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Captain O'Mei in Laa an der Thaya
"Herrschaften!", hatte der diensthabende Mast-Bursch auf WhatsItGonnaBe gepostet. "Aussteigen, bitte! Laa an der Thaya! Hurry up! Or else." Und eins war den erlauchten Fahrgästen der k. und k. Laaer Ostbahn auf Anhieb klar: The Mastbursch meant business. Ob der verehrte Gast denn auch hundertprozentig satisfied sei, wollte O’Lala wissen, nachdem O’Mei sich a bisserl in der kleinen, aber feinen Ortschaft am Rande des Seins umgeschaut hatte. Und in der Tat war Laa an der Thaya all Captain O’Mei ever dreamt of in his philosophy. Und er sagte: "Rrr! …" (Vasile V. Poenaru, 31. 12. 2021)

 

Zwischen Beständigkeit und Neuschöpfung
Vielfalt, Kreativität, Innovationskraft: Das spiegelt sich in den aktuellen Performance-und Theaterproduktionen wider, die beim rumänischen Nationaltheaterfestival zu sehen waren. Pandemiebedingt mussten die Festspiele zum zweiten Mal in Folge ins Internet ausweichen, generierten dort aber eine bemerkenswerte Präsenz. Der Zugang zu den knapp vierzig Inszenierungen war bei allen Streams kostenlos, die meisten Aufzeichnungen für 48 Stunden mit englischen Untertiteln verfügbar. (Irina Wolf, 18. 12. 2021)

 

Nationaltheaterfestival  Bukarest 2021
Eigentlich hätte die 31. Ausgabe des rumänischen Nationaltheaterfestivals Ende Oktober endlich wieder mit Publikum stattfinden sollen. Doch die Pandemie machte erneut einen Strich durch die Rechnung. Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen haben die Organisatoren im Eiltempo eine Online-Ausgabe auf die Beine gestellt, die sich als großer Erfolg entpuppte. Zum zweiten Mal in Folge wurden die Festspiele ins Internet verlegt, sodass Zuschauer aus aller Welt die Möglichkeit hatten, dem Festival vom 6. bis 14. November beizuwohnen. (Irina Wolf, 24. 11. 2021)

 

Hochtrabendes Dingsbums-Imponiergehabe
Making sense of history? Nichts weniger hatte Jörn Rüsen mit seinem Werk "Zerbrechende Zeit. Über den Sinn der Geschichte" im Sinn – so meine Hoffnung. Und ich erhoffte mir auch, in diesen Seiten über eine zerbrechende Zeit ein leidlich durchdachtes Werk vorzufinden. Man gewinnt aus diesem Buch keine Einsichten. Das Vorwort wirkt ebensowenig überzeugend und ungeschickt wie der Epilog. Sprachlich ungeschliffen sind diese Texte auch noch oft genug. Außerdem entbehrt der Band einer begrifflich soliden Grundlage.  (Vasile V. Poenaru, 18. 09. 2021)

 

Hinter den Kulissen lauert die Angst
Franz Kafkas Erzählung Der Bau wurde im Winter 1923 geschrieben, als der Autor bereits an fortgeschrittener Lungentuberkulose litt. Elena Bakirovas Inszenierung entpuppt sich als eine relevante Gefühlserkundung nach der pandemiebedingten sozialen Isolation. Die Virtual-Reality-Produktion des Schauspielhauses Graz überzeugt durch Tempo, starke Bilder und eine grandiose schauspielerische Leistung. (Irina Wolf, 26. 08. 2021)

 

Brot backen für die Toten
"Wie sich der Kolac dreht, soll sich all das Schlechte ins Gute drehen und wandeln" – mit diesen Worten fasst Tante Dragoslave den Kerngedanken der wichtigsten Feier der Roma im serbischen Ort Boljevac zusammen. Am "Fest der Tante", auch Bibijako Djive genannt, wird die mythologische Figur der Bibi Sara Kali, Schutzpatronin der Roma, geehrt. Dass dieses am 31. Januar begangene Fest mit der Befreiung der Roma-Überlebenden 1944 aus dem KZ übereinstimmt, ist kein Zufall, hat doch Simonida Selimović für das Theater-Film-Projekt Bibi Sara Kali im Vorfeld gründlich recherchiert. Gemeinsam mit dem syrischstämmigen Autor Ibrahim Amir entwickelte die Schauspielerin, Musikerin und Roma-Aktivistin ein Stück, in dem die Roma-Kultur und die Situation von Roma-Frauen beleuchtet werden. (Irina Wolf, 23. 07. 2021)

 

"Kunst soll das kritische Denken stärken!"
Aurora-Interview mit der Theaterkritikerin und -kuratorin Cristina Modreanu: "Unabhängige Organisationen, die Kulturprojekte produzieren, sind in Rumänien immer noch unsichtbar. Es werden weiterhin große Theaterhäuser vom Staat subventioniert, die aus diesem Grund keine Probleme aufwerfen. Diese befassen sich nicht mit problematischen Themen, kritisieren nicht, nehmen keine Position ein, produzieren dafür aber leicht verdauliche Kost und realitätsfremde Inszenierungen. All das scheint niemanden zu stören. Seit Beginn der Pandemie haben unabhängige Künstler alle Unterstützungsnetzwerke verloren, mehrere unabhängige Theater haben sich aufgelöst, andere stehen kurz vor dem Verlust ihrer Spielstätte, weil sie die Miete nicht bezahlen können. Während dieser Zeit erhalten sie nur Zusagen von den Behörden ohne irgendeine Deckung."  (Irina Wolf, 29. 06. 2021)

 

Verbrechen aus Ruhmsucht
"Ich schaue mir den Rücken der Leute an und stelle mir vor, wie sie fallen würden, wenn ich auf sie schießen würde" – so denkt ein Amokläufer. Aber was bringt jemanden dazu, andere Menschen umzubringen? Den Versuch einer Reise zu den Motiven eines solchen Tobsüchtigen unternimmt der Philosoph Jean-Paul Sartre in seiner Erzählung "Herostrat". Ein sehr komplexer Stoff! Zu schwierig für das Theater? Kai Krösche ist entschieden anderer Ansicht, und das Ergebnis gibt ihm Recht: Dem in Wien lebenden deutschen Regisseur ist eine außergewöhnliche Bühnenumsetzung von "Herostrat" gelungen! (Irina Wolf, 27. 05. 2021)

 

Ein Treffen mit den Geistern des Volkstheaters
Seit über einem Jahr ist das Wiener Volkstheater geschlossen, zuerst wegen dessen Generalsanierung, dann wegen Corona. Mit "Black Box. Phantomtheater für 1 Person" lädt Stefan Kaegi, bekannt auch von der Gruppe Rimini Protokoll, auf einen Audiowalk durch mehrere Räumlichkeiten. Kostüm- und Maskenabteilung, Lichtbrücke und Unterbühne, Requisite und Aufenthaltsraum, Souffleurkasten, Kühlraum, Inspizientenpult, VIP-Lounge, Rote Bar – all das und vieles mehr ist begehbar. Überall kann man in die Theaterwelt hineinschnuppern und auch selbst auf der Bühne stehen. Der für seine ortsspezifischen Inszenierungen weltweit hoch geschätzte Schweizer Künstler landet auch diesmal einen Volltreffer. (Irina Wolf, 10. 05. 2021)

 

Sapere aude, wenn's recht ist   oder eben auch nicht
Früher hieß es ja noch "Dubito, cogito, sum." Jetzt werden alle, die den Mut haben, öffentlich von ihrem Verstand Gebrauch zu machen, bereits bei "Dubito" voller Hass und ohne Respekt für die Würde des Menschen oder die theoretisch ja immer noch bestehende Meinungs- und Versammlungsfreiheit im Handumdrehen ausgeschaltet, gelöscht, gecancelt und als "Covidioten" diffamiert. Was für Tage kommen da auf uns zu, fragt man sich nun mit gutem Grund. Wer wird die neue Gesellschaftsordnung, wer wird das neue Narrativ kontrollieren bzw. gestalten, die neue Wahrheit, an die alle zu glauben haben, soweit sie nicht zu Freiwild erklärt werden wollen? (Vasile V. Poenaru, 26. 04. 2020)

 

"Ohne Schauspieler bin ich eine Null!"
Die rumänische Theaterregisseurin Leta Popescu im Aurora-Interview: "Ich habe Angst vor den Klassikern. Sie überwältigen mich. Ich bevorzuge die zeitgenössischen Dramatiker, weil wir die Bewegungen der heutigen Welt gemeinsam aufspüren. Ich lebe in der Gegenwart und blicke in die Zukunft; ich spüre keine Nostalgie und denke, dass sich die Geschichte wiederholt. Ich habe es vorgezogen, Produktionen mit Autoren 'zusammen zu schreiben', anstatt 'umzuschreiben'. Aber ich werde mich bald dieser 'Umschreibung' der Klassiker widmen, weil ich mich auch in die menschliche Finsternis meiner Vorgänger zu vertiefen vermag." (Irina Wolf, 08. 04. 2021)

 

Mittels VR-Brille in die Apokalypse
"Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360°" – so der Titel der neuesten Premiere des Schauspielhauses Graz. Dass diese derzeit im Theatersaal nicht stattfinden kann, ist offensichtlich, sind die Theater wegen der Corona-Pandemie doch bis auf Weiteres geschlossen. Ein Online-Streaming-Event ist es aber auch nicht. Wo ist dann die Produktion zu sehen? (Irina Wolf, 21. 03. 2021)

 

Inszenierung von Gedächtnis und Identität im postsowjetischen Kuba und Rumänien
Carola Heinrichs Dissertation ist für einen großen Kreis von Experten interessant: im Bereich der geschichtlichen Forschung zur Ost-West-Beziehung an Hoch- und Fachschulen, in der Ausbildung von Studierenden in der Theater- und Filmszene. Die Autorin bietet neben fundierten theoretischen Überlegungen auch spannende konkrete Fallstudien. Das Ergebnis ergibt ein tieferes Verständnis der interkulturellen Verhandlungs- und Übersetzungsprozesse zwischen der Sowjetunion als postkolonialem Zentrum und der Peripherie in Kuba und Rumänien. Die besondere Leistung besteht in der umfangreichen kritischen Auseinandersetzung mit den praktischen Beispielen und der Gegenüberstellung der beiden postsowjetischen Staaten. (Irina Wolf, 01. 03. 2021)

 

Tagebuch einer Revolution
Knapp nach dem ersten coronabedingten Lockdown feierte am Nationaltheater Bukarest "Tagebuch Rumänien. 1989" der Künstlerin Carmen Lidia Vidu Premiere. Bekannt als Multimedia-Theater- und Filmregisseurin sorgte Vidu bereits in den letzten fünf Jahren für Aufsehen auf der nationalen und internationalen Szene mit ihrem Projekt "Tagebuch Rumänien". (Irina Wolf, 09. 01. 2021)

 

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