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Die Straße gehört uns!
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La Rue Kétanou fabrizieren französische Straßenmusik mit Tanzcharakter.
 

Von Martha Schlickenrieder
(14. 04. 2009)

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Martha Schlickenrieder
dirulihu [at] web.de

geb. 1988 in Aichach,
verbrachte ihre Kindheit in
Bayern und machte dort auch
ihr Abitur. Seit Oktober 2008
studiert sie Kultur- und Sozial-
anthropologie in Wien und
engagiert sich in NGOs für
Entwicklungs- und
Schwellenländer.


 



La Rue Kétanou singen
nicht nur von Rassismus,
Religionsfreiheit und gesell-
schaftlichen Werturteilen,
sondern zwischendurch
auch von Liebe und
Freundschaft.

 


(c) www.ladepeche.fr

Florent Vintrigner, Olivier
Leite und Mourad Musset
sind "La Rue Kétanou".
 


Webtipp

www.larueketanou.com


 

   La Rue Kétanou treffen sich hinter den Kulissen des Téâtre du fil in Paris. Seit 1999 ziehen die drei jungen Musiker durch Frankreichs Straßen und Bars. "C'est pas nous qui sommes à la rue, c'est la rue qu'est à nous" (etwa: "Nicht wir gehören der Straße, die Straße gehört uns!") lautet die Devise ihres selbstgeschriebenen Straßentheaters, das sie in La Rochelle und auf der Ile de Ré mehrfach aufgeführt haben. Daher auch der Name, der "la rue qu´est à nous" lautmalerisch übersetzt.

Auch bei den Passanten und Lustwandlern von Paris kommt ihre fröhliche Musik gut an. Doch erst als sie durch Bibou, den Tontechniker der ebenfalls französischen Reggae-Band Tryo, an einen Plattenvertrag mit dem Label "Salut ô Productions" gekommen sind, werden sie bekannt. Im Jahr 2000 gehen sie als Vorband mit Tryo auf Tournee und bald darauf erscheint ihr erstes Album.

   Ihre Musik entsteht schnell und ist, wie es scheint, einfach zu verstehen. Erst wenn man zwischen den Zeilen liest, fällt subtile Gesellschaftskritik auf. La Rue Kétanou singen nicht nur von Rassismus, Religionsfreiheit und gesellschaftlichen Werturteilen, sondern zwischendurch auch von Liebe und Freundschaft. Mit den Themen bleiben auch die Formulierungen wunderbar abwechslungsreich.

Schon die Wahl der Instrumente unterstützt den typisch französisch-folkloristischen Stil. Akkordeon, Mundharmonika und akustische Gitarre werden aber auch gemixt, beispielsweise mit Bongotrommeln oder elektrischen Sounds. So klingt es plötzlich nach Afrika, Südamerika oder ganz kommerzieller Rockmusik. Die Leichtigkeit der Straßenmusik zieht sich jedoch wie ein dicker roter Faden durch alle Tracks. Sie verleitet durch ihre fröhlichen Rhythmen zum Mithüpfen oder wenigstens Pfeifen. Florent Vintrigner, Olivier Leite und Mourad Musset erzählen in ihren Liedern gekonnt und mit Witz kleine Geschichten aus dem Leben, die genauso vielseitig sind, wie ihre Vertonung.

   Nach den ersten drei Alben (En attendant les caravanes, 2000 ; Y'a des cigales dans la fourmilière, 2002; Ouvert à double tour, 2003) gönnten sich die drei erst mal eine Schaffenspause. In dieser Zeit entstanden zahlreiche neue Projekte, solistisch wie auch in ganz neuen Formationen, zum Beispiel die von Musset und Leite gegründete Ska/Punk-Band "Mon Coté Punk" oder "T’inquiète lazare", ein von Florent Vintrigner ins Leben gerufenes akustisches Poptrio.

Jetzt, im Februar 2009, kommt La Rue Ketanou mit einem neuen Album zurück. "A Contresens" birgt Überraschungen. Plötzlich spielen auch ernstere Melodien und sogar Rap eine größere Rolle. Der Spaß geht dabei aber noch lange nicht verloren. Passt der französische Charme doch so wunderbar zu den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings.

PS: Wer die drei live und in Aktion erleben will, muss dafür vorerst noch nach Frankreich fahren. Im März und April geben sie Konzerte in Paris, Toulouse, Straßburg und vielen anderen Städten.

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