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Tina Karolina Stauner
tkstauner [at] arcor.de
Tina Karolina Stauner
lebt in München und veröf-
fentlicht nach Ausbildung
beim Werkbund, im Theater
und in Kulturwissenschaften
als freie Autorin und Künstlerin.
Die Absolventin der Münchener
Journalistenakademie schreibt
journalistische und literarische
Texte und arbeitet als visuelle
Künstlerin in/mit mehreren
Medien. Im Bereich des
Kultur- und Musikjournalis-
mus liegen ihre Schwerpunkte
unter anderem bei Themen
wie Free Jazz, Improvisation,
experimentelle Musik, Neue
Musik, Neues Musiktheater,
Avantgarde und Songwriting.
Homepage
memoryvision.tumblr.com
Blog
tkstauner.blogspot.com

"Sowiesoso"
(Cluster)
CD, Bureau B/Sky, 2009.
ASIN: B002P3BAU4 |
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Hans
Joachim Roedelius, 1934 geboren, ist seit 1969 im Kontext von Krautrock,
experimenteller Elektronik und Ambient mit Musikern wie z.B. Dieter Moebius,
Conrad Schnitzler, Michael Rother (man denke an Neu!), Brian Eno aktiv.
Bands und Projekte von ihm waren oder sind Kluster/Cluster/Qluster, Harmonia,
Aquarello. Er ist außerdem Mitgründer des Zodiak Arts Lab.
Beim Label Bureau B gibt es
CDs damaliger Jahre von Roedelius. Dieses zeigt so manche Facette
seiner umfangreichen
Arbeit und der zahlreichen, jahrzehnteübergreifenden Veröffentlichungen
(beteiligt an ca. 170 Alben).
Die Soloalben "Wie das
Wispern des Windes", 1986 auf dem norwegischen Label Citada und "Piano
Piano", 1991 auf dem italienischen Label Materiali Sonori veröffentlicht ,
stellen Roedelius am Flügel vor. Tastenmusik pur und ohne jede
Hinzunahme von Elektronik. Das ist, verglichen mit dem experimentellen
Elektronikbereich, in dem Roedelius heimisch ist, dann mit Klavieretüden
manchmal sogar nicht unweit von romantischem Touch. Und doch auch präzise
avantgardistisch-minimalistische Formstrenge mit integrierend.
Klavierklänge, auch in Meditatives weisend, fast weltentrückt und doch auf
Feinheiten konzentriert in einem Realismus, der zu einer zurückgenommen
leisen, beobachtenden Position und Haltung gehört, die alles wahrnehmen
kann. Klaviermusik der freien Improvisationen mit eingestreut repetetiven
Minimalismen.
Musik, wie eine Zeitreise
zurück in die späten 80er, frühen 90er Jahre. Ich blende beim Hören
Sequenzen manch französischen Films ein, den ich sah, nordische
Landschaftsfotografie, die mich neugierig machte auf den Norden während ich
immer wieder im Süden viele Wochen verbrachte, und deutsche Provinzidyllen,
in die ich mich durchatmend zurückzog und entspannend Abstand vom hektischen
Stadtleben fand.
Klaviermusik als
poetische, melodische Welt für sich. In sich ruhend, nach nichts fragend,
nichts fordernd, weit ins Introspektive, Introvertierte gehend. Wie einfach
da , um alle Oberflächlichkeit und alles nichtssagend Redselige verachtend
links liegen zu lassen. Der Schönheit und Unverbrauchtheit der Natur nahe,
den Innenstädten mit ihrem lärmenden Großstadtgetriebe fern.
Musik, die wegen ihres
hohen Aussagegehalts zeitlos wird und weiter Bedeutung trägt.
"Momenti Felici", 1987
veröffentlicht auf Venture, präsentiert Hans Joachim Roedelius am Klavier
abseits der Elektronikszene, im Zusammenspiel mit dem Saxophonisten Alexander
Czjzek. Das hat dann, verglichen mit seinen Klavier-Soloalben, manchmal auch
Untiefen von New Age und nicht konsequent starke Aussagekraft. Roedelius am
Klavier überzeugt zwar, Czjzek am Saxophon aber weniger. Diese
CD
sei deshalb nur am Rande erwähnt. | |