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"Wir verkaufen Ziegelsteine und bauen ein Theater"
In neuneinhalb Jahren ließen die Künstlerin
und Regisseurin Chris Simion-Mercurian
und ihr Ehemann Tiberiu Mercurian, ein Marketing-Spezialist, ein
privates Theater in
Bukarest errichten. Das Besondere daran ist, dass weit über
zehntausend Personen sich
bislang finanziell an dem Projekt beteiligt haben, bei aktuellen
Gesamtkosten von bislang
4,5 Millionen Euro. Das Grivița53-Theater trägt außerdem zur
Revitalisierung eines symbolträchtigen Viertels bei, des historischen Grivița-Stadtteils,
das in der Zwischenkriegszeit
als Pariser Pendant zum Montmartre galt. Das Theatergebäude
wurde während des
Nationaltheaterfestivals, das Ende Oktober in der rumänischen
Hauptstadt stattfand, eingeweiht. Da hatte ich die Gelegenheit, mit Tiberiu
Mercurian zu sprechen.
(Irina Wolf, 17. 12. 2025) |
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Ein ungarischer Theatermarathon in Rumänien?
Vom 29. September bis 7. Oktober fand in Bukarest die vierte
Ausgabe des
Ungarischen Theaterfestivals (BukFeszt) statt. Dem Publikum der
Hauptstadt, dessen
Entfernung zu den ungarischen Theatern landesweit beträchtlich
ist, sollte damit die Möglichkeit
geboten werden, mit künstlerisch anspruchsvollen neuen
Theatergruppen in Kontakt zu
kommen. BukFeszt hat sich die Förderung des interkulturellen
Dialogs, die Unterstützung
künstlerischer Vielfalt und die Präsentation der wichtigsten
ungarischen
Theaterproduktionen der Saison in Bukarest zur Aufgabe gemacht.
(Irina Wolf, 15. 11. 2025) |
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Auf den Spuren des Ritters von La Mancha
Notizhefte
zusammennähen? Suppe mit dem Messer auslöffeln? Eine
fleischbeilschwingende Metzgerin? Eine Gestalt, die wie Orson
Welles aussieht?
Was wäre die Verbindung zwischen diesen
surrealen Szenen und Cervantes' berühmtem
Roman "Don Quijote"?
Marco Martinellis und Ermanna Montanaris Inszenierungen
geben
immer Rätsel auf. So auch Don Quijote in Flammen setzen
(Don Chisciotte
ad ardere): Ihr dreiteiliges Projekt war vom 25. Juni bis 13. Juli
im Rahmen
der 36. Ausgabe des Ravenna-Festivals zu erleben.
(Irina Wolf, 12. 08. 2025) |
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Spielräume der Fantasie
Romeo Castelluccis Installation
Die Kartoffelesser war eindeutig einer der Höhepunkte der 53. Ausgabe
der Theaterbiennale, die in Venedig vom 31. Mai bis zum 15. Juni
stattfand. Für sein erstes Jahr als künstlerischer Leiter des
internationalen Festivals hat Hollywood-Schauspieler William
Dafoe Künstler ausgewählt, die er kennt und bewundert. Dabei griff er auf seine zehnjährige Tätigkeit als
Mitbegründer der legendären New Yorker
Avantgarde-Theatergruppe "The Wooster Group" zurück.
Unter dem Motto "Theater ist Körper. Körper ist Poesie"
rückte Dafoe experimentierfreudige Theatermacher wieder
ins Rampenlicht, die ihn bei der Theaterbiennale 1975 in
Venedig geprägt haben.
(Irina Wolf, 25. 06. 2025) |
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Auf
künstlerischen Wegen zur Solidarität
Armaggedon rebranded war eine der sechs Produktionen, welche
"Reactor – Raum für
kreative Experimente", die wichtigste unabhängige
rumänischsprachige Theatergruppe in
Klausenburg, im Rahmen ihres Showcases vom 10. bis 13. Februar
unter dem Motto
"Routes to Solidarity" zeigte. Das Begleitprogramm des Showcases
umfasste zudem
eine Reihe von Debatten und Diskussionen zwischen den
zahlreichen
lokalen und ausländischen Gästen.
(Irina Wolf, 29. 04. 2025) |
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75
Jahre Kinder- und Jugendtheater "Luceafărul" in Iași
Keine Croissants mit
Marmelade und Tee mehr! Kein Zahlen- und Buchstabenlernen
mehr! Das Chamäleon Chami ist fest entschlossen, nicht mehr in
den Kindergarten zu
gehen. Aber wie kann es zu Hause bleiben, ohne die Mama zu
verärgern? Krank werden ist
die Antwort! Denn dann bekommt es Besuch von seinen Freunden:
der Katze, dem Fisch und
dem Mädchen. Während sich alle Mamas im Nebenzimmer unterhalten,
bricht das Quartett
ohne Gepäck, Dokumente oder Geld nach Tibet auf. Doch wie weit
werden sie kommen? Die
interaktive One-Man-Show Das Chamäleon Chami geht nach Tibet von und
mit Alex Iurașcu
nach dem gleichnamigen Buch von Luminița Corneanu war eines der
Highlights des
Showcases des Kinder- und Jugendtheaters "Luceafărul", der in
der ostrumänischen
Stadt Iași vom 27. Februar bis zum 2. März stattfand.
(Irina Wolf, 15. 03. 2025) |
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Der Chor als Wurzel des heutigen Theaters
"Als wir im Olimpico
saßen, bat ich alle, eine Weile zu schweigen. In der Stille
tauchte dann das Wort 'Chor' auf", verriet mir Ermanna Montanari
in einem Interview, wie sie die Entscheidung für das Motto des
Festivals "Zyklus der Klassiker" traf. Die 77. Auflage der
Festspiele, die sich vom 20. September 2024 über einen Monat
erstreckte, fand größtenteils im Teatro Olimpico, dem 1580
erbauten Theatergebäude, in Vicenza statt. Architekt dieses
prächtigen Baus ist Andrea Palladio. Jeder, der im halbovalen
Zuschauerraum Platz nimmt, ist von der Schönheit des Raumes
bezaubert.
(Irina Wolf, 14. 02. 2025) |
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"Das Pendeln zwischen Realität und Fiktion
hat mich immer herausgefordert"
Gianina Cărbunariu, 1977 geboren, ist eine
der bekanntesten Stimmen
des rumänischen Theaters. Seit 2004 arbeitet sie europaweit als
Regisseurin und
Dramatikerin, unter anderem an Theatern in London, Madrid,
Bologna, Stockholm, München
und Berlin. Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen
Festivals gezeigt, etwa
dem Festival d’Avignon, den Wiener Festwochen, dem New Drama
Festival in Moskau und
dem Festival TransAmériques in Montreal. Sie erhielt diverse
Auszeichnungen für ihre
Regie und Dramatik. Ihre Stücke, die sich vorwiegend
sozialpolitischen Themen im
europäischen Kontext widmen, wurden vielfach übersetzt.
Cărbunarius Produktionen
hatten schon immer eine starke politische Dimension, und ihre
Gesellschaftskritik ist
eine der stimmigsten und komplexesten unter den Werken
rumänischer
Künstler der "Zwischengeneration".
(Irina Wolf, 18. 01. 2025)
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