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Swing. Dance to
the right heißt die neue Produktion des Theatermachers
Von
Irina Wolf |
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Pinguine! Sie können nicht fliegen, haben einen Watschelgang oder legen sich auf den Bauch und rutschen bergab hinein ins kühle Nass. Die "Pinguine" im Wiener Werk-X tun jedoch nichts davon. Die in weißen Hemden und schwarzen Slim-Fit-Anzügen gekleideten fünf Schauspieler (Michaela Bilgeri, Susanne Brandt, Martin Hemmer, Isabella Jeschke, Nicolaas van Diepen) tanzen, als ob es um ihr Leben ginge. Noch etwas verhalten beginnen sie auf der sonst leeren Bühne, hinten und seitwärts umrahmt von weißen Projektionswänden, im Gleichklang mit dem rechten Fuß zu wippen. Passend übrigens zum flott beschwingten Titel des Stücks. Abwechselnd verdichten sich schließlich Textpassagen und flotte Tanzszenen zu einem bemerkenswerten Theatererlebnis. Untermalt wird die Performance von Andreas Dauböcks fabelhafter Musik. In einer wilden Achterbahnfahrt vermischen sich pointierte politische Aussagen mit metaphorischen Gesten. Beschuldigt werden zum Beispiel "die Chinesen" – eigentlich ein Oberbegriff für "Afghanen, Syrer, Tschuschen" oder zusammenfassend "die ganzen Arschlöcher". Dazu werden Punschkrapfen mit Schlagobers – keinesfalls mit deutscher Sahne! – serviert, aber auch das nur einigen privilegierten Zuschauern in der ersten Reihe. Damit auch niemand vergisst, dass wir in einer von Angst geprägten Gesellschaft leben, verwandelt sich ab und zu der Arm von Nicolaas van Diepen zu einem imaginären Gewehr, mit dem einzelne Zuschauer "abgeknallt" werden. Spielerisch
werden aktuelle politische Entwicklungen in Österreich und Deutschland
dargelegt. Der nur etwas über eine Stunde dauernde Theaterabend ist eine von
der Feder des Regisseurs Martin Gruber konzipierte bunte, komische wie
poetische politische Satire. Schon beim Zusehen und Zuhören bekommt man Lust
auf mehr. Doch der Rhythmus verlangsamt sich zum Ende hin. Die
Projektionsflächen, auf denen einsame Silhouetten der couragiert und
kraftvoll auftretenden Schauspieler hin und wieder "spazieren" waren (Video:
Bella Angora), sind jetzt beschmiert. Gleichermaßen alleine verlassen die
Performer einer nach dem anderen die Bühne. Denn Swing. Dance to the
right ist auch der vierte Teil der "Tetralogie der Einsamkeit". Welch
eine wundervoll tiefsinnige, dabei zugleich rührende und nachdenklich
machende Produktion! |