Kirche reden sollte."(43)

III. Hermann Nitschs synkretistische Lektüren

    Wer sich mit der Empörung der Landbevölkerung(44) und den Behauptungen einiger katholischer Bischöfe beschäftigt, gerät leicht in die Gefahr, Hermann Nitsch, nicht zuletzt wegen seiner außergewöhnlichen Bildbegabung, die die Ausdrucksformen gesamtkünstlerischer Formen der Gegenwart bereichert und gleichsam die "Marke Nitsch" geschaffen hat, unkritisch als avantgardistischen amoralischen Ästheten zu verherrlichen, dessen modernistische Attraktion noch dazu darin besteht, dass er mit anti-bürgerlichem Gestus als Mythen-Guru auftritt. Man kann ihn heutzutage auch als international erfolgreiche Ich-AG bewundern.

Von den quantitativ überbordenden theoretischen Überlegungen Nitschs zu seinen Arbeiten war im Rauriser Miniskandal naturgemäß keine Rede, etwa vom spannungsreich-analytischen Verhältnis des Künstlers zum Christentum und dessen Symbolen und Riten. Nitschs Essay "Mein Verhältnis zum Christentum", der auf Anregung von Adolf Holl 1989 entstand, ist dafür eine der aufschlussreichsten Quellen. Seit 1969 liegen eine Reihe von umfangreichen Sammelbänden vor, in denen alle nur erdenklichen Äußerungen Nitschs zu seinem Werk und Selbstverständnis nachzulesen sind: Manifeste, Essays, Aufsätze und Vorlesungen, Vorträge, Aktionspartituren, Interviews usw.(45)

    Wir sollten genauer hinschauen, indem wir versuchen, aus den zwar quantitativ überbordenden, aber inhaltlich ziemlich redundanten Sprachzeugnissen Nitschs einige basale Bausteine seines Denk- und Diskursraumes herauszufiltern und seinen synkretistischen mythisierenden Diskurs zu verorten. In ihm gibt es jedenfalls keine historische Dialektik zwischen konkreten historisch-sozialen Bedingungen und geistig-seelischen Phänomenen, sondern ausschließlich die Kontinuität von kollektiven archaischen Wirkkräften der Existenz (des Lebens, des Kosmos, der Natur), und zwar jenseits von gut und böse, wie sie sich für den Ästheten Nitsch in verschiedenen, aber letztlich ähnlichen Figuren und Gestalten der Mythen und Religionen aller Kulturkreise verfestigten.(46) Seine Mythen-Lektüren, die nach Nitsch allesamt vom Urmythos "Dionysos" gespeist sind, also Masken und Variationen des Immergleichen darstellen, haben im Prinzip drei Väter, durch die Nitschs Behauptungen/Lesarten gesteuert werden: Erstens Friedrich Nietzsche und dessen Lesart des Dionysos als Gott der ewigen Wiederkehr und des "lebensüberschaumes"(47) und zweitens Sigmund Freuds psychoanalytisches Theorem von der kulturstiftenden Verdrängung des unbewusst Triebhaft-Lebendigen durch die "zunehmende kultur- und zivilisationsentwicklung"(48) sowie die Archetypenlehre C. G. Jungs. Schließlich kommt noch ein dritter Diskurs hinzu, den man mit Nitsch "kosmische schau" nennen könnte, ohne dass dadurch aber "die dramatischen praktiken oder psychoanalyse [sic] annulliert wurden. […] dieses letztlich philosophische aushorchen der triebwirklichkeit lässt einen kosmischen naturbegriff entstehen, der die natur, die gesamtheit des seienden und des seins als totale einheit sehen will"(49), so heißt es etwa in Nitschs Essay "Mein Verhältnis zum Christentum" (1989).

Einige wenige Meister und leitmotivische Erklärungsmuster sind es, unter deren synkretistisch-postmodern zusammengebastelten Lektüren das "Leben" beäugt und gedeutet wird. Nitsch wird nicht müde, Texte seiner Gewährsmänner quer durch die Philosophie- und Dichtungsgeschichte auf das urmythische Prinzip "Dionysos" hin zu durchforsten. Es überrascht nicht, dass sein opus magnum, sein "Zweiter Versuch zur Theorie des Orgien Mysterien Theaters" (1995), auf 956 Seiten und in 844 Paragraphen eine Fülle von irgendwie passend erscheinenden Quellen herbeizitiert – von Euripides bis Jean Paul Sartre.(50) Er liest sich gewissermaßen Texte in seinem Sinne zurecht und unterwirft sie abwechselnd oder auch simultan der genannten Trias der Diskurse – lebensphilosophisch-tragisch, psychoanalytisch-archetypisch und kosmisch-mystisch.

    Initiator aller Behauptungen und Reflexionen über Natur, Kosmos, Sein, Welt, Mensch, Schöpfung, Menschheit, Existenz, Leben und Ich als Teil eines Ganzen ist die Vorstellung vom selbsternannten "Myste", vom archaisch-modernen Kultpriester Nitsch: "ich nehme durch meine kunstproduktion (form der seinsmystik) das scheinbar negative, unappetitliche, perverse, obszöne, die brunst und die daraus resultierende opfer-hysterie auf mich, damit IHR EUCH den befleckten, schamlosen abstieg ins extrem erspart. ich bin der ausdruck der gesamten schöpfung, ich habe mich in ihr aufgelöst und mich mit ihr identifiziert, alle qual und wollust, vermischt zu einem einzigen entäußerten rauschzustand, wird mich und damit EUCH durchdringen. das komödiantische wird mittel sein, um durch blasphemie und schändung zu tiefsten und heiligsten Symbolen Zugang zu finden, die blasphemische Herausforderung ist erfassen des seins"(51), so heißt es etwa in einer von Nitschs frühesten Manifesten aus dem Jahre 1962. Im Nachwort zur einschlägigen Rauriser Provokation, der Aktionspartitur "die eroberung von jerusalem/zur metaphysik der aggression" (1974), stehen zum Schluss die folgenden Sätze: „das weltall kennt explosionen von galaxien und zentralsonnen. Ich trage beides in mir exzessives erleben und ruhiges meditatives (frei ausklingendes) erleben."(52)

Ausgangs- und Fluchtpunkt aller Interessen Nitschs, das von ihm so genannte "analytische leitmotiv des orgien-mysterien-theaters"(53), das Zentrum von Nitschs endlosen diskursiven nietzeanischen, freudianischen oder kosmisch-mystischen Umkreisungen, ist der durch "das erlebnis nietzsche"(54) entdeckte Urmythos Dionysos, der mythische Inbegriff alles Verdrängten:

"Alle Inszenierungen Nitschs lassen sich als Reminiszenzen an den dionysischen Urmythos lesen, als Anerkennung des Verdrängten, als Evokation und Zustimmung [gemeint ist wohl "Akzeptanz" K.M.] zur Gewalt als eines unvermeidlichen und naturwüchsigen Vorgangs, dem die Erzählung von der Zerstückelung des Gottes und seiner Wiederkehr das gültige mythische Bild geliefert hat. […] Das Abreaktionstheater verlangt seinen Akteuren das befreiende Eingeständnis einer animalischen Lust am Töten ab, für die Rationalisierungen nicht zu erbringen sind. Gerade das Eingeständnis der Lust am Töten und am Zerreißen soll der Barbarei des kollektiven Tötens vorbeugen."(55)

    Nitschs Lektüre-Strategie ist es nun – von Dionysos ausgehend und zu ihm zurückkehrend (die tragische Ödipus-Figur ist anfänglich in der Nachfolge Freuds ebenfalls ein bevorzugtes Analyseobjekt, gerade auch in Bezug auf die Christus-Gestalt) –, die überlieferten "kult- und religionsformen" sowie mythische und religiöse Gestalten, eben auch Jesus Christus(56), auf ihre dionysische oder ödipale Potentialität(57), ihre dionysosähnliche Maskenhaftigkeit hin zu befragen und in ihnen immer nur dem einzigen Prinzip nachzuforschen: dem "mythische[n] gleichnis von tod, opfer, auferstehung und erlösung"(58), das das "o.m. theater gewissermassen als leitmotiv"(59) durchziehe. "wei extreme lebenssituationen umschliessen das spiel", sagt Nitsch: "OPFER und AUFERSTEHUNG, die gesamte empfindbare welt muss sich im spiel spiegeln, das hinabsteigen ins unbewusste, ins vegetative, in den schlaf, ins opfer, in die perversion, in den tod muss vollzogen werden, damit der erlöste auferstehungsjubel seinen gegensatz und seine wirklichkeit findet."(60)

Schon zu Beginn der 1960er Jahre und erneut in seinem "Zweiten Versuch zur Theorie des Orgien Mysterien Theater" (1995) listet Nitsch eine Reihe von kultischen Situationen, Handlungen und mythischen Begebenheiten auf, in denen das Gesagte offen oder verdeckt thematisiert werde: "wandlung, abendmahl (das ist mein fleisch und blut) – ölberg – kreuzigung – orgiastik und opferung des dionysos, seine zerreissung – tötung des orpheus – der vom eber zerfleischte adonis […] – ödipus-blendung (kastrationssymbol) – die rituelle kastration – das tieropfer im allgemeinen (das tieropfer als ersatz für das personalopfer) – die totem-mahlzeit (totem-tier-zerreissung) […]."(61)

   Diesen mit spekulativen Analogien arbeitenden Denk- und Vorstellungsraum Nitschs sollte man im Ansatz kennen, insbesondere die zum Zeitpunkt der Entstehung der Aktionspartitur "die eroberung von jerusalem" (1974) vorherrschende Überzeugung Nitschs, als er das Christentum hauptsächlich als "verdrängungsreligion"(62) des Sexuellen begriff: "orgiastik [werde] in das opfer christi" verwandelt. "die dionysische aufwallung wurde zur passion", meinte Nitsch, "bei sado-masochistischen gotischen passionsdarstellungen, wunden wie geschlechtsteile gemalt, kam die verdrängte sexualität zu grausamkeit verwandelt hoch."(63) Später heißt es: "ich sehe das christentum als eine krankheit, als eine leibfeindliche sadomasochistische neurose an, die es zu überwinden gilt. auch hier ist das verdrängte leben leicht einsichtig, das sich in der grausamkeit der passion und, letzten endes, im dramatischen exzess des kreuzes ausdrückt. […] das verdrängte leben quillt in umgekehrter form als sadomasochistische leidensorgie hervor."(64)

Wenn man unter dieser Optik die Passagen aus "die eroberung von jerusalem", also sadistische und masochistische Aggressions- und Sexualhandlungen von Christus und an der Christus-Figur, liest, Passagen, die für die Rauriser Anti-Nitsch-Koalition Anlass genug waren, die geschilderte Skandalisierung zu versuchen, wird klar, dass Nitsch hier eine Variante des sogenannten "grund-exzesses" veranschaulicht: das "theater [sucht] das leben" und "durch den exzess der intensität [wird es] aus seiner verdrängung ins bewusstsein"(65) gerissen. Es handle sich um eine "dramaturgisch analytische operation", durch das "durch das christentum verdrängte leben einer gesunden verwertung"(66) zugeführt werde.

    Christus, das Sinnbild von Tod und Auferstehung, steht in seiner unterirdische[n] Beziehung zum dionysischen Erlösungsymythos zur Debatte. Der Gekreuzigte erscheint so als eine Bildvariante für den zerstückelten Dionysos. Das Bibelwort "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben" ist nur eine mutierte Fassung der blutig-herakleischen Zerreißung und Verschlingung des dionysischen Gottes. "die eroberung von jerusalem" sei seine "bitterste phantastische arbeit"(67) gewesen, schrieb Nitsch. Diese Provokation, ein "Totalangriff auf den guten Geschmack", resultierte aus Nitschs Überzeugung von der Verantwortung für eine "Kultur, die das Begehren denunziert und die Parabel von der Erlösung durch Leiden erfunden hat", indem der Künstler "an den wirklichen Körper und seine rauschhafte und vitale Selbsterfahrung"(68) erinnert.

Auch an Jesus Christus, dem in das Grab Hinabgestiegenen und wieder Auferstandenen, eine archaische Mythenschicht aufzudecken, war also das Anliegen Nitschs. Denn bei "opfer-, reinigungs- und auferstehungsriten" sei wesentlich, "dass sich ein geopferter oder opfernder, der meistens repräsentant der menschheit ist und mit dem sich diese mit hilfe des rituals identifiziert, ins unmenschliche […], ins perverse, hinunter begeben muss, um die welt zu erlösen."(69) Nichts anderes habe er ausdrücken wollen: "ich hatte nie die absicht, blasphemien zu konstruieren", sondern "religionsarchäologie"(70) zu betreiben. Wie sollten das die Rauriser Skandalisierer verstehen? Aber warum wollten sie Nitsch sogleich verjagen?

    Kunstbischof Egon Kapellari hatte von der "Unterscheidung der Geister" gesprochen, wenn es um den Geist der Katholiken und jenen Nitschs geht. Aber wie tief geht diese Unterscheidung? Sollte es sich nicht eher um einen "Bruderzwist" handeln? Denn Nitsch betrachtet "Linke" und "Liberale" als die anderen Geister, als seine Hauptkritiker und -gegner. In ihnen sieht er die ihm absolut fremden Rationalisten, die "enggesteckten […] kaufmannsphilosophen", ein angeblich "widerliches zusammenkriechen von sinnlich unbegabten", die die "lebensekstase"(71) und somit sein Werk bekämpften, wie er behauptet. In diesem Kontext entpuppt sich Nitsch plötzlich als in seinen regressiven Mythen-Verherrlichungen, in seiner lebens- und sinnlichkeitstrunkenen und prinzipiellen Zivilisationsnegation als ein ideologischer Anachronismus anti-aufklärerischer Vorstellungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Und: "In Konkurrenz mit dem Medienalltag von heute" erscheint Nitschs Orgien Mysterien Theater mit seinen Gewaltexzessen und Körperlichkeitsfetischismen gar als Anachronismus.(72) Das aber dürfte sich in der katholischen Amtskirche und bei den parteipolitisch motivierten Skandalaposteln noch nicht herumgesprochen haben.

 


Anmerkungen:

(1) Interview mit Jonas Mekas (1968). In: Hermann Nitsch: Orgien Mysterien Theater. Orgies Mysteries Theatre. Darmstadt März Verlag 1969, S. 13.

(2) Hermann Nitsch: das o.m. theater (1962). In: Hermann Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater. Manifeste. Aufsätze. Vorträge. Salzburg Residenz Verlag 1990, S. 8.

(3) "DER GRUNDEXZESS = extremster triebdurchbruch. erfahren der quallust. Endpunkt und höhepunkt der orgiastik, extremste wollust wendet sich in qual. sadomasochistisches erleben. geglückte analytische operation. katastrophe des dramas. ziel der dramaturgie des o. m. theaters. entfernung und bewusstmachung der verdrängung. ausbruch aus den ordnungen der sprache, des rationalen denkens, des ordnenden wahrnehmens. erfahrung und wahrnehmungen des numinosen. erfahren und erleben der amorphen naturkraft (jenseits von gut und böse), aufhebung der wertung, zerstörung und aufbau ist gleiches. opfer und opfernder werden eins mörder und opfer werden eins. der abgrund des lebens und des todes öffnet sich. durch intensives leben wird sein gefunden. der  intensiv erlebende treibt sich ins sein. extremste qualität und intensität des erlebens erfüllt das bewusstsein auf kosten der quantitativen bewusstseinsinhalte. der intensiv existierende gerät in die nähe des todes und des nichts. das sein gerät in die nähe des nichts. [weitere Diskurselemente: "zeugerische wollust des geschlechtsaktes", "dem orgasmus ähnliches erleben", "schmerzlicher geburtsähnlicher vorgang", "das aggressive erlebnis der tötung, der auslöschung", "die tötungswollust des jägers wird herausgelebt und bewusst gemacht", "das archetypische (mythische) nacherleben des big bangs", "grundexplosion, die gleichzeitig vernichtung eines (alten) kosmos und geburt einer neuen welt ist" – "die schafausweidung,  die ausweidung des an ein kreuz genagelten, geschlachteten, abgehäuteten schafes steht symbolisch für das grundexzesserlebnis", "die ekstatische erregung der mit geschrei und ekstatischem lärm vollzogenen schafausweidung und zerreissung des schafes kann aber das grundexzesserlebnis erreichen", "mysterium coniunctionis"]. In: Hermann Nitsch:  Zur Theorie des Orgien Mysterien Theaters. Zweiter Versuch. Salzburg Residenz Verlag 1995, Nr. 198, S. 118–120.

(4) Anton Thuswaldner: Das Unvereinbare zusammendenken. In: Salzburger Nachrichten, 7. April 1997.

(5) Brita Steinwendtner: Geschürte Diskussion. In: Unser Land 9/1998.

(6) Hermann Nitsch: Versuche zur Geschichte der Aktion (1971). In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater. Manifeste 1990, S. 44 – 68. Nitsch nennt folgende Bewegungen bzw. kulturelle Bezugspunkte seit der Antike, aus der sich seine hybride Identität speist: Kult – antikes Theater – der römische Zirkus – das Fest – die Jagd –Karneval und Tanzwut – Mystik – Alchimie – die schwarze Messe – Marquis de Sade – Sport [als Aggression ableitendes und kanalisierendes Massenphänomen] – Synästhesie – Scriabin – der italienische Futurismus (besonders wichtig im Zusammenhang mit der Aktions-Partitur „die eroberung von jerusalem“ 1974) – das russische Revolutionstheater – Surrealismus – Dadaismus – der abstrakte Expressionismus (Aktionsmalerei) – Happening, Fluxus.

(7) Umfangreiche bibliographische Angaben finden sich z. B. in folgenden Publikationen: Hermann Nitsch. Leben und Arbeit. Aufgezeichnet von Danielle Spera. 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Wien Christian Brandstätter Verlag 2005; Hermann Nitsch: wiener vorlesungen. Mit Beiträgen von Hermann Nitsch, Hubert Klocker, Michael Hüttler. Wien, Köln, Weimar Böhlau Verlag 2005 (= Maske und Kothurn, 51. Jg., Heft 2 – 3).

(8) Hermann Nitsch: vorlesung 9. die musik des o. m. theaters. In: Nitsch: wiener vorlesungen, S. 108.

(9) Ebd., S. 106.

(10) Ebd., S. 107.

(11) Hermann Nitsch: das o. m. theater (1962). In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 8ff. Über die Rolle der Musik im "Gesamtkunstwerk" o. m. theater heißt es: "klang, musik umgibt das ereignis des o. m. theaters. der zustand der seinstrunkenheit wird erreicht, eine tiefe bejahung des lebens soll dieses festlich überhöhen, der ablauf des o. m. theaters wird zum fest der seinsfindung und seinsbejahung." (Hermann Nitsch: gedanken zur theorie des aktionismus und des o. m. theaters 1989. In: Ebd., S. 165.)

(12) Vgl. folgende Zeitungsberichte: Ulrich Weinzierl: Balz im Gebirge. In: FAZ, 8. April 1997; Anton Thuswaldner: Das Unvereinbare zusammendenken. In: Salzburger Nachrichten, 7. April 1997; Pia Reinacher: Wortgewitter über dem Bergtal. In: Tages-Anzeiger, 8. April 1997.

(13) Christl Oberlecher: Kulturkampf in Rauris? (Leserbrief). In: Pinzgauer Post, 16.4.1997, Nr. 16.

(14) Anlässlich des Prinzendorfer "Sechstagesspiels" (1998) nahm der Prinzendorfer Pfarrer diesen Begriff in den Mund: Vgl. Joachim Riedl: Antichrist in Mistelbach. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 176, 3.8.1998

(15) Otto Kaiserer (Altbürgermeister): Nitsch – raus. In: Pinzgauer Post, 9.4.1997, Nr. 15.

(16) Clemens M Hutter: Nur wenige kennen den Stein des Anstoßes. In: Unser Land 6/1998. "Übrigens ließe sich die Frage, ob Nitschs literarisches Werk anstößig ist oder nicht, so klären wie der Anwert von Batterie-Eiern und Öko-Butter, nämlich per Umfrage."

(17) Otto Roiss: Schande (Leserbrief). In: Unser Land 9/1998.

(18) Pia Reinacher schrieb in ihrem Bericht über das Konzert: „Der düstere Anarchist jedenfalls verhielt sich durchaus artig. Seine Orgelklänge ließen mitnichten das Weltgebäude erzittern.“ (Tages-Anzeiger, 8.4.1997). Manfred Papst schrieb in der "Neuen Zürcher Zeitung": "… eine Bedrohung – zumal der Rauriser Weltordnung – geht von ihnen [Nitschs Texten] sowenig  aus wie von seinem Orgelspiel, langgezogenen, übereinander geschichteten Tönen ohne Rücksicht auf Harmonien oder Dissonanzen, die nicht nur die Zuhörer an die Schrecken der Ewigkeit gemahnten, sondern auch der kleinen Orgel schon bald den Schnauf nahmen." (NZZ, 8.4.1997)

(19) Brita Steinwendtner: Geschürte Diskussion. In: Unser Land 9/1998. Das war auch eine Antwort auf den Artikel von Clemens M. Hutter: Nur wenige kennen den Stein des Anstoßes. In: Unser Land 6/1998. Hutter hatte mehr ein Jahr später in der Salzburger Landeszeitung „Unser Land“ die Debatte nochmals entfacht, indem er behauptete, dass die Verantwortlichen der Rauriser Literaturtage im Zusammenhang mit dem Auftritt von Hermann Nitsch 1997 die „Rauriser zu kulturlosen Hinterwäldlern gestempelt“ hätten.

(20) Ebd.

(21) Oberlechner: "Kulturkampf" in Rauris 1997.

(22) Kulturbischof zum Preis an Hermann Nitsch. In: Tiroler Tageszeitung 14. 3. 1985.

(23) Martin Behr: Geistiger Widerstand. Interview mit Egon Kapellari. In. Salzburger Nachrichten, 19.11.2005.

(24) Ebd.

(25) Ebd.

(26) Kulturbischof zum Preis an Hermann Nitsch 1985.

(27) Josef Valesko: Hermann Nitsch und der Staastpreis (Leserbrief). In: Salzburger Nachrichten 27.10.2005, S. 18.

(28) Kirchenprotest gegen Nitschs Orgientheater. In: Die Presse, 8. Juli 1998

(29) Ebd.

(30) Ebd.

(31) Andreas Laun: "Der Künstler neue Kleider". Pfarrgemeinderat in Rauris erteilte Hermann Nitsch Auftrittsverbot – Eine Kulturnachlese. In: Rupertusblatt, 1. Juni 1997, Kulturteil, S. 7.

(32) Nach: pg [Peter Gorsen?]: Kulte Kanaans Bischöfe gegen Hermann Nitsch. In: FAZ 23.Juli 1998.

(33) Die Leiden des Hermann Nitsch. In: Der Standard, 15.7.1998.

(34) Ebd.

(35) Hermann Nitsch. Leben und Arbeit. 2005.

(36) Hermann Nitsch: mein verhältnis zum christentum. In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 148.

(37) Ebd., S. 148f.

(38) pg [Peter Gorsen?]: Kulte Kanaans Bischöfe gegen Hermann Nitsch. In: FAZ 23.7.1998.

(39) Die Leiden des Hermann Nitsch. In: Der Standard, 15.7.1998.

(40) Kirchenprotest gegen Nitschs Orgientheater. In: Die Presse 8.7.1998.

(41) Barbara Petsch: Orgien oder Mysterien – das ewige Kreuz mit Hermann Nitsch. In: Die Presse, 29. Juli 1998.

(42) Nitsch: Seelsorger kritisiert Bischöfe. In: Wiener Zeitung 21.7.1998.

(43) Kunst und Kirche im Clinch. In: Der Standard 21.7.1998.

(44) So hieß es in verschiedenen Stellungnahmen u.a.: "planmäßige Demoralisierung noch intakter Bevölkerungskreise", "Gotteslästerer", "Beleidigung für mich als Christ", "Geist, der nichts Schönes erträgt", "vom Staat noch gefördert", seid "wachsam, dass solche 'Künstler' nicht in unsere Heimat eindringen und unsere Kultur und Glauben [sic] durch den Dreck ziehen", "die letzten Bastionen wahren Menschentums zu Fall zu bringen", "schmutziges Kuckucksei" (Zitate aus Leserbriefen der "Pinzgauer Post", der "Salzburger Nachrichten" und der Salzburger Landeszeitung "Unser Land" 1997 und 1998.)

(45) Es handelt sich um folgende Publikationen, die zwischen 1969 und 2005 erschienen sind: Hermann Nitsch: Orgien Mysterien Theater. Orgies Mysteries Theatre. Darmstadt März Verlag 1969 – Hermann Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater. Manifeste. Aufsätze. Vorträge. Salzburg Residenz Verlag 1990 – Hermann Nitsch eine biografische Skizze. Interview von Danielle Spera. Kunst.Halle.Krems 1994 (Hermann Nitsch. Leben und Arbeit. Aufgezeichnet von Danielle Spera. 2., überarbeitete und aktualisierte Aufl., Wien Verlag Christian Brandstätter 2005) – Hermann Nitsch: Zur Theorie des Orgien Mysterien Theaters. Zweiter Versuch. Salzburg Residenz Verlag 1995 – Hermann Nitsch: Das Sechstagespiel des Orgien Mysterien Theaters 1998. Ostfildern-Ruit Hatje Cantz Verlag 2003 – Hermann Nitsch: wiener vorlesungen. Mit Beiträgen von Hermann Nitsch, Hubert Klocker, Michael Hüttler. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2005 (=Maske und Kothurn, 51. Jg., Heft 2–3).

(46) "mythen, die eine welterklärungs- und lebensbewältigungslehre entwerfen, vieles an der symbolsprache aller religionen ist für mich zeitlos und gehört zu den tiefsten und weittragendsten weltvisionen." (Hermann Nitsch: mein verhältnis zum christentum 1989. In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater. 1990, S.151.)

(47) Hermann Nitsch: Rückblick nach der Aufführung des Sechstagespiels in Prinzendorf 1998. Auszug aus dem Text "Bilanz". In: Hermann Nitsch: Das Sechstagespiel des Orgien Mysterien Theaters 1998. Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz Verlag 2003, 21 Kapitel, S. XLIII.

(48) Hermann Nitsch: Von den Wurzeln der Tragödie. In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 17.

(49) Weiter heißt es: "das weltall pulsierend, sich ausweitend, zusammenziehend, baut sich auf, zerstört sich, um wieder zu erste­hen, eine unzahl von kosmen nacheinander, nebeneinander, sich durchdringend, füllen ewigkeit und unendlichkeit, gebären, leben und sterben" (Hermann Nitsch: mein verhältnis zum christentum. In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater. 1990, S. 150).

(50) Die Liste der im o.-m.-theater-Konetxt herbeizitierten Autoren ist stolz: Euripides, Aischylos, Sophokles, Bertolt Brecht, Pierre Corneille, T. S. Eliot, Reinhard Goering, Franz Grillparzer, Andrea Gryphius, Friedrich Hebbel, Arno Holz/Johannes Schlaf, Henrik Ibsen, Eugene Ionesco, Hans Henny Jahnn, Georg Kaiser, Heinrich von Kleist, Daniel Caspar von Lohenstein, Maurice Maeterlinck, Albertino Mussato, Eugen O’Neill, Friedrich Schiller, William Shakespeare, Seneca, Arthur Schnitzler, August Strindberg, Voltaire, Heinrich Leopold Wagner, Oscar Wilde, Novalis, Richard Wagner, Heinrich von Freiberg, Georg Trakl, Stéphane Mallarmé, Stefan George, Gerhart Hauptmann, Gottfried Benn, Thomas Mann, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrch Hölderlin, Meister Eckhart, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Hugo von Hofmannsthal, Antonin Artaud, Arthur Schopenhauer.

(51) Hermann Nitsch: das o. m. theater (1962). In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 8.

(52) Hermann Nitsch: zur metaphysik der aggression [Nachwort zu "die eroberung von jerusalem"] In: Hermann Nitsch. Leben und Arbeit 2005, S. 245.

(53) Hermann Nitsch: das o. m. theater (1962). In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 12f.

(54) Hermann Nitsch: mein verhältnis zum christentum. In: Ebd., S. 145.

(55) Hans Richard Brittnacher: Von der Vergänglichkeit der Tabus. Über Happenings, den Wiener Aktionismus und das Orgien Mysterien Theater. In: Hartmut Eggert und Janusz Golec (Hrsg.): Tabu und Tabubruch. Literarische und sprachliche Strategien im 20. Jahrhundert. Ein deutsch-polnisches Symposium. Stuttgart, Weimar Verlag J.B. Metzler 2002, S. 167f.

(56) "auch vom opfergott christus lässt sich im blick zurück ein sich überschneiden von opfergottheiten und sich opfernden erkennen. osiris, orpheus, attis, adonis, dionysos, mithras, zarathustra, ödipus, sie alle tragen züge von christus. […] [sie] werden ähnlich, erleiden ähnliche schicksale. die götter lösen einander ab, sie haben in verschiedenen zeiten ähnliche bewährungen zu absolvieren. die auferstehung ist ihnen sicher. Jung nennt diese strukturellen bedingtheiten archetypen. (Hermann Nitsch:  Zur Theorie des Orgien Mysterien Theaters. Zweiter Versuch. Salzburg: Residenz Verlag 1995, Nr. 52, S. 41 und Nr. 281, S. 241).

(57) "In Nitschs Kreuzigungen geht es […] nicht um Erinnerungen an das Opferlamm Gottes, das sich hingibt für die Sünden der Welt, noch weniger um seine Verunglimpfung, sondern um die exemplarische Verdrängungsfigur des inzestuösen Wunschtraums, was Nitsch in seiner Interpretation zur Symbolik der Passion Christi verdeutlicht." (Brittnacher: Von der Vergänglichkeit der Tabus 2002, S. 167).

(58) Hermann Nitsch: das o. m. theater (1962). In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 13.

(59) Ebd.

(60) Ebd.

(61) Ebd., S. 12f.

(62) Hermann Nitsch: mein verhältnis zum christentum. In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 147.

(63) Ebd.

(64) Hermann Nitsch: Rückblick nach der Aufführung des Sechstagespiels in Prinzendorf 1998. In: Nitsch: Das Sechstagespiel des Orgien Mysterien Theaters 1998, S. XLVf.

(65) Ebd, S. XLVI.

(66) Ebd, S. XLVII.

(67) Hermann Nitsch: zur metaphysik der aggression [Nachwort zu "die eroberung von jerusalem"] In: Nitsch: Leben und Arbeit 2005, S. 240.

(68) Brittnacher: Von der Vergänglichkeit der Tabus 2002, S. 168.

(69) Hermann Nitsch: das o. m. theater (1962). In: In: Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater 1990, S. 13f.

(70) Hermann Nitsch: Rückblick nach der Aufführung des Sechstagespiels in Prinzendorf 1998. In: Nitsch: Das Sechstagespiel des Orgien Mysterien Theaters 1998, 2003, S. XLVII.

(71) Hermann Nitsch: zur metaphysik der aggression [Nachwort zu "die eroberung von jerusalem"] In: Nitsch: Leben und Arbeit 2005, S. 243.

(72) Ähnlich auch: Brittnacher: Von der Vergänglichkeit der Tabus 2002, S. 169ff.

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