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Timeless

Facetten der Phantasie des Hans-Joachim Roedelius "Regentropfen",
"In der Dämmerung",
"Einfach so" ...

Von Tina Karolina Stauner
(25. 01. 2015)

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Tina Karolina Stauner
tkstauner [at] arcor.de

Tina Karolina Stauner
lebt in München und veröf-
fentlicht nach Ausbildung
beim Werkbund, im Theater
und in Kulturwissenschaften
als freie Autorin und Künstlerin.
Die Absolventin der Münchener
Journalistenakademie schreibt
journalistische und literarische
Texte und arbeitet als visuelle
Künstlerin in/mit mehreren
Medien. Im Bereich des
Kultur- und Musikjournalis-
mus liegen ihre Schwerpunkte
unter anderem bei Themen
wie Free Jazz, Improvisation,
experimentelle Musik, Neue
Musik, Neues Musiktheater,
Avantgarde und Songwriting.
 

Homepage
memoryvision.tumblr.com

Blog

tkstauner.blogspot.com


 


"Sowiesoso"
(Cluster)
CD, Bureau B/Sky, 2009.
ASIN: B002P3BAU4

   Hans Joachim Roedelius, 1934 geboren, ist seit 1969 im Kontext von Krautrock, experimenteller Elektronik und Ambient mit Musikern wie z.B. Dieter Moebius, Conrad Schnitzler, Michael Rother (man denke an Neu!), Brian Eno aktiv. Bands und Projekte von ihm waren oder sind Kluster/Cluster/Qluster, Harmonia, Aquarello. Er ist außerdem Mitgründer des Zodiak Arts Lab.

Beim Label Bureau B gibt es CDs damaliger Jahre von Roedelius. Dieses zeigt so manche Facette seiner umfangreichen Arbeit und der zahlreichen, jahrzehnteübergreifenden Veröffentlichungen (beteiligt an ca. 170 Alben).

Die Soloalben "Wie das Wispern des Windes", 1986 auf dem norwegischen Label Citada und "Piano Piano", 1991 auf dem italienischen Label Materiali Sonori veröffentlicht, stellen Roedelius am Flügel vor. Tastenmusik pur und ohne jede Hinzunahme von Elektronik. Das ist, verglichen mit dem experimentellen Elektronikbereich, in dem Roedelius heimisch ist, dann mit Klavieretüden manchmal sogar nicht unweit von romantischem Touch. Und doch auch präzise avantgardistisch-minimalistische Formstrenge mit integrierend. Klavierklänge, auch in Meditatives weisend, fast weltentrückt und doch auf Feinheiten konzentriert in einem Realismus, der zu einer zurückgenommen leisen, beobachtenden Position und Haltung gehört, die alles wahrnehmen kann. Klaviermusik der freien Improvisationen mit eingestreut repetetiven Minimalismen.

   Musik, wie eine Zeitreise zurück in die späten 80er, frühen 90er Jahre. Ich blende beim Hören Sequenzen manch französischen Films ein, den ich sah, nordische Landschaftsfotografie, die mich neugierig machte auf den Norden während ich immer wieder im Süden viele Wochen verbrachte, und deutsche Provinzidyllen, in die ich mich durchatmend zurückzog und entspannend Abstand vom hektischen Stadtleben fand.

Klaviermusik als poetische, melodische Welt für sich. In sich ruhend, nach nichts fragend, nichts fordernd, weit ins Introspektive, Introvertierte gehend. Wie einfach da, um alle Oberflächlichkeit und alles nichtssagend Redselige verachtend links liegen zu lassen. Der Schönheit und Unverbrauchtheit der Natur nahe, den Innenstädten mit ihrem lärmenden Großstadtgetriebe fern. Musik, die wegen ihres hohen Aussagegehalts zeitlos wird und weiter Bedeutung trägt.

   "Momenti Felici", 1987 veröffentlicht auf Venture, präsentiert Hans Joachim Roedelius am Klavier abseits der Elektronikszene, im Zusammenspiel mit dem Saxophonisten Alexander Czjzek. Das hat dann, verglichen mit seinen Klavier-Soloalben, manchmal auch Untiefen von New Age und nicht konsequent starke Aussagekraft. Roedelius am Klavier überzeugt zwar, Czjzek am Saxophon aber weniger. Diese CD sei deshalb nur am Rande erwähnt.

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